Personal Branding als Karrieregarant – 10 Tipps für Bewerber

von in Jobsuche, Social am Mittwoch, 26. März 2014 um 10:47

Schon einmal online nach dem eigenen Namen gesucht? Ego-Googeln nennt man das, nur jeder Dritte tut es regelmäßig. Gerade wenn es um die Jobsuche geht, hat diese Recherche wenig mit Selbstverliebtheit zu tun. Sie liefert an Ergebnissen nur, was später auch Recruiter sehen. Und das soll die eigene Persönlichkeit natürlich ins beste Licht rücken. Zeit, sich zu fragen: „Wie gelingt Personal Branding?“

Wir erstellen Accounts in unterschiedlichsten sozialen Netzwerken, lassen die Welt an unserem Leben teilhaben und schaffen so eine umfangreiche, öffentlich zugängliche Identität. Diese Identität ist die Marke ICH, eine Mischung aus Selbstpräsentation und Fremdwahrnehmung. „Wenn Sie heutzutage nicht über Google gefunden werden, ist es beinahe so, als existierten Sie gar nicht.“ Was Jeff Jarvis in seinem Bestseller „Was würde Google tun?“ schon 2009 beschrieb, ist in der Jobsuche eine der größten Chancen, sich als idealer Kandidat zu präsentieren. Wer seine eigene Online-Identität kontrolliert und weiß, was es über die eigene Person zu finden gibt, ist klar im Vorteil.

Recruiter recherchieren – garantiert!

Personal Branding FacebookEine aktuelle Umfrage von saferinternet.at zusammen mit der ISPA (Internet Service Providers Austria) zeigt, dass die Hälfte der Personalverantwortlichen das Netz gezielt zur Unterstützung der Personalauswahl nutzt. Hauptsächlich passiert das in Suchmaschinen (76%), gefolgt von privaten sozialen Netzwerken (61%) und Business Netzwerken wie Xing oder LinkedIn (44%). Dabei geht es nicht vordergründig um Informationen zum bisherigen Berufsleben, viel mehr will man sich einen Eindruck über die Persönlichkeit der Bewerber verschaffen (61%) und mehr Informationen über deren Verhalten im Web (38%) erhalten. Wer seinen Lebenslauf schönt oder schwer argumentierbare Lücken in seiner Vita hat, hat spätestens im Bewerbungsgespräch Erklärungsbedarf.

Jeder Zehnte fällt durch den Check

Personal Branding AbsageDer Eindruck einer Bewerberpersönlichkeit ergibt sich bei Personalisten aus Kommentaren und Postings, Interessen und besonderen privaten Leistungen. Fotos, Videos und Kommentare von Dritten vervollständigen das Bild. Jeder Zehnte fällt bei diesem Check durch – die Einladung zum Bewerbungsgespräch ist damit dahin. Bei einem Drittel hat die Personaler-Recherche positive Auswirkungen auf die Kandidaten. Und genau zu diesem Drittel wollen Sie doch gehören, oder?

10 Personal Branding Tipps

Am erfolgreichsten ist, wer seinen digitalen Ruf selbst in die Hand nimmt. Das geht meist nicht über Nacht, sondern braucht Zeit. Beginnen Sie daher so früh wie möglich mit dem Aufbau Ihrer digitalen Marke. Hier die Top 10 Tipps von karriere.at:

  1. Kontrolle: Wer im Netz unterwegs ist und sich in Social Networks engagiert, hat eine digitale Identität. Übernehmen Sie die Kontrolle darüber!
  2. Der Check VOR der Bewerbung: Spätestens wenn die ersten Bewerbungen an die Unternehmen gehen, sollte man ganz genau wissen, was es über die eigene Person zu finden gibt. Einfach den eigenen Namen bei Google eingeben (Vor- und Nachname mit Anführungszeichen) – schon hat man ein genaues Bild. Wer die Suchergebnisse positiv beeinflussen will, sollte sich dafür ein paar Monate Zeit geben.
  3. Den Spieß umdrehen: Was Recruiter tun, können Bewerber schon lange. Vor dem ersten Bewerbungsgespräch sollte der Name der Gesprächspartner recherchiert werden. Es ist immer nützlich zu wissen, mit wem man es zu tun hat.
  4. Schlüssige Identität: Sich auf Facebook für gesunde Ernährung stark zu machen und auf Twitter Fotos vom letzten Fast-Food-Dinner zu posten, ist nicht ideal. Wer glaubwürdig sein will, sollte sich nur für jene Themen stark machen, die ein ehrliches Anliegen sind.
  5. Der Identitäts-Alarm: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Über Google Alerts lässt sich der eigene Name quasi abonnieren. Tauchen neue Ergebnisse auf, landen die prompt in der eigenen Mailbox.
  6. Erst denken, dann posten: Ein Klick und schon ist es passiert. Noch nie waren Inhalte so schnell öffentlich verfügbar wie heute. Derbe Kommentare, Fotos von Trinkspielen oder radikale politische Ansichten sind von Personalisten besonders ungern gesehen.
  7. Aktiv sein: Aktivität zeugt von Engagement. Wer regelmäßig (sinnvolle) Beiträge postet, die im Idealfall auch noch bestehende Expertise oder ehrenamtliches Engagement untermauern, ist bei der Jobsuche im Vorteil.
  8. Privatsphäre Einstellungen: Es soll nur das an die Öffentlichkeit, was auch wirklich dafür bestimmt ist? Dann ist ein regelmäßiger Check der Privatsphäre-Einstellungen unerlässlich. Durch häufige Änderungen (speziell bei Facebook) sollte darauf zumindest halbjährlich ein Blick geworfen werden.
  9. Eigener Content: Wer sich gerne im Netz bewegt und sein Fachwissen zeigen will, sollte es mit eigenem Content probieren. Es war noch nie so einfach, ein eigenes Blog zu starten oder Videos zu produzieren. Derartiges Engagement wirkt sich auf die Jobsuche immer positiv aus.
  10. Lob von Gleichgesinnten: Das Meisterstück haben Sie geschafft, wenn (Branchen-)kollegen über Sie und Ihre Arbeit wohlwollend schreiben. Besser geht’s nicht!

Bildnachweis: Gonzalo Aragon /Quelle Shutterstock, Alexander Supertramp /Quelle Shutterstock, nito /Quelle Sutterstock

David Kitzmüller

David Kitzmüller ist Marketing-Teamleiter bei karriere.at. Zwischen Werbekampagnen und Performance-Analysen schreibt er in seinen Blogposts über Trends und neueste Entwicklungen in der Webwelt.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren