Probezeit: Als Neuling die ersten Wochen im neuen Job überstehen

von in Arbeitsleben am Montag, 15. Dezember 2014 um 11:37

Bei aller Vorfreude über den neuen Job stellt sich mit dem Start beim neuen Arbeitgeber oft auch ein unangenehmes Gefühl ein. Neue Kollegen, anderes Umfeld, unbekannte Hausbräuche und das eine oder andere Fettnäpfchen lauern beim beruflichen Neustart. Wir geben Tipps, um die Probezeit gut und nervenschonend zu überstehen.

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Probezeit ist Bewährungszeit

Mit der Zusage zum neuen Job ist das Bewerbungsprozedere noch lange nicht abgeschlossen: Es gilt, sich in der neuen Position möglichst schnell zurechtzufinden und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Die ersten Tage sind die schwierigsten – und oft auch die unangenehmsten. Laut Vertrag beträgt die Probezeit meist einen Monat, die eigentliche Bewährungsphase im neuen Job dauert aber länger. Mindestens 60, eher 90 Tage benötigt man, um sich ordentlich einzuarbeiten und auch einzuleben. Sich im neuen Umfeld ständig von seiner besten Seite zu zeigen, ist keine leichte Aufgabe. Nicht nur fachlich, sondern auch persönlich müssen sich neue Bewerber bewähren. Denn wer verscherzt es sich schon gerne gleich zu Beginn mit seinen Kollegen?

Orientierungsphase

Entscheidung ProbezeitDie ersten Tage und Wochen sollte man ganz der Orientierung widmen: Welche „Hausbräuche“ gibt es beim neuen Arbeitgeber, wer übernimmt welche Rolle im Team und stimmen die gelebten Werte mit dem zusammen, was beim Jobinterview als Unternehmenskultur angepriesen wurde? In jedem Unternehmen und Team gibt es ganz eigene Beziehungsgeflechte und Hierarchiebenen. Die müssen mit denen am Organigramm nicht unbedingt zusammenpassen. Seinen Platz in der Organisation zu finden ist anfangs nicht einfach und erfordert Fingerspitzengefühl und einiges an Energie.

Zurückhaltung vs. Engagement?

Auch wenn man gerne zeigen möchte, was man drauf hat, sollte man sich vorerst zurückhalten. Gleich am zweiten Tag mit Verbesserungsvorschlägen zum Chef gehen – das kommt nicht unbedingt bei allen gut an. Vor großen Versprechungen und Zusagen sollten sich Neulinge ebenfalls hüten. Gegen das behutsame Einbringen von Ideen und Vorschlägen spricht natürlich nichts.

Einstand beim neuen Arbeitgeber

Handshake„Die erste Woche ist die schlimmste!“ meinen manche, zu Recht? Jedenfalls gilt es, viele Hände zu schütteln und sich nicht anmerken zu lassen, dass man sich eigentlich kaum einen Namen zu den vielen neuen Gesichtern merken kann. Mit etwas Glück trumpft das interne Telefonbuch oder die Teamseite auf der Website mit Fotos zu allen Namen auf. Regelmäßiges Nachschlagen hilft, die Namen nach und nach im Gedächtnis zu behalten. In der Einarbeitungsphase oder der Kaffeepause darf man sich von Kollegen ruhig Nachhilfe geben lassen. Dass man sich nicht auf Anhieb alle Namen merken kann, wissen die nämlich auch. Allerdings: Die Namen der Geschäftsführung und des direkten Vorgesetzten sollte man schon wissen.

You Can’t Always Get What You Want?

Im Jobinterview verkaufen sich beide gut – Arbeitgeber genauso wie Bewerber. Im Arbeitsalltag zeigt sich dann, wie sehr Realität und Besprochenes auseinanderklaffen. Nicht enttäuscht sein, wenn die Erwartungen nicht (gleich) zu hundert Prozent erfüllt werden. Wenn aber plötzlich ganz andere Aufgaben auftauchen, als im Jobinterview besprochen: Unbedingt ein Gespräch führen und die Lage klären.

Beziehungen pflegen

Um ein funktionierendes Netzwerk sollte man sich gleich in der Probezeit kümmern, deshalb: Interesse an den Kollegen zeigen und auch Kontaktpunkte zu anderen Abteilungen und Teams nutzen. In der Teeküche, beim Mittagessen oder der Pause beim Kaffeeautomaten lassen sich gut Kontakte knüpfen. Seine neuen Kollegen lernt man dann auch von ihrer privaten Seite langsam kennen. Mit Beteiligung an Klatsch und Tratsch sollte man sich aber zurückhalten – auch dann, wenn Kollegen fleißig den Flurfunk bemühen.

Bildnachweis: Sergey Nivens / Shutterstock; Marijus Auruskevicius / Shutterstock; bikeriderlondon / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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