Prostituierte, Leichenwäscher, Politiker – Jobs, die keiner haben will. Oder?

von in Inside, Jobsuche am Mittwoch, 13. Oktober 2010 um 10:58

Arbeit kann auch Spaß machen. Zum Beispiel, wenn man die hervorragenden Zugriffsstatistiken von karriere.at analysiert. Noch witziger kann es aber werden, wenn man auswertet, nach welchen Jobs sich unsere User umgesehen haben. Ob ernsthaft oder nicht, Sucheingaben wie „Prostituierte“ oder „Chef“ sind es, die selbst dem ansonsten so ernsthaft arbeitenden karriere.at-Team ein kurzes Kichern über die Lippen locken.

Berufswunsch? – Prostituierte. Logisch, mit etwas Kreativität kann man der Tätigkeit der Sexarbeiterin durchaus die Qualität einer Fach-, in vielen Fällen wahrscheinlich auch einer Führungskraft zuschreiben. Auf solche ist unser Karriereportal in der Regel nämlich eigentlich spezialisiert. Trotzdem finden sich täglich hunderte Suchanfragen, die nicht dem klassischen Beuteschema des breiten karriere.at-Publikums entsprechen. Diese dürften wohl von jenen kommen, die unter unseren kuriosen Jobinseraten, die wir vor zwei Monaten vorgestellt haben, nicht fündig geworden sind.

  • Insgesamt zwölf User stöberten gezielt nach einer Arbeitsstelle im horizontalen Gewerbe – sieben Mal wurde „Prostituierte“ in unsere Jobsuche eingetippt, fünf Herren der Schöpfung erkundigten nach einem Betätigungsfeld im Bereich der „Callboy“-Branche.
  • Immerhin dreimal so viele Anfragen, wie sie der Suchbegriff „Beamter“ (4) aufweisen konnte. Warum dies wohl der Fall ist, lässt sich nur schwer nachvollziehen. Wo es doch heißt, dass die sprichwörtliche ruhige Kugel das einzige ist, was in solchen Jobs geschoben wird…
  • Um ein vielfaches beliebter ist hier hingegen schon jene Berufsgruppe, die den Beamten in der Regel vorschreibt, was sie zu tun haben: Politiker. Insgesamt 40 Mal wurde das Schlagwort „Politik“ in unsere Jobsuche getippt. Wer bisher nichts gefunden hat: Weiter versuchen. Denn nach dem jüngsten Urnengang in Wien dürften wieder einige Stellen frei werden.
  • Das Sprichwort, dass Österreich ein Land von acht Millionen möglichen Nationaltrainern ist, wird durch karriere.at-Statistiken eindrucksvoll belegt. Während lediglich 20 User einen Job unter dem Schlagwort „Fußball“ zu finden versuchten, scheint das Selbstvertrauen, um als „Trainer“ zu reüssieren, ein vielfaches größer. Halten Sie sich fest: 2396 Anfragen! (Um allen Einwänden vorzubeugen: Dass dies nicht allein auf die Fußball-Branche zutrifft wissen auch wir…)
  • Die Wahrscheinlichkeit einen Karrieresprung via karriere.at zu machen, ist – so selbstbewusst sind wir – gut möglich, ja sogar wahrscheinlich. Wunder können aber auch wir nicht wirken. Denn die Position „Chef“, die immerhin von zwölf Personen selbstbewusst angestrebt wurde, lässt sich nur schwer vermitteln. Zwei davon dürften das auch vermutet haben und versuchten es gleich noch einmal: Mit dem Begriff „Boss“.
  • Dass es in der Führungsetage nicht immer angenehm ist, davon dürften wohl folgende 13 Jobsuchende ein Lied singen können. Sie suchten nach Posten mit der Berufsbezeichnung „Generaldirektor“. Ob man unter diesen 13 auch prominente Namen findet, die ansonsten nur in Verbindung mit Millionen-Abfertigungen genannt werden, entzieht sich unserer Kenntnis…
  • Relativ wenig Konkurrenz unter der Mit-Bewerberschaft dürften jene vier todesmutigen Stellensuchenden haben, die sich gerne mit Kundschaft umgeben, die in der Regel nicht mehr lästig werden kann: Zwei Personen strebten nämlich den Beruf des „Leichenwäschers“ an, zwei würden sich gerne als Totengräber verdingen.
  • Dass das Leben als freischaffender Künstler nicht immer leicht und auch nicht gerade von finanziellem Reichtum gesegnet ist, darüber können genug Schriftsteller wohl ein Lied singen. Insgesamt sechs Mal wurde dieses Berufsbild auf karriere.at angefragt. Ob hier die Hoffnung auf einen lukrativeren Job wie „Bestsellerautor mit Festanstellung“ eine Rolle spielte?
Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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