Respekt im Job: Neues Tool zur Messbarkeit im Unternehmen

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 9. Januar 2013 um 11:26

Respekt. Eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen (Quelle Wikipedia). In der Arbeitswelt kommt dieser scheinbar oder offensichtlich manchmal zu kurz. Doch ist das wirklich so? Und wenn ja, weshalb? Erstmals wurde Respekt in der Arbeitswelt in Österreich nun erhoben und die Ergebnisse sind spannend. Zudem gibt es nun ein Tool zur Messbarkeit von Respekt in einem Unternehmen.

Was wir machen, hat Gewicht

300 Angestellte oder Arbeiter, 200 leitende Angestellte und 100 Arbeitssuchende wurden von der Firma „meinungsraum“ im Auftrag des Vereins respekt.net zum Thema Respekt am Arbeitsplatz befragt. Und es zeigt sich: 81 Prozent der Angestellten fühlen sich in ihrem Job als Person geachtet, jedoch glauben nur 65 Prozent, dass ihr Handeln von Bedeutung ist. Ein Drittel fühlt sich laut der Studie weder gleichwertig noch im Wert anerkannt. Sieht man sich den gefühlten Respekt auf der Führungsebene an, zeigt sich, dass diese allgemein mehr Wertschätzung erleben. 84 Prozent von ihnen fühlen sich als Person geachtet UND empfinden ihr Handeln als von Bedeutung.

Je mehr Respekt desto höher der Einsatz

Roland Wadl, respekt.net

Nicht nur der Respekt, auch das Engagement wurde untersucht und es zeigt sich: Es gibt einen messbaren positiven Zusammenhang zwischen diesen beiden Größen. „Führung beschäftigt sich heute fast ausschließlich mit dem Thema Motivation und den dazu nötigen Anreizsysthemen. Der gegenseitige Respekt kommt da leider oft zu kurz“, kommentiert Roland Waldl vom Verein respekt.net die Ergebnisse. „Je mehr ein Unternehmen in die Wertschätzung der Mitarbeiter investiert, umso höher wird deren Engagement sein.“ So weit, so gut. Doch wie kann man als Unternehmen feststellen, woran man ist und wie den Respekt herstellen bzw. festigen?

„Es geht um das Lernen vom Anderen“

Um zu erheben, wie es um den Respekt im eigenen Unternehmen bestellt ist, können die Studienergebnisse als Benchmark für eine interne Untersuchung verwendet werden, so der Verein. „Nachdenken, die Einsicht der Gleichwertigkeit und nicht der Gleichheit und das Erkennen von Differenz und Vielfalt sind die Keyelemente. Es geht um das Lernen vom Anderen“, beschreibt Niels Van Quaquebeke, Entwickler des Fragebogens, die Entstehung bzw. Wahrung von gegenseitigem Respekt. Wie die Mediatorin und respekt.net-Vorstand Maria Baumgartner hinzufügt, ist Respekt „Kommunikation und eine Haltung – kein mechanisches Tool der Führung.“

Bildnachweis: Colourbox, respekt.net, meinungsraum.at

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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