Online Bewerbung – Tipps zu Dos und Dont’s im Web

von in Bewerbung, Jobsuche am Mittwoch, 29. September 2010 um 08:31

„Es ist einfach ärgerlich, wenn ich eine Bewerbung dreifach bekomme: Per Post, als E-Mail und auch noch über das Online-Formular“, knurrte eine befreundete Personalistin kürzlich. Wenn tags darauf auch noch die Nachfrage eintrifft, ob „eh alles eingetroffen“ sei, hat man zwar in der Personalabteilung den Wiedererkennungswert seines Namens gesichert, allerdings nicht zum Guten. Denn Personalisten schätzen es heute knapp und übersichtlich. Wie ihr euch den künftigen Personalchef bereits mit der Online Bewerbung zum Freund macht – in zehn Schritten.

Online-Bewerbung – aber richtig!

  1. Vorab klären, was das Unternehmen wünscht! Halte dich strikt an das, was das Unternehmen in der Stellenausschreibung oder auf seiner Karriere-Seite angibt. Steht dort „Per E-Mail“, dann schicke deine Unterlagen auch wirklich nur per E-Mail. Die gut gemeinte Dreifach-Ausführung der Bewerbungsunterlagen kommt bei Personalverantwortlichen in der Regel als lästig an. Wenn du unsicher bist, in welcher Form die Bewerbung gewünscht wird: Ein Anruf im Vorzimmer der HR-Abteilung gibt immer Klarheit.
  2. Verwende eine seriöse E-Mail-Adresse! mauserl87@xxx.com kommt bei Personalentscheidern eher schlecht an. Im Idealfall beinhaltet eine professionelle E-Mail-Adresse Vor- und Nachname in vollen Worten (maria.musterfrau@…) oder zumindest den vollständigen Familiennamen (m.musterfrau@…). Schicke deine Bewerbung über ein Mailprogramm wie Outlook, um lästige mitgeschickte Werbung in deiner Online Bewerbung zu vermeiden.
  3. Auf Form und Einzigartigkeit der E-Mail achten! Drei Dinge sind hier im Speziellen zu beachten: Die Betreffszeile der E-Mail sollte sich erstens mit dem Betreff des Anschreibens decken. Weiters solltest du unbedingt eine Signatur anfügen, die deine Telefonnummer beinhaltet. Drittens: Der Text des E-Mails sollte – speziell bei mehreren Bewerbungen – für jedes Unternehmen indviduell („…besonders interessiert mich an Ihrem Unternehmen…“) und formal einwandfrei („Mit freundlichen Grüßen“ statt „glg“) verfasst sein und Engagement vermitteln („Für Rückfragen bin ich jederzeit erreichbar“).
  4. Anhänge immer in einer PDF-Datei schicken! Die Zeit von Personalisten, sich mit einzelnen Bewerbungsschreiben zu befassen, ist enden wollend. In der Regel werden die Unterlagen schnell ausgedruckt. Hilf der Personalabteilung beim Zeit sparen, indem du ihnen nicht sechs verschiedene Attachments zum Öffnen vorsetzt.
  5. Minimiere die Dateigröße! Eine Online Bewerbung sollte insgesamt eine Größe von zwei Megabyte nicht überschreiten.
  6. Mut zum Weglassen! Leistung liegt nicht darin, möglichst viele Seminarzeugnisse in schlechter Qualität einzuscannen, sondern darin, weniger wichtige wegzulassen. Ergänzungen kannst du in eigenen Liste anführen und anmerken, dass die Bestätigungen auf Wunsch gerne nachgereicht werden.
  7. Unterschrift als Bonus! Im Idealfall setzt du deine Unterschrift in der Online Bewerbung als kleinen Scan unter Anschreiben UND Lebenslauf. Damit bestätigst du die Richtigkeit Ihrer Unterlagen. Selbstverständlich sollten beide Dokumente auch (richtig) datiert sein.
  8. Foto im Lebenslauf! Am Lebenslauf sollte ein Foto von dir zu finden sein. Wie ein Bild im besten Fall aussieht, kannst du hier nachlesen . Auch wenn das Thema „anonyme Bewerbung“ immer stärker diskutiert wird: Ein ordentliches Bewerbungsfoto wird in Österreich in der Regel noch verlangt.
  9. Probemail! Auch wenn es lächerlich klingt: Versende deine Unterlagen einmal zur Probe. An die Schwester, den Papa oder an eine zweite, private Mailadresse. Das gewährleistet einerseits, dass alle Daten unbeschädigt durch die Leitung gehen (jeder weiß, wie oft etwas „nicht durchgeht“). Andererseits fallen Unbeteiligten oft die peinlichsten, weil offensichtlichsten Rechtschreib- oder Formalfehler auf, die man selbst schon 100 Mal übersehen hat.
  10. Der richtige Zeitpunkt zum „Nachfragen“! Gleich am nächsten Tag nachzufragen, ist mehr als peinlich. Solltest du nach zwei bis drei Wochen noch nichts vom Unternehmen gehört haben, kannst du aber  nachfragen.
Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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