Online lernen: Virtuelle Universitäten stehen jedem offen

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 11. September 2014 um 10:37

Wer einen Kurs in Stanford, Harvard oder Oxford belegen möchte, muss dafür nicht einmal sein Wohnzimmer verlassen. Auch eine Zulassungsprüfung ist nicht notwendig: MOOC macht es möglich. Die Abkürzung steht für „Massive Open Online Course“ und macht universitäre Lehrveranstaltungen für alle zugänglich. MOOC-Plattformen wie Coursera boomen und immer mehr Studierende nehmen im virtuellen Hörsaal Platz.

Weiterbildung an der Universität im Netz

Der Weg zum Universitätskurs ist nicht weit und ohne Zulassungsprüfung oder spezielle Voraussetzungen zu meistern. Alles, was man dafür braucht, ist ein Rechner mit Internetzugang und Lust am Lernen. MOOCs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, vor allem in den Vereinigten Staaten. Die Begeisterung fürs Fernlernen am Computer ist aber längst nach Europa übergeschwappt. Abgesehen vom technischen Equipment muss man für die Onlinekurse nur zwei Dinge mitbringen: Durchhaltevermögen und Motivation, um den mehrwöchigen Kurs zu bewältigen. Für manche MOOCs muss man nur zwei Stunden Zeit pro Woche aufwenden, andere beanspruchen für die Bearbeitung bis zu zehn Stunden wöchentlich. Die interkativen Kurse ersetzen natürlich kein Universitätsstudium, können die Lehre aber ergänzen, auf ein Studium vorbereiten oder aus persönlichem oder beruflichem Interesse absolviert werden. Der einfache Zugang zum Unterricht ist ein großer Pluspunkt, der persönliche Kontakt zu Lehrenden oder Mitstreitern fehlt bei der Massenausbildung allerdings.

Von Harvard bis Yale: Top-Unis stellen Kurse online

HarvardMOOCs werden von Hochschulen, Dozenten und Bildungseinrichtungen produziert. Neben US-Universitäten, darunter auch Elite-Unis wie Yale, Harvard, Stanford und Berkeley, produzieren mittlerweile Bildungseinrichtungen aus aller Welt Vorlesungen fürs Web. Wer sich auf den großen Anbieterplattformen umsieht, wird schnell feststellen, dass die thematische Bandbreite der angebotenen Vorlesungen enorm ist.

Interaktive Vorlesungen lösen das alte E-Learning ab

Jede Einheit setzt sich aus Videos, Skripten und interaktiven Elementen zusammen und wird von einem oder mehreren Universitätsdozenten betreut. Als Teilnehmer sieht man sich nicht nur die Inhalte an, sondern wird mit Aufgaben oder kurzen Quizzes auch selbst gefordert. Das Kursangebot mit Teilnahmebestätigung ist grundsätzlich kostenlos. Manche Plattformen bieten auch Abschlusstests, Klausuren oder den Erwerb von Zertifikaten an. Mit einigen Kursen kann man damit auch ECTS-Punkte für sein Hochschulstudium sammeln.

Skandinavischer Film und Apps programmieren: Stöbern im Kursprogramm der MOOC-Universitäten

  • Coursera wurde von den beiden Stanford-Professoren Daphne Koller und Andrew Ng gegründet und zählt mittlerweile zu den beliebtesten MOOC-Plattformen. Rund 8 Millionen Teilnehmer aus über 190 Ländern nehmen mittlerweile an den Onlinekursen teil. Der Großteil der Kurse ist auf Englisch. Das Angebot ist sehr breit gefächert. Wer sich für skandinavischen Film oder die Geschichte der Rockmusik interessiert, wird hier genauso fündig wie jene, die sich in Chemie, Mathematik, Marketing oder Informatik weiterbilden möchten.
  • Die Non-Profit-Organisation edX ist ein Projekt der Harvard University und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT). Hier geben sich das Kursangebot technischer Hochschulen wie Caltech, Berkeley, Harvard und TU München ein Stelldichein.
  • Iversity ist eine Online-Plattform mit Sitz in Deutschland, viele Kurse werden auf Deutsch angeboten.
  • OpenHPI: Die MOOC-Plattform des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts hat sich auf IT-Kurse spezialisiert.
  • Auf Udacity bietet unter anderem Kurse von Google an. Die Teilnahme ist kostenpflichtig, für einige Kurse gibt es aber gratis Testzugänge.
  • Futurelearn ist ein britisches MOOC. Mit an Bord sind rund 20 Universitäten und Bildungseinrichtungen wie das British Museum.

Bildnachweis: goodluz /Shutterstock; cdrin /Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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