Kreativ-Alarm! Online-Karrieren als HR-Herausforderung

von in HR am Dienstag, 13. September 2011 um 13:52

Wissen Sie eigentlich, was ein UX-Designer macht? In den letzten Jahren entwickelten sich gerade rund ums Internet neue Berufsfelder. Online Marketing Manager und Webmaster haben sich in den Unternehmen bereits etabliert. Auch die Aufgaben eines Online-Redakteurs sind bekannt. Aber wissen Sie, welche Aufgabe ein E-Mail-Agent hat? Durch den ständigen Wandel im Internet kommt es auch zu einem Wandel im Personalwesen. Neue Berufe bringen aber nicht nur frischen Wind, sondern auch neue Herausforderungen für die HR-Abteilung. Welche sind das? Und was erwarten diese „neuen“ Bewerber von ihren Arbeitgebern?

Als Tim Berners-Lee 1989 den Grundstein für das World Wide Web legte, wusste er wahrscheinlich nicht, welche Veränderungen das Internet auch im Personalwesen mit sich bringen würde. Was anfangs als reine Informationsquelle gedacht war, ist mittlerweile einer der größten Generatoren neuer Jobs. Es werden dadurch neue Anforderungen an die Unternehmen gestellt, die nur über eine hohe Internet-Affinität der Mitarbeiter erfüllt werden können. Denn Bewerber für diese Jobs sind meist jung, kreativ und unkonventionell.

Rahmenbedingungen schaffen

Thomas Olbrich, HR-Manager karriere.at

„Die große Herausforderung an die HR-Abteilung ist es, passende Rahmenbedingungen für diese neuen Bewerber zu schaffen“, sagt Thomas Olbrich, HR-Manager bei karriere.at. Denn Top-Kräfte verlangen ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Flexibilität von ihren Arbeitgebern. Dies sei aber nur in einer Unternehmenskultur möglich, die offen für diese meist kreativen Köpfe ist. „Ein Unternehmen, in dem Online-Marketing noch nicht etabliert ist, ist auch noch nicht bereit für Social Media“, weiß Olbrich.

Der Beruf des Online Marketing Managers hat sich gerade in großen Unternehmen bereits etabliert. Aber auch diese Einführung erforderte Zeit und vor allem auch eine Anpassung der Unternehmenskultur. „Schafft man es als Unternehmen, die Rahmenbedingungen für die neuen Fachkräfte anzupassen und dabei Company-minded zu bleiben, steht der Einführung neuer Berufsfelder nichts im Wege“, ist Olbrich überzeugt.

Kein Berufsfeld bleibt vom Wandel verschont! Auch nicht die „alten“ neuen Berufe. Der Social-Media-Boom erfordert nämlich von vielen Berufsgruppen Anpassungen. So müssen Online-Redakteure neben ihrer redaktionellen Tätigkeit nun auch ein Gefühl für die Aufbereitung von Inhalten für Social Media haben. Und Online-Manager haben einen weiteren Kanal, den es zu überwachen gilt – mit neuen Werten und Parametern. In allen Berufsgruppen ist der ständige Wandel spürbar. Erfolgreich sind jene, die auf dem neusten Stand bleiben. Und gerade die neuen Berufe sind extrem dynamisch.

Welchen Nutzen hat nun ein Unternehmen von einem Viral Marketing Manager oder einem E-Business Betriebswirt?

karriere.at stellt sechs der neuen Jobs vor:

Was macht eigentlich ein…

Social Media Manager

So verdienen Sie sich ein LIKE vom Social Media Manager:

Viral Marketing Manager

So infizieren Sie einen Viral Marketing Manager:

  • Kreativer Entfaltungsfreiraum
  • Flexible Arbeitsumgebung (Ort, Zeit)
  • Freiheit in der Auswahl der Kooperationspartner
  • Erstklassige Arbeitsgeräte
  • Gegebenenfalls Erfolgsprämien

Betriebswirt E-Business

So bringen Sie den Betriebswirt E-Business ins SOLL:

  • Mitentscheidung bei der Auswahl von neuer Software
  • Einbindung in strategische und betriebswirtschaftliche Langzeitplanung
  • Hohes Maß an selbstständiger Arbeit im Rahmen der Position
  • Einbindung in Produktentwicklung und Marketingmaßnahmen

Community Manager

So entlocken Sie dem Community Manager ein ;-):

  • Reibungsloser Zugriff auf relevante Unternehmensdatenbanken
  • Zugriff auf Grafik- und Video-Ressourcen
  • Autonomer Handlungsspielraum innerhalb vorgegebener Guidelines
  • Flexible Zeiteinteilung
  • Home-Office möglich
  • Erstklassige Arbeitsmittel

E-Mail Agent

Da freut sich der E-Mail Agent über Post:

  • Top-Ausstattung mit Arbeitsmitteln
  • Klar definierter Handlungsspielraum zur Auskunftserteilung
  • Flexible Arbeitsumgebung
  • Laufende Informationen zu Neuerungen und Ausrichtungen innerhalb des Unternehmens

UX-Designer

So begeistern Sie den UX-Designer:

  • Mitspracherecht bei der Auswahl der technischen Ausstattung
  • Weiterbildungsmöglichkeiten durch Teilnahmen an diversen Seminaren und Workshops
  • Freie Einteilung bei der kreativen Ressourcenfindung
  • Eine Arbeitsumgebung, die Kreativität zulässt

Die neuen Berufe in Österreich

Gerade rund ums Social Web scheinen die Berufsfelder zu boomen. Social Media Manager sind gefragt. Das zeigte auch eine Auswertung der karriere.at Datenbank. So wurde diese Position im vergangenen Jahr 141 Mal inseriert. Besonders Unternehmen in den Bundesländern Wien und Oberösterreich interessierten sich für diese Berufsgruppe. Gleich darauf erscheinen auch der E-Mail Agent (105) und der Betriebswirt in E-Business (103) mehr und mehr reizvoll für österreichische Unternehmen zu sein. Auch der Community Manager erlebt in Österreich einen Aufschwung. Insgesamt 68 Mal wurde dieser inseriert. Aufholbedarf hat die Gruppe der Viral Marketing Manager und der UX-Designer.

Der Nutzen dieser letztgenannten Berufsgruppen scheint beim Gros der österreichischen Unternehmen noch nicht angekommen zu sein: Vielfach werden die Jobs des UX-Designers oder des Viral Marketing Managers an Agenturen ausgelagert. Dabei kann es durchaus Sinn machen, diese Aufgaben durch firmenfeste Mitarbeiter zu besetzen. Diese haben einen besseren Zugang zur Unternehmensphilosophie und können dadurch Botschaften besser vermitteln als eine externe Agentur.

Die neuen Mitarbeiter

Jung, dynamisch und kommunikativ. Das sind die Eigenschaften der neuen Mitarbeiter. Bestehenden Mitarbeitern fehlt oftmals der Bezug zu den spezifischen Aufgaben der neuen Generation. Berufsinhalte wie Online-Marketing oder Website-Design sind bekannt, der Sinn dahinter erschließt sich allerdings nicht allen Mitarbeitern. „Hier ist es wichtig eine gute Kommunikationsbasis für alle Beteiligten zu schaffen“, rät Olbrich. „Im Vorfeld müssen die neuen Berufsfelder von den Führungskräften kommuniziert werden, damit ihr Nutzen auch von bestehenden Mitarbeitern erkannt wird.“

Rainer Kargel

Rainer Kargel, Werbe- und Medienberater

Bei den kreativen neuen Berufen gilt: Auch Führungskräfte müssen umdenken! Mitarbeiter in diesem Bereich sehen ihren Arbeitsalltag nicht als Alltag. Das weiß auch Rainer Kargel, selbstständiger Werbe- und Medienberater, der langjährige Erfahrung in der Betreuung kreativer Köpfe hat. „Kreativität ist das Finden von Lösungen, nicht das Abarbeiten von Aufgaben.“ Eine Weisheit, die von den neuen Web-Kreativen auch gelebt wird. „Nicht der vorgegebene Weg führt zum Ziel, sondern eine präzise Zielformulierung. Der Weg dorthin ist individuell, Lösungswege mannigfaltig“, erklärt Kargel. Diese Mitarbeiter wollen nicht „geführt“ werden. Sie fordern kreative Freiräume, um sich entfalten zu können. Bietet man ihnen kooperative Führung, erzielt man die besten Ergebnisse.

Offen für neue (Berufs-)Wege

Neue Berufe bringen neue Herausforderungen mit sich. Dafür müssen die richtigen Rahmenbedingungen in der Unternehmenskultur geschaffen werden. Dieser Prozess gelingt nicht von heute auf morgen. Hat man sich als Unternehmen aber entschieden, das Internet innovativ für sich zu nutzen, muss dieser Prozess unbedingt vollzogen werden. Bevor man im „Web“ mitspielen will, muss auch eine Akzeptanz der bestehenden Mitarbeiter erreicht werden. Es ist schwer, Veränderung durch Zwang zu erreichen.

Gelungene interne Unternehmenskommunikation ist eine unverzichtbare Basis für Veränderungsprozesse. Transportieren Sie den Nutzen für das Unternehmen und auch für die bestehenden Mitarbeiter und nehmen Sie damit die Angst vor Veränderungen. Werden Veränderungen für sinnvoll befunden, wird auch die Akzeptanz für diese Veränderungen erhöht. Das ist es, was sich die neuen Mitarbeiter letztendlich wünschen: Akzeptanz und Offenheit für neue Wege!

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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