Rauchpause! Aber arbeiten Raucher wirklich weniger?

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 14. November 2013 um 11:29

Dieses Kriegsbeil wird wohl nie gänzlich begraben werden: Gemeint ist jenes zwischen rauchenden und nicht rauchenden Arbeitskollegen. Denn ein bisschen schwingt es immer mit, dieses: „Jetzt geht der schon wieder rauchen“. Die Frage ist: Arbeiten Raucher wirklich weniger? Stimmt das subjektive Empfinden, dass Zigaretten zu mehr und vor allem längeren Pausen verhelfen? Das Linzer Meinungsforschungsinstitut Spectra hat nachgefragt  – die Ergebnisse der Studie folgen hier:

„Jeder raucht dann, wann er will“

Knapp die Hälfte (44 Prozent) der berufstätigen Österreicher raucht. Zugegeben, keine kleine Zahl. Schnell wird also klar, dass das Rauchen während der Arbeitszeit großes Konfliktpotenzial bietet. Denn nicht überall sind die Fronten geklärt, in lediglich 29 Prozent der Betriebe besteht laut Spectra eine Kurzpausenregelung. 54 Prozent der mehr als 1000 Befragten gaben zudem an, dass im Betrieb „jeder dann raucht, wann er will“ und auch nicht ausstempeln muss. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass Rauchpausen auch nicht eingearbeitet werden müssen.

Arbeiten Raucher automatisch weniger?

pause_fuesse_hochArbeiten Raucher also automatisch weniger, da sie mehr Pausen machen? Jein. Denn befragt nach der Anzahl der Kurzpausen, so ergeben sich im Schnitt 2,9 Pausen täglich. Aufgesplittet auf Nichtraucher und Raucher ergeben sich 2,6 Pausen bei den Nichtrauchern und 3,2 bei den Rauchern. Ein Unterschied ist also da, jedoch ein geringer. Dennoch gehen die Wogen, wenn es ums Qualmen geht, immer wieder hoch. Aus mehreren Gründen kommt Spectra daher zu dem Ergebnis, dass konkrete Kurzpausen- und Rauchpausen-Regelungen eine Verbesserung schaffen würden.

3 Gründe für geregelte Rauchpausen

  • In Betrieben, in denen konkrete Rauchpausen-Regelungen bestehen, sind deutlich weniger Raucher zu finden als in jenen ohne Regelung.
  • Sind Rauchpausen fixiert oder gibt es einen betrieblichen Nichtraucherschutz, rauchen die Beschäftigten rund fünf Zigaretten weniger pro Arbeitstag.
  • Diese Zigaretten werden auch nicht nach Feierabend wieder „aufgeholt“.

So rauchen Österreichs Arbeitnehmer

Gefragt nach den Umständen, unter denen die heimischen Arbeitnehmer rauchen, so ergeben sich folgende Details:

  • 28 Prozent rauchen in dafür vorgesehenen Raucherräumen oder Außenbereichen.
  • 27 Prozent nutzen geregelte Bereiche ebenso wie Bereiche darüber hinaus.
  • 14 Prozent rauchen am direkten Arbeitsplatz bzw. an jenem eines Kollegen.
  • Die meiste Freiheit genießen Raucher im Außendienst, auf Baustellen oder generell bei Arbeiten im Freien.

Bildnachweis: wavebreakmedia / Quelle Shutterstock, bikeriderlondon / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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