Pendlerpauschale 2013 – Übersicht: Was kommt da auf uns zu?

von in Arbeitsleben am Montag, 26. November 2012 um 11:50

In Österreich steht eine Neuordnung der Penderpauschale ab 2013 am Programm. Sofern sich die Parteien im Wahljahr 2013 einigen. Aktuell wird diskutiert, eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt. Gerechtere Verteilung und insgesamt mehr Geld für die rund eine Million Pendler in Österreich – so kann man die Forderungen schnell zusammenfassen. Vor allem Teilzeitbeschäftigte und Niedrigverdiener sollen profitieren. Abstriche machen müssen hingegen Dienstwagenfahrer. Über die Notwendigkeit einer Reform gibt es wenig Zweifel. Über Art und Weise sowie die Zielsetzung dieser gibt es hingegen sehr unterschiedliche Auffassungen.

Teilzeitbeschäftige und Niedrigverdiener als Profiteure

Wie eingangs erwähnt sollen künftig Teilzeitbeschäftigte vom Pendlerpauschale Neu profitieren. Zudem soll es auch für Niedrigverdiener mehr Geld geben. Die ÖVP will grundsätzlich am aktuellen Modell (siehe unten) der großen und kleinen Pendlerpauschale festhalten. Das neue System soll jedoch gerechter werden, die bisherige 20-Kilometer-Einteilung durch eine neue fünf-Kilometer-Regelung verfeinert werden. Eine ursprünglich diskutierte kilometergenaue Abrechnung wurde übrigens wieder fallengelassen. Hier auch ein paar Zahlen und Fakten zur Reform: Die Förderrichtsätze sollen um rund 14 Prozent auf maximal 3855 Euro jährlich steigen, der Zuschlag für Niedrigverdiener von 141 auf 290 Euro mehr als verdoppelt werden. Weiters sollen Personen, die nicht täglich pendeln müssen, ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Die Regelung, dass man mehr als zehnmal monatlich pendeln muss, um einen Zuschuss zu bekommen, soll fallen.

Einkommensobergrenze für das Pendlergeld?

Eine Einkommensobergrenze, ab der das Pauschale nicht mehr ausbezahlt wird, kann sich hingegen SPÖ-Staatssekretär Andreas Schieder vorstellen. Er plädiert auch darauf, die Umweltkomponente stärker zu berücksichtigen. Eine Gleichstellung von Autofahrern und Nutzern des öffentlichen Verkehrsnetzes fordern die Grünen, ebenso sprechen sich Greenpeace und der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) für eine Ökologisierung aus. Für den Verkehrsclub ARBÖ ist der Reformvorschlag “ein Witz“. Die Mehrkosten, die durch eine reformierte Pendlerpauschale entstehen würden, liegen bei 110 Millionen Euro. Budgetiert sind diese nicht. Grund, an einer sehr raschen Umsetzung der Reform zu zweifeln, gibt es demnach.

Eine Übersicht: Der Status quo

Aktuell gibt es in Österreich das Modell der Kleinen und großen Pendlerpauschale. Das kleine Pendlerpauschale gilt, so die Info des Bundesministeriums für Finanzen, für Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz mindestens 20 Kilometer von der Wohnung entfernt ist und denen die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels möglich und zumutbar ist. Ab 20 Kilometer ergibt sich für diese Gruppe eine Betrag von 58 Euro monatlich, ab 40 Kilometer sind es 113 Euro und ab 60 Kilometer 168 Euro. Das große Pendlerpauschale gilt für Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz mindestens zwei Kilometer von der Wohnung entfernt ist, denen aber die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels nicht möglich oder zumutbar ist. Hier ergeben sich im Vergleich für eine Entfernung ab 20 Kilometer 123 Euro monatlich.

Bildnachweis: oli_ok / Quelle Photocase, Grafik: BMF

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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