Wie war das nochmal…?? Wer Pause macht, merkt sich Dinge besser

von in Arbeitsleben am Freitag, 27. Juli 2012 um 09:05

Rechtzeitig zur 10:00 Pause – die Bestätigung dafür, was die meisten Arbeitnehmer ohnehin wissen: Pausen sind nicht nur dazu da, die Arbeitstage zu verkürzen, sondern helfen uns tatsächlich dabei, besser zu arbeiten. Eine aktuelle Studie belegt nun, dass uns gezielt getimte Enstpannungsphasen dabei helfen können, uns Dinge besser merken zu können. Nachsatz: Pausen, in denen man sich mit Spielchen ablenkt, nützen weitaus weniger als wenn man sich wirklich entspannt.

Man kennt ihn, diesen Typus von Arbeitskollegen: Ständig gestresst, ständig tausend Dinge im Kopf, ständig am Machen. Aber Dinge, die vor wenigen Tagen im Meeting lang und breit besprochen wurden, scheinen plötzlich aus seiner Erinnerung gelöscht zu sein. Rätselhaft.

Relax – and remember!

Einen möglichen Lösungsansatz liefert nun eine Studie der University of Edinburgh, über die wissenschaft.de berichtet: Pausen helfen Menschen dabei, sich Dinge besser zu merken – vor allem dann, wenn man sich nicht durch vermeintliche Gedächtnisübungen wie Kreuzworträtsel oder Suchbilder ablenkt. Forscherin Michaela Dewar: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Bildung von neuen Erinnerungen nicht nach ein paar Sekunden abgeschlossen ist. In der Tat beweist unsere Arbeit, dass Aktivitäten, mit denen wir uns in den ersten paar Minuten nach dem Hören der neuen Informationen beschäftigen, einen Einfluss darauf haben, wie gut wir uns auch noch eine Woche später an diese Information erinnern.“

Das Experiment teilte sich in zwei Etappen auf: Zunächst erzählten die Forscher ihren Probanden (61 bis 87 Jahre alt) zwei Kurzgeschichten. Ein Teil davon durfte sich danach in einem abgedunkelten Raum entspannen, die anderen mussten zehn Minuten lang Unterschiede auf Suchbildern finden. Gleich danach und auch dann nach einer Woche mussten sie die Inhalte nacherzählen. Im zweiten Teil der Studie wurde derselbe Versuch wiederholt, nur wurde die Nacherzählung nach der Pause weggelassen.

Effekt: Teilnehmer, die sich ausruhen durften, merkten sich durchschnittlich mehr als 90 Prozent der Geschichten, die Spielchen-Gruppe nur rund 75 Prozent. Ähnlich das Ergebnis nach einer Woche: 80 Prozent die Pausen-Afficionados, 60 Prozent die Suchbild-Löser.

Viele machen gar keine Pause

Gerade vor dem Hintergrund, dass ein großer Teil der Arbeitnehmer ständig durcharbeitet (aus welchen Gründen auch immer), sollte man sich das Ergebnis der Untersuchung zu Herzen nehmen. Letzlich tut man mit der Kaffeepause ja auch seinem Chef etwas Gutes. Genießen Sie sie.

Bildnachweis: colourbox.com

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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