HR-Manager erzählt: Die fünf No-Gos im Bewerbungsgespräch

von in Bewerbung am Dienstag, 25. Februar 2014 um 11:35

Das Bewerbungsgespräch ist DER entscheidende Moment, wenn es um die Frage geht: „Neuer Job, ja oder nein?“ karriere.at-HR-Manager Thomas Olbrich plaudert aus dem Nähkästchen und verrät, was für ihn die No-Gos im Bewerbungsgespräch sind. Wir haben seine Top 5 der fatalen Fehler im Jobinterview zusammengefasst:

„Es gibt Situationen in einem Bewerbungsgespräch, die alles andere als einfach sind“

  • Thomas Olbrich, HR-Manager karriere.at

    Thomas Olbrich, HR-Manager karriere.at

    Schweigen: Die Redewendung „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ mag zwar in vielen Situationen stimmen, für ein Bewerbungsgespräch ist sie jedoch falscher als falsch. „Das Schlimmste ist, wenn einem jemand gegenüber sitzt, der einfach nichts sagt„, berichet Olbrich. Nervosität ist normal und menschlich, Versprecher auch. Nichts zu sagen schafft jedoch eine für beide Seiten unangenehme Situation. „Dauerreden ist jedoch auch nicht das Richtige“, so der HR-Profi. Man sollte versuchen, ruhig und authentisch zu sprechen und sich nicht zu verstellen.

  • Unwissenheit: „Es kommt immer wieder vor, dass Bewerber völlig unvorbereitet in ein Gespräch kommen. Das zeigt sich etwa daran, dass sie nicht wissen, was die Firma, bei der sie sich gerade bewerben, eigentlich macht.“ Dass dies kein cleverer Zug ist, ist klar. „Jeder Bewerber sollte wissen, was die Firma macht, welche Unternehmenswerte es gibt, etc. Ein Blick auf die Firmenwebsite oder auch die Suche im Internet hilft dabei weiter“, so Olbrich.
  • Keine Vorstellung: Ein weiteres No-Go für das Vorstellungsgespräch ist es, keine Vorstellung davon zu haben, wie das künftige Gehalt aussehen könnte. „Manche Bewerber sagen auf die Frage nach dem Gehalt zum Beispiel: „Da kommen wir sicher zusammen.“ oder „Sagen Sie etwas.“ Der HR-Profi rät den Bewerbern dazu, sich vorher zu überlegen, mit welchem Gehalt sie zufrieden wären. „Wer sich jedoch zu stark auf einen Betrag festlegt, kann eine Absage riskieren. Jeder sollte sich einen Plan machen, was er wert ist bzw. sich fragen, wie viel dem Unternehmen die ausgeschriebene Position wert sein könnte.“ Auch hier ist jedoch die individuelle Situation entscheidend. „Einem Uni-Absolventen etwa verzeiht man hier sicher viel mehr als einem bereits erfahrenen Arbeitnehmer.“
  • Unehrlichkeit: Es gibt Situationen in einem Bewerbungsgespräch, die alles andere als einfach sind. Etwa die Frage, ob man sonst noch eine Bewerbung offen hat. Olbrich rät zu Ehrlichkeit, die nicht gleichbedeutend mit völliger Offenheit ist. „Wenn man etwa fragt, ob jemand sich noch wo anders beworben hat, will man zum Beispiel wissen, wie dringend ein Kandidat eine Antwort braucht. Es geht nicht darum, Firmennamen zu erfahren, sondern um sich ein Bild machen zu können. Wer hier etwas verschweigt oder schlecht lügt, riskiert Misstrauen beim Gegenüber.“
  • Verlässlichkeit: „Bei uns gilt die Handschlagqualität, wenn ein Job also zugesagt wurde, dann zählt das – auch, wenn noch nicht unterschrieben wurde. Das gleiche erwarte ich aber auch von den Bewerbern“, so Olbrich.

Sicher kein No-Go: Offen und authentisch

Das beste Gespräch ist für ihn übrigens eines, in dem beide Seiten so gut es geht authentisch sein können. „Und ich bin dann offen und authentisch, wenn es mein Gegenüber auch ist.“ Als letzten Tipp rät er, Bewerbungsgespräche oder mögliche schwierige Fragen zu üben – vor dem Spiegel oder vor ehrlichen Freunden. „Auch wenn es schwer vorstellbar ist, üben hilft wirklich!“

Bildnachweis: Pavel Lysenko / Shutterstock, karriere.at

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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