Psychische Erkrankungen im Job – Wie krank macht uns das Hamsterrad?

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt am Mittwoch, 14. Dezember 2011 um 13:59

Depressionen, Angstzustände und psychische Labilität. Der Arbeitsmarkt übt immer mehr Druck auf Arbeitnehmer aus. Natürlich bleiben da Folgen nicht aus: Jeder fünfte Arbeitnehmer leidet unter psychischen Erkrankungen. Das besagt die aktuelle OECD-Studie zum Thema „Sick on the Job? Myths and Realities about Mental Health and Work„. Neben der Belastung, die eine solche Erkrankung mit sich bringt, kommt es auch häufig zum Jobverlust. Wie krank macht Stress und Leistungsdruck am Arbeitsplatz wirklich?

Die Daten von zehn OECD-Ländern wurden für die Studie analysiert, darunter auch Österreich. Selten haben Betroffene bisher einen geeigneten Weg gefunden, mit ihrer Erkrankung umzugehen. Dennoch ist für drei Viertel aller Betroffenen klar: Die Krankheit wirkt sich auf die eigene Arbeitsleistung und das Arbeitsklima aus. Die Ergebnisse der Studie räumen allerdings mit einem allgemeinen Vorurteil auf, nämlich dass Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen könnten! Das Gegenteil ist der Fall: Die Beschäftigungsquote der psychisch Erkrankten ist zwar zehn bis 15 Prozent niedriger und doch gehen 55 bis 75 Prozent einem Beruf nach! Psychisch Erkrankte haben aber eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit arbeitslos zu sein!

Stress abbauen

„Mehr Prävention und rechtzeitiges Erkennen psychischer Symptome könnte zu einer deutlichen Reduktion hoher Fehlzeiten am Arbeitsplatz und letztlich auch von Invaliditätspensionen führen“, sagt Ulla Konrad, Präsidentin des Berufsverbands der österreichischen Psychologen und Psychologinnen, als Reaktion auf die Ergebnisse der Studie. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Ein Drittel bis die Hälfte aller Invaliditätsansprüche entfallen auf psychisch Kranke. Vor allem der Druck am Arbeitsplatz aber auch wachsende Jobunsicherheit sind Faktoren, die das Ansteigen von psychischen Erkrankungen verschärfen.

Gesunde Arbeitsumgebung schaffen!

Mit geeigneten Maßnahmen könnten auch Erkrankte sehr gut in den Arbeitsalltag integriert werden und neue Erkrankungen vermindert werden. Betriebe müssten vor allem dafür sorgen, dass große Stressfaktoren vermieden werden, ein erfolgreiches Konfliktmanagement implementiert wird aber auch für ein positives Betriebsklima gesorgt ist, meint Konrad. „Das würde neben dem gesundheitlichen Präventivansatz auch zur nachhaltigen Reduktion hoher Kosten führen.“

Redaktion

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