Studie: „Raucher haben es bei der Jobsuche viel schwerer“

von in Jobsuche am Mittwoch, 20. April 2016 um 10:43

Rauchen polarisiert in vielen Lebenslagen, auch im Arbeitsleben. Eine Studie der Universität Stanford hat jetzt untersucht, wie leicht bzw. schwer Rauchern und Nichtrauchern die Jobsuche fällt. Ergebnis der Untersuchung: Raucher haben schlechtere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt und verdienen meist auch weniger als nichtrauchende Kollegen.

Die Erfolgschancen jobsuchender Raucher und Nichtraucher hat eine aktuelle Studie der Universität Stanford untersucht. Das Forschungsthema ist nicht ganz neu: „In früheren Studien zeigte sich bereits ein Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Rauchen in Europa und den USA. Unklar war jedoch, ob Raucher es bei der Jobsuche schwerer haben, öfter ihren Job verlieren oder ob Nichtraucher, die arbeitslos werden, aufgrund von Stress mit dem Rauchen beginnen“, erklärt Studienleiterin Judith Prochaska.

Raucher und Nichtraucher auf Jobsuche

Prochaska und ihr Team befragten 131 arbeitssuchende Raucher und 120 Nichtraucher ohne Job zu Beginn der Studie sowie sechs und zwölf Monate danach. „Wir fanden heraus, dass Raucher es bei der Jobsuche viel schwerer hatten als Nichtraucher“, sagt Prochaska. Nach einem Jahr hatten nur 27 Prozent der rauchenden Personen einen Job gefunden, bei den Nichtrauchern waren es 56 Prozent. Beim Blick auf das Gehalt zeigt sich, dass Raucher weniger verdienten als ihre nichtrauchenden Kollegen – rund 5 Dollar weniger pro Stunde.

„Raucher haben es bei der Jobsuche viel schwerer.“

Die weitere Analyse ergab außerdem, dass die rauchenden Studienteilnehmer durchschnittlich jünger, weniger gebildet und in schlechterem Gesundheitszustand als die Nichtraucher waren. Um beide Gruppen vergleichen zu können, wurde das Datenmaterial weiter analysiert und Faktoren wie die Dauer der Arbeitslosigkeit, Herkunft und Leumund miteinbezogen. „Wir gestalteten die Studie so, dass Raucher und Nichtraucher aufgrund der verfügbaren Daten so vergleichbar wie möglich waren“, sagt Studien-Co-Autor Michael Baiocchi. Trotzdem schnitten Raucher nach zwölf Monaten Jobsuche schlechter ab als Nichtraucher: Die Wiedereinstiegsrate der Raucher war um 24 Prozent niedriger als die der Nichtraucher.

Eine Folgestudie darüber, ob Rauchentwöhnung bei der Jobsuche helfen könnte, ist vom Forschungsteam bereits in Arbeit. Prochaska und ihr Team unterteilen dabei rauchende Arbeitssuchende in zwei Gruppen: Ein Teil erhält professionelle Unterstützung bei der Raucherentwöhnung, die Kontrollgruppe nur einen knappen Ratschlag und die Telefonnummer einer Info-Hotline. Vermutet wird, dass frischgebackene Nichtraucher nach der Entwöhnung vom blauen Dunst schneller einen Job finden.

Bildnachweis: PorKaliver/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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