„Leider konnte ich Ihre Stellenanzeige nicht berücksichtigen…“ – Wie man offene Jobs auch ablehnen kann

von in Bewerbung, Jobsuche am Montag, 14. Februar 2011 um 15:00

Dass wochen-, monate- oder gar jahrelange Bewerbungsphasen mitunter das frustrierendste sind, was ein Arbeitsleben zu bieten hat, davon kann wohl jeder aktiv Jobsuchende ein Lied singen. Wenn eine Absage auf die andere folgt. Der deutsche Satiriker Jürgen Sprenziger zäumte für eines seiner Bücher das Pferd von hinten auf. Er selbst schickte an stellenausschreibende Unternehmen jeweils Absagen. Prädikat: Bringt Farbe in den tristen Bewerbungsalltag!

„Sehr geehrter Herr Mustermann! Vielen Dank für Ihre Bewerbung. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihre hohen Qualifikationen … “: So oder so ähnlich beginnen Briefe oder Mails von Personalabteilungen oder Personalberatern fast immer, wenn es sich um Absagen auf Stellenausschreibungen dreht. Und jeder, der in seinem Leben bereits einmal längere Bewerbungsphasen durchgemacht hat, kennt diese Schreiben bis ins letzte Detail. 08-15-Schreiben nach Schema F.

Wie frustrierend Bewerbungsprozesse mitunter für Arbeitssuchende sein können, lässt allein schon die Reihe an Kommentaren zu unserem Artikel „Sie nerven – Fünf Dinge, die eine gute Bewerbung ausmachen“ erahnen. Solche vorgefertigten, nichtssagenden Schreiben sind es dann, die bei Jobsuchenden die Frustration noch weiter wachsen lassen.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Perfekte Gelegenheit dazu gibt das Buch von Satiriker Jürgen Sprenzinger: Sehr geehrter Herr Hornbach, um ein Haar hätte ich mich bei Ihnen beworben – Absagen auf unverlangte Stellenanzeigen (erschienen im Knaur Taschenbuch Verlag). Der Autor verschickte für das Buch beinhart Absagen an stellenausschreibende Unternehmen – verkehrte also die Bewerbungs-Realität um 180 Grad, indem er den „Bittsteller“ (eine Rolle, in die jeder Langzeit-Bewerber automatisch gedrängt wird) in der Machtposition positioniert. In seinen Schreiben legt der Autor schonungslos Sinn und Unsinn von Stellenangebots-Texten offen und persifliert oben erwähnte Absagen von Unternehmen mit schrägem, abstrusem Sprachwitz.

Beispiele gefällig?
Einer Firma, die zwei Elektroinstallateure suchte, schrieb der Autor beispielsweise: „Sehr geehrte Damen und Herren, ursprünglich wollte ich mich bei Ihnen bewerben, doch dann fiel mir auf, dass ich leider nur ein Ingenieur bin. Ich war bislang immer nur einer und nie zwei, obwohl es natürlich schon sehr praktisch wäre, zu zweit zu sein, dann wäre man nicht immer so allein.“ Oder: „Vielen Dank für Ihre Stellenanzeige in meinem Exemplar der Augsburger Allgemeinen und das Vertrauen, das Sie damit meiner Person entgegengebracht haben. Leider konnte ich aufgrund der Vielzahl der Stellenanzeigen Ihre Stellenanzeige nicht berücksichtigen und muss daher von einer Bewerbung für eine Tätigkeit in Ihrem Haus absehen.“

Tipp von karriere.at für Bewerber und Personalabteilungen: Lesen.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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