Reich und schön – Sind schöne Menschen erfolgreicher?

von in Arbeitsleben am Dienstag, 24. Mai 2011 um 11:15

Schöne Menschen sind glücklicher. Schöne Menschen haben Probleme beim Bewerben. Dünnere Frauen verdienen mehr. Männer mit Idealgewicht noch mehr. Sexy Frauen haben es im Job schwer. Nahezu im Wochenrhythmus werden Studien publiziert, die Kausalzusammenhänge im Dreieck Schönheit-Erfolg-Lebensglück herausarbeiten. Warum diese so gut ankommen: Nahezu jeder fühlt sich durch deren Erkenntnisse von Zeit zu Zeit in seinen Unrechtsvermutungen bestätigt. Drei Beispiele dazu.

Sexy Frauen haben es leichter

Zwar keine wissenschaftliche Studie, dafür aber ein unterhaltsam aufbereitetes Selbst-Experiment, das eine junge Britin auf Film gebannt hat (das Video hat natürlich wieder Daniel von der „Alltagsforschung“ ausgegraben). Die junge Dame namens „Caroline“ machte folgenden Versuch: Sie versuchte Taxis, Bus-Tickets, Drinks in Bars oder auch Essen an Ständen zu schnorren. Einmal in gewöhnlicher, gepflegter Alltagsmontur. Und ein weiteres Mal aufgetakelt als sexy Vamp: High Heels, Minirock, Schminke …

Der Effekt ist ebenso eindrucksvoll wie vorhersehbar: Während sich die „normale“ Caroline freut, am Ende doch noch ein Pint abzustauben, gelingt es ihrem aufgebrezelten Alter Ego ohne Probleme, sich ohne eigenes Portemonnaie durch den Alltag zu bringen…

Bringt Schönheit Erfolg und Glück?

Das deutsche Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) publizierte im März die Studie „Beauty is the Promise of Happiness?“. Deren Ergebnisse kurz zusammengefasst: Schöne Menschen erzielen materielle Vorteile über weite Strecken dadurch, dass ihr Aussehen auf dem Arbeitsmarkt gut ankommt. Dafür untersuchten die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen fremd beurteilter Schönheit und der selbst empundenen Lebenszufriedenheit der Probanden. Männer und Frauen profitieren demnach zu gleichen Teilen von optischer Attraktivität. Die Herren der Schöpfung legen dabei etwas mehr Wert auf ihr wirtschaftliches Vorankommen, Frauen hingegen werten ihre selbst empfundene Schönheit etwas wichtiger in ihrer Lebenszufriedenheit. Aha.

Sind also erfolgreiche, schöne Menschen automatisch glücklicher? Nicht unbedingt, schränkt Studienautor Daniel Hamermesh ein: „Lebenszufriedenheit ist letztlich nur bedingt als Indikator für soziale Ungleichheit geeignet, da die Voraussetzungen bis zu einem gewissen Grad naturgegeben und nicht gesellschaftspolitisch beeinflussbar sind.“

Dünne Frau = mehr Gehalt, dünner Mann = weniger Gehalt

Einen interessanten Zusammenhang arbeitet eine Studie der Forscher Timothy Judge (University of Florida) und Daniel Cable (London Business School) heraus: Typische und über Jahrzehnte etablierte Schönheitsideale spiegeln sich auch auf den Gehaltszetteln wider – allerdings unabhängig von Faktoren wie sozialem Status, Gesundheit und Ausbildung. Erwähnenswert bei den Ergebnissen waren allerdings die Geschlechtsunterschiede:

Frauen mit höherem Körpergewicht verdienten tendenziell weniger, besonders schlanke Frauen eher mehr. Die Forscher hatten dies sogar erwartet: Denn Frauen, die dem extremen – und medial stark propagierten – Schönheitsideal nahe kommen, sind seltener und fallen daher stärker auf.

Männer hingegen verdienen am besten, wenn sie dem Idealbild des muskulösen Mannes entsprechen. Mit Unter- und Übergewicht verdienen Männer jeweils weniger.

Unfassbar eigentlich.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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