Personal Austria 2012: Turnsäle, Durchschnittsfallen und digitale Superhelden

von in HR, Inside, Social am Dienstag, 13. November 2012 um 09:16

Vergangene Woche ging sie über die Bühne – die Personal Austria 2012 in Wien. Die größte Messe in Sachen Personalmanagement in Österreich. karriere.at war wie jedes Jahr mit großem Team und eigenen Keynotes am Messestand vertreten. „Individualität als Motor für Innovation“ lautete der Titel des Vortrages von Humangenetiker Markus Hengstschläger. Social-Web-Experte Robert Seeger jun. hielt seine Keynote zum Thema „Social Media als Treibstoff für Recruiting“. Aufgepasst: Im Artikel werden 10 Exemplare des Hengstschläger-Buches „Die Durchschnittsfalle“ verlost. Hier unser Nachbericht – inklusive Video und Fotogalerie!

Zwei Tage lang stand am Wiener Messegelände wieder alles unter HR-Einfluss – themenmäßig zumindest: Mit tausenden Besuchern ist die Personal Austria die größte einschlägige Veranstaltung. Mitten im Geschehen – karriere.at. Einige Impressionen von zwei spannenden Messetagen auf Video:

Wie schon im Vorjahr, in dem ORF-Anchorman Armin Wolf die karriere.at-Keynote hielt, konnten zwei absolute Top-Speaker für die Vorträge am weiß-grünen Messestand gewonnen werden.

Prof. Markus Hengstschläger: „Das Konzept heißt Individualität“

Prof. Markus Hengstschläger

Prof. Markus Hengstschläger

„In diesem Land ist es oft besser, mit der Mehrheit falsch zu liegen, statt alleine Recht zu haben“ – nur eine der vielen Thesen des führenden österreichischen Humangenetikers und Bestsellerautors Prof. Markus Hengstschläger, bei der zustimmendes Raunen durch das Publikum ging. Anhand von eingängigen Beispielen skizzierte der Top-Wissenschaftler, der zuletzt mit seinem Buch „Die Durchschnittsfalle: Gene – Talente – Chancen“ medial reüssierte, warum und wie hierzulande viel Energie aufgewendet wird, um letztendlich durchschnittliche Ergebnisse zu erhalten. Ein Beispiel?

Die Situation: 20 Kinder warten in einem Turnsaal darauf, dass ein Ball aus einer Richtung kommt. Bisher kam er zehnmal jeweils von rechts oder links. Wie würde aber die Politik auf dieses Problem reagieren? Richtig: Mit einer Arbeitsgruppe, die den Auftrag erhält „Findet heraus, woher der Ball kommt.“ Mit dem Output, dass der Ball im Durchschnitt aus der Mitte kommt – und der Empfehlung an die Kinder, sich doch in der Mitte des Saales aufzustellen. Erfolgsaussichten beim Ball-Fangen: Gleich Null. Denn die höchste Wahrscheinlichkeit, dass der Ball überhaupt gefangen wird, liege dann vor, wenn jedes Kind woanders steht – nur niemals zwei an einem Platz. Bildlich steht der Ball natürlich für ein noch nicht bekanntes Zukunfts-Problem, dessen Lösung aber nur dann bewerkstelligt werden kann, wenn sich jemand dorthin stellt, wo es (noch) scheinbar sinnlos ist. Hengstschläger: „Das Konzept heißt Individualität“.

In Bezug auf den Innovationsgeist von Unternehmen eine weitere Analogie des Wissenschaftlers: Einzeller, die in einer Pfütze leben. Solange alle Bedingungen stimmen, reproduzieren sich diese millionenfach einfach durch Zellteilung. Sprich: Aus einem werden zwei idente Tierchen. Ändert sich aber nur eine Kleinigkeit – sei es die Wassertemperatur oder ein Kaugummi, der in der Pfütze landet – sterben alle. Bis auf jene wenigen, die es geschafft haben, spezielle Merkmale auszubilden. Wie? Indem sie ihre gewohnte Pfütze verlassen und mit neuen Tierchen etwas Neues beginnen. Hengstschläger: „Die Fragen der Zukunft kommen immer schneller auf uns zu.“

Zu gewinnen: 10 Ausgaben des Buchs „Die Durchschnittsfalle“ von Markus Hengstschläger

Übrigens: Wie lauten die beiden gängigsten Gegenargumente zum Thema Innovation? „Erstens: Das war schon immer so. Und zweitens: Wir sind mehr“, so Hengstschläger. Dessen aktuelles Buch „Die Durchschnittsfalle“ verlosen wir übrigens: Einfach eine E-Mail mit dem Betreff “Die Durchschnittsfalle” an marketing@karriere.at senden. Die insgesamt zehn Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Social Recruiting: Mehr Liebe – mehr social – mehr Mut

Robert Seeger jun.

Robert Seeger jun.

Thema der zweiten karriere.at-Keynote Social Media und Recruiting: Seit Jahren eines der bestimmenden Themen in Österreichs Personalabteilungen. Robert Seeger jun., Sohn der gleichnamigen ORF-Sportreporterlegende, forderte in seinem Vortrag in erster Linie: mehr Liebe. Seeger: „Talents wollen heute eine Arbeit, die sie lieben. Alleine das Schlagwort ‚Follow your passion‘ wird heute zigfach auf Google gesucht.“ Sein Fazit lautet, dass sich auch Stelleninserate dieser „Passion“ anzupassen hätten – weg von klassischen Aufzählungen hin zu Anforderungen und Leistungen.

Zweitens: Hinsichtlich des Denkens müssten Unternehmen auf Personalsuche „mehr social“ werden – soll heißen, dass gerade im Social Web Unternehmen einem „Brand Striptease“ unterzogen werden. Es wird bewertet, kritisiert und auch gebashed, was das Zeug hält. Frei nach dem Motto: „Wir alle sind analoge Weicheier und digitale Superhelden.“ – Seeger: „Social Media macht Dinge laut und sichtbar und verstärkt sie einfach. Employer Branding findet dabei einfach statt.“ Den großen Unterschied dabei machen die oftmals kleinen, unterschätzten Dinge. Und: Social Media muss von der Führungsebene mitgetragen werden.

Drittens: Mut. Unternehmen müssen genügend Mut aufbringen, um sich von ihren gelernten Kommunikationsschemen zu verabschieden, wenn sie via Facebook, Twitter & Co. kommunizieren wollen. Sobald ein Unternehmen beispielsweise antiquierte Begriffe wie „Lichtbild“ in seiner Recruiting-Kommunikation verwende, vermittle das den Lesern mehr als die bloße Anforderung an das Bewerbungsschreiben. Seeger: „Das schreckt all die ab, die wirklich innovativ sind.“

karriere.at – stellenangebote.at – jobs.at

Ganz nebenbei: karriere.at präsentierte sich heuer erstmals mit seinen neuen Portalen stellenangebote.at und dem hauseigenen Reichweiten-Turbo jobs.at. stellenangebote.at wurde erst vergangene Woche der Öffentlichkeit vorgestellt und richtet sich an Jobsuchende und Unternehmen aus den Bereichen Handwerk, Gewerbe, Handel, Gastronomie und Tourismus. Dass die beiden neuen Portale ebenso gut ankamen wie die eigens gebrandeten Cupcakes versteht sich von selbst …

Bildnachweis: karriere.at/Frenner

 

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren