Personal Austria 2011: Armin Wolf, interessante Gespräche und ein neuer Messestand

von in HR, Inside am Freitag, 21. Oktober 2011 um 12:57

Sie ist der Pflichttermin für jeden, der sich in Österreich mit Personalmanagement beschäftigt: Die Personal Austria. Der Platz, wo man als Interessierter sein sollte, um mehr über Trends und Produktneuheiten zu erfahren und vor allem die Möglichkeit zu interessanten Gesprächen und Diskussionen zu nutzen. Eines der Messehighlights 2011: Die Keynote von ORF-Anchorman und Social Media-Profi Armin Wolf am Messestand von karriere.at. Klicken Sie sich durch die Galerie!

Wissen Sie, was ein Oxymoron ist? Etwas, das einen Widerspruch in sich selbst darstellt. Beispielsweise ein Stelleninserat, das nach einem Social Media Manager sucht, aber in einem „Holzmedium“ geschalten wird. Mit diesem Vergleich startete Armin Wolf in sein Referat mit dem Titel „Seriöse Inhalte via Social Media – Können Facebook, Twitter & Co auch mal ernst sein?“ Eine wesentliche Frage für alle, die Social Networks für ihren Unternehmensauftritt, Personalmarketing oder auch für die Personalsuche nutzen (möchten). Armin Wolf, mit 29.000 Followern unangefochtete Nummer Eins in der österreichischen Twitteria, gab einen spannenden Einblick in in das geänderte Nutzungsverhalten der Medienkonsumenten. Fakten, die jeder, der mit seinen Inhalten eine interessierte Öffentlichkeit erreichen möchte, beherzigen sollte. Ein Auszug:

  • 9:43 Stunden betrug im Jahr 2010 die durchschnittliche Mediennutzung eines Durchschnitts-Deutschen pro Tag (die sich nicht wesentlich von der eines Durchschnitts-Österreichers unterscheidet). TV (220 Minuten) und Radio (187 Minuten) liegen noch klar in Führung, 83 Minuten werden täglich für Internet aufgewendet. Tageszeitungen liegen mit 23 Minuten täglicher Nutzung dahinter.
  • „Three Screen Generation“: Die  Gruppe der Unter-30-Jährigen ist hinsichtlich ihrer Nutzungshäufigkeit hauptsächlich mit elektronischen Medien erreichbar. 99 Prozent nutzen Internet, 95 Handy und 84 Prozent TV.
  • Seriöse Inhalte wie Fernsehnachrichten an fixen Sendeplätzen sind hauptsächlich Sache älterer Zuseher: In den USA liegt das Alter der Seher von TV-News bei 62 Jahren. Das Durchschnittsalter der Amerikaner insgesamt: 36 Jahre! Und: Das Interesse der Zuseher an den Nachrichten korreliert genau mit dem Alter der Zuseher. Je älter, umso größer das Interesse.
  • Armin Wolf schließt daraus: „Das Nachrichtenverhalten bildet sich im Alter von 20 bis 25 Jahren.“ Die Folge daraus: Heute 15-Jährige sind nicht mehr mit dem Ritual der 19-Uhr-30-ZIB aufgewachsen, sondern mit „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“.
  • Der Nachrichtenkonsum der „Digital Natives“ erfolgt häppchenweise und über den gesamten Tag verteilt, nach dem Motto „Grazing, Scanning, Snacking, Zapping“. Nur wenn ein Thema besonderes Interesse hervorruft, entscheidet sich der Konsument für einen „Deep Dive“, um Hintergründe zu erfahren.
  • Dazu passendes Zitat eines (unbekannten) Studenten: „If the news is that important, it will find me.“

Die neue Macht der Konsumenten

Keine leichten Vorgaben für Unternehmen, die in erster Linie auf konservative Konzernkommunikation, Employer-Branding- oder Personalmarketing-Kanäle gesetzt haben. Denn die Kunden- und/oder Bewerberkontakte haben sich mit Einzug der Social Networks und Bewertungsplattformen aller Art geändert. Facts dazu:

  • Mehr als 2,6 Millionen Österreicher sind derzeit auf Facebook vertreten. Drei von vier registrierten Usern sind unter 35.
  • Interessant ist, was unterhaltsam ist. Was relevant ist. Und was empfohlen wird.
  • Konsumenten sind sich ihrer neuen Macht und Interaktionsmöglichkeiten durchaus bewusst. Wolf: „Das geht soweit, dass verärgerte Kunden bei Unternehmen anrufen und sagen: ‚Geld zurück oder Twitter.'“
  • Der Grundsatz „Markets are Conversations“ ist auch auf die Kommunikation im Social Web zwingend anwendbar. Social Media ist Kommunikation in beide Richtungen.

Twitter als Recherche-Tool

Armin Wolf selbst nutzt Twitter professionell. Auch um Fragen für Interviews mit Studiogästen zu generieren, über deren Wirkungsbereich er selbst wenig weiß (z.B. Fußball). Aber auch, um Recherchen voranzutreiben – und Dokumente zugespielt zu bekommen. Wolf, der rund eine Stunde täglich für Twitter aufwendet: „Wenn Sie den richtigen Leuten auf Twitter folgen, kriegen Sie Sachen mit, die Sie sonst nie mitkriegen würden.“

Bezogen auf Personalmarketingmaßnahmen sei das Social Web vielfach noch stark unterschätzt, ist Wolf überzeugt. Beispiel: Ein im September vom Axel Springer Verlag auf YouTube gelaunchten Recruiting-Videos „Media Entrepreneurs“, das binnen weniger Wochen 215.000 Mal angesehen wurde. „Diese Stellenanzeige können Sie gar nicht schalten“.

 

Ein Rundblick am Stand von karriere.at auf der Personal Austria 2011:

 

 

 

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren