Pension: Nicht alle wollen früher gehen!

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt am Montag, 28. Oktober 2013 um 11:37

Zugegeben – das Thema Pension ist für viele von uns noch weit, weit weg. Vielleicht zu weit? Statistik Austria hat sich kürzlich mit der Frage beschäftigt, welche Faktoren es eigentlich sind, die für ein längeres oder kürzeres Arbeitsleben sorgen. Spannend ist auch, dass das geplante Alter des Ruhestandes deutlich über dem realen liegt – sprich: Die Österreicher gehen früher in Pension, als sie ursprünglich vorhaben. Doch warum ist das so?

Knapp die Hälfte würde länger arbeiten

Weshalb gehen Menschen früher in Rente bzw. was würde sie länger im Erwerbsleben halten? Dieser spannenden und – vor allem für die Zukunft – durchaus berechtigten Frage ging Statistik Austria mit der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung nach. Das Ergebnis: Für 47,5 Prozent der 50- bis 69-Jährigen, die aktuell oder früher erwerbstätig waren, wäre eine längere Dienstzeit durchaus vorstellbar. Davon wiederum die Hälfte sieht den eigenen Gesundheitszustand als Grund für den Zeitpunkt der Pensionierung.

Mehr Gehalt bzw. höhere Pension

Zentrale Einflussfaktoren in Hinblick auf eine Verlängerung des ErwerbslebensNeben der Gesundheit sind auch finanzielle Faktoren ausschlaggegebend: Für 48,3 Prozent der Befragten wäre Geld der Grund, länger zu arbeiten. Konkret würden 39 Prozent ihre Berufstätigkeit für ein höheres Gehalt bzw. 38,6 Prozent für eine höhere Pension verlängern. Auf Patz drei liegt das „Vorhandensein eines Arbeitsplatzes“ – eine Antwort die zeigt, dass ein Großteil der frühen Pensionierungen nicht unbedingt freiwilliger Natur ist.

Bessere Bedingungen und mehr Flexibilität

Bedenkt man, dass die Bevölkerung künftig nicht jünger wird und Unternehmen es sich noch weniger leisten werden können, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren, sind besonders jene Faktoren spannend, die eine längere Dienstzeit ermöglichen. Diese wären:

  • Gesundheitsschonendere Arbeitsbedingungen: Für 29,3 Prozent der Befragten spielen diese eine Rolle.
  • Flexiblere Arbeitszeiten: Länger im Job als geplant würden knapp 17 Prozent der Österreicher bleiben, wenn sie die Möglichkeit hätten, sich ihre Arbeitszeit flexibel einzuteilen.
  • Tätigkeitswechsel: Könnten sie einer anderen Tätigkeit nachgehen als bisher, würden immerhin 15 Prozent länger im Job bleiben.
  • Bessere Infos: Wissen ist Macht – dieser Spruch gilt auch und gerade, wenn es um das heikle Thema Pensionierung geht. Knapp 15 Prozent der Befragten gaben an, dass bessere Infos über die Folgen eines späteren Pensionsantritts den Ausschlag für einen solchen geben könnten bzw. geben hätten können.
  • Arbeitsklima: Bessere Stimmung am Arbeitsplatz wurde von jedem zehnten Befragten als Voraussetzung für eine längere Berufstätigkeit angeführt
  • Weiterbildung: Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung ist für 6,3 Prozent der 50- bis 69-Jährigen ein Motivationsfaktor.

Mit 62,6 Jahren in den Ruhestand

diversity_jung_altWann also wollen die Österreicher in Pension gehen? Durchschnittlich ergibt sich auf die Frage nach dem geplanten Erwerbsende ein Alter von 62,6 Jahren. 50- bis 69-Jährige Männer planten demnach ihr Berufsleben mit 63,5 Jahren zu beenden, Frauen mit 61,4 Jahren. Jene Befragten, die bereits in den Ruhestand getreten sind, taten dies jedoch deutlich früher, so die Studie. Demnach betrug das durchschnittliche Pensionsalter bei Männern 58,7 und bei Frauen 57,4 Jahre. Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen in Österreich mit 43,1 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 48,9 Prozent liegt.

Arbeitgeber müssen handeln: Jetzt

Diese Ergebnisse dürften besonders spannend für die Seite der Arbeitgeber sein – die sich in Zukunft verstärkt mit Themen wie Diversity oder Arbeitgeberattraktivität auseinandersetzen müssen. Sieht man sich jene Faktoren, die für einen längeren Verbleib im Arbeitsleben stehen, genauer an, so zeigt sich, dass es sich dabei großteils um sehr nachvollziehbare, vernünftige und eigentlich einfach umsetzbare Forderungen handelt.

Bildnachweis: Nelosa / Quelle Shutterstock, ollyy / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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