Wenn es Probleme im Job gibt: Fragen Sie nicht nach dem ‚Warum‘. Sondern nach dem ‚Wie‘.

von in Arbeitsleben, HR am Donnerstag, 31. März 2011 um 11:57

Wenn die Dinge im Job nicht so laufen, wie man es sich eigentlich vorstellt, wird der Ton mitunter auch etwas rauer. Gerade dann, wenn man selbst für Probleme geradezustehen hat aber von der Leistung anderer abhängig ist. Warum Fragen wie „Warum geht das nicht rechtzeitig?“ nicht unbedingt dazu beitragen, dass die Abläufe auch schneller werden, erklärt Psychologin und Psychotherapeutin Christa Schirl-Russegger.

Ich leite einen Betrieb mit mehr als 30 Mitarbeitern und ärgere mich oft über die Produktion: Wenn ich beim Produktionsleiter nachfrage, wie der Fertigungstand ist und ob wir den Liefertermin schaffen, bekomme ich regelmäßig zur Antwort: „Der Termin geht sich nie aus! Das schaffen wir nicht!“ Wenn ich nach den Gründen frage, warum etwas nicht klappt, kann ich mir eine Diskussion über unzuverlässige Mitarbeiter, Lieferschwierigkeiten, ungenaue Konstruktionsangaben,… anhören. Das frustriert mich sehr.

Sie treten Ihrem Produktionsleiter voller Emotionen gegenüber. Das zentrale an unseren Emotionen ist, sie können förderlich oder hinderlich sein. Förderliche Emotionen erzeugen eine positive Gesprächsatmosphäre. Mein Eindruck ist, Ihr Ärger produziert weiteren Ärger statt pünktlicher Liefertermine. Sie haben Ihren Blick auf Hindernisse und Schwierigkeiten gerichtet. Durch die Frage „Warum geht das nicht?“ verschwenden Sie Zeit und Energie und bekommen postwendend Gründe geliefert, warum etwas nicht geht. So kommen Sie nicht zum Ziel.

Fragen müssen auf Lösung abzielen, nicht auf Gründe

Die Zauberformel heißt: „Konstruktive Fragen“ stellen. Fokussieren Sie die Lösung! Bleiben Sie konstruktiv und ergebnisorientiert, auch wenn Ihnen Ihr Mitarbeiter Gegenargumente liefert. Fragen Sie nicht danach, warum etwas nicht geht, sondern fragen Sie, wie es voran geht. Im Falle Ihres Prodkuktionsleiters: Was müssen Sie tun, damit Sie diesen Termin halten können? Was brauchen Sie, damit Sie dieses Problem lösen können? Wie kann ich Sie unterstützen? Wodurch können Sie die Schwierigkeiten aus dem Weg räumen? Was müssen wir am Ablauf ändern, damit es zukünftig nicht mehr zu Verzögerungen kommt?

Vermeiden Sie es, den Mitarbeiter mit Vorwürfen zu überfallen. Bleiben Sie möglichst sachlich und emotionsfrei und betonen Sie Situationen, die bereits erfolgreich gemeistert wurden. Suchen Sie nicht nach dem Schuldigen, sondern fragen Sie sich, wie diese Schwierigkeiten in Zukunft verhindert werden können.

Zur Person:
Christa Schirl-Russegger ist Klinisch- und Gesundheitspsychologin, zertifizierte Arbeitspsychologin und sinnzentrierte Psychotherapeutin. Neben der Tätigkeit in ihrer eigenen Praxis ist sie außerdem Trainerin und Vortragende. Ihre Expertise stellt Christa Schirl-Russegger seit mehreren Jahren zahlreichen Medien zur Verfügung.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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