Recruiting-Videos: Authentisch sein. Mehr nicht.

von in HR, Social am Freitag, 15. Juli 2011 um 12:28

HR-Videos können durchaus polarisieren, wie die Diskussion rund um den BMW Praktikum Rap vor etwas mehr als einem Monat gezeigt hat. Grundsätzlich war es die aufgesetzte, oberflächlich zur Schau gestellte Coolness des Clips, die für Kritik sorgte – das karriere.blog berichtete. Dass es auch anders gehen kann, zeigt nun auch wieder der BMW-Konzern mit einem HR-Clip für eine Karriere als MINI-Verkäufer. Ebenfalls authentisch umgesetzt: Die IT-Kampagne des deutschen Innenministeriums.

„Das ist unprofessionell, was ihr da macht…!“, motzt einer der Protagonisten des MINI-Recruiting-Clips seine rauchenden Kollegen an, als er die Kamera über das Verkaufsgelände führt. Schnelle Schnitte, Kollegen, die man gerade doch nicht filmen kann, weil sie mit Kunden beschäftigt sind. Text, der spontan wirkt. Realistisch anmutende Arbeitsatmosphäre. Und Darsteller – junge MINI-Verkäufer -, die locker drauflosplappern, was ihnen am Autoverkaufen so gefällt. Kurzum: Ein Clip, der funktioniert, weil jene zu Wort kommen, die es eigentlich wissen müssen. Mittlerweile ist der Streifen sogar preisgekrönt.

 

Zwar nicht ganz so fetzig, dafür ebenfalls authentisch und sympathisch: Der Clip, der sich mit IT-Jobs beim deutschen Bundesinnenministerium (Hier der Youtube-Link dazu) auseinandersetzt. Eigentlich ein Thema, das ja gar nicht so leicht zu transportieren ist: Die oft als „nerdig“ verrufene IT-Sparte und dazu noch ein Ministerium, quasi der Inbegriff von Beamtenmentalität.

Das Besondere an dem Clip: Er versucht erst gar nicht, besonders jung und trendy zu wirken. Denn die Leute, die er ansprechen soll, wissen ohnehin, dass sie nicht Teil einer Kreativ-Schmiede werden. Sie wollen wissen, welche Möglichkeiten man als IT-Experte im Ministerium hat und was dort auf sie zukommt. Eine Protagonistin spricht zum Beispiel an, dass sie ja jetzt selbst „Beamtin“ sei, obwohl sie durchaus ihre Vorbehalte hatte. Ein weiterer Ministeriums-ITler erzählt von seinen ursprünglichen Befürchtungen, mit alter Software arbeiten zu müssen, was sich aber nicht bewahrheitet hat.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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