Die Arbeitswelt der Frau S: Nicht ohne meinen Perfektionismus!

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 2. Mai 2013 um 08:54

Heute soll es der Perfektion mal an ihren ach so perfekten Kragen gehen. Perfektion in allen Ehren, aber muss man wirklich immer und überall 100 % geben?! Wir leben in einer Gesellschaft, in der alles schneller, alles besser laufen muss. Guter Wille reicht schon lange nicht mehr und wer nicht spurt, kommt unter die Spur – so einfach ist das! Oder gehen gerade die Pferde mit mir durch und alles ist nur halb so schlimm – halb so perfekt? Schauen wir uns die Sache doch mal näher an.

Eine Gastkolumne von Sandra Gortva

Mein höchstes Ziel: Perfektion!

Perfektionismus hat wohl schon eine lange Tradition. Manche verlangen ihn rigoros von anderen. Manch andere wiederum gehen mit sich selbst strenger als der oberste Gerichtshof um und geben sich nicht mit einer guten Arbeit ab. Nein, Perfektion wird angestrebt und wird dieses Ziel nicht erreicht, sieht man vor lauter Frustration, Ärger und Enttäuschung gar nicht mehr, was man doch eigentlich erreicht hat. Und schleppt jedes Mal von Neuem die selbst gebaute Guillotine an und steckt freiwillig den Kopf darunter. Amnesty International für Perfektionisten wäre hier mal echt angebracht. Die Krönung dieser ganzen Gruppierungen sind aber bestimmt jene, die sowohl von sich selbst, als auch von allen anderen immer mehr als das Beste abverlangen. Tja und so geißeln und peitschen die meisten sich und gleich die anderen mit dazu durch die perfekte Arbeitswelt. Das wohl eigenartigste aber dabei scheint, dass diese „Methode“ mittlerweile zu einem „normalen“ Zustand geworden ist. Schon etwas seltsam, nicht?

Perfektions-Leichen

Woher mag diese ganze Sache mit dem Perfektionismus herkommen? Oder vielmehr: Wozu dient mir dieser Perfektionismus, sollte man sich eher fragen. Vor lauter höher, schneller und besser muss man letztendlich irgendwann mal straucheln, wenn nicht sogar auf der Strecke liegen bleiben. Passiert das, sagen dann viele „Ts, so ein Weichei! Mir wird das bestimmt nicht passieren!“ Na gut, das sagt er natürlich nur solange bis er selbst am Boden liegt und der nächste dann über ihn hinweg steigt. Eine never ending story eben!

SuperheldInnen der Arbeit

Also muss das denn wirklich sein?! Ich sage einfach mal ganz frech: NÖ! Meiner einer plädiert hier dafür, mit Spaß an die Arbeit zu gehen. Dafür, sich selbst und anderen einzugestehen, dass es nicht unbedingt Perfektionismus braucht um Erfolg zu haben, wenn ich mit Motivation an die Sache ran gehe. Denn eine gute Arbeit ist eine gute Arbeit. Punkt und aus und vor allem kein aber. Geißelung und Angst lähmen uns und vor allem unser Gehirn doch bloß. Wer kann denn bitte mit einem verkrampften Gehirn arbeiten?! Das ist dann so dermaßen damit beschäftigt, sich zu verkrampfen, dass es für alles andere ja gar keinen Kopf hat! Und jetzt müssen alle PerfektionistInnen nochmal ganz hart im Nehmen sein – denn hier kommt die bittere Wahrheit: Die wahren Gewinner sind jene, die sich nicht das Unmögliche abverlangen. Jene, die auch mal über sich selbst lachen können. Jene, die vor allem aus ihren Misserfolgen lernen. Jene, die einfach gerne arbeiten, weil sie gerne etwas schaffen und nicht um sich selbst oder anderen etwas beweisen oder vormachen wollen. Jene, die „perfekt“ mit ihren Grenzen umzugehen wissen. Das sind in meinen Augen die wahren SuperheldInnen der Arbeit! Und ein Superheld schlummert in jedem von uns.

Eine kleine Übung

Zum Schluss möchte ich noch eine einfache Übung mit euch, meinen LeserInnen, machen. Dauert nicht lange. Versprochen. In sich reinhören lautet hier die Devise. Zuerst nehmen wir uns den Satz vor: „Ich muss überall perfekt sein“ oder diesen „100 % geben ist noch viel zu wenig“ eventuell auch noch jenen „Fehler sind nicht erlaubt“. So und jetzt kommen folgende Sätze: „Wenn ich mein Bestes gebe, ist das immer noch mehr als genug“, „Ich brauche kein Perfektionist zu sein um gute Arbeit zu leisten“. Und jetzt mal ganz ehrlich, bei welchen Sätzen verkrampfe ich mich nicht innerlich? Fühle eventuell sogar eine leichte Art von Entspannung?! Das rauszufinden überlasse ich jetzt einfach mal jedem selbst und wünsche einen erfolgreichen, sowie entspannten Arbeitstag – denn ja beides gleichzeitig ist wirklich möglich ;)

Über die Autorin:

Man könnte mich als Globetrotterin der Arbeitswelt bezeichnen. Die verschiedensten Wege bin ich bereits gegangen und unterschiedlichste Jobs sowie Job-Positionen haben meine berufliche Reise geprägt. Manch einer wird sich deswegen bestimmt in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Wenn nicht, dann vielleicht zumindest den einen oder anderen Tipp und Trick für seinen Weg mitnehmen können. Die Welt der Arbeit mal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mittendrin und voll dabei lautet bei mir das Motto (auch in meinem Blog: santown’s blog). Viel Spaß beim Eintauchen in die Arbeitswelt der Frau S.!

Bildnachweis: Patrick Breig / Quelle Shutterstock

Redaktion

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