Neu im Job – Zehn Fettnäpfchen, die aus Kollegen garantiert Feinde machen

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 26. August 2010 um 08:38

Neuer Schreibtisch, neue Kollegen, neue Vorgesetzte, neue Aufgaben – ein neuer Job bringt nicht nur jede Menge spannende Aufgaben mit sich, sondern auch jede Menge Möglichkeiten, in Fettnäpfchen zu treten. Umschifft man diese nicht schon großräumig, wird aus dem lange gesuchten Traumjob schnell ein Horror-Trip mit kurzer Halbwertszeit. Spätestens wenn die zu Beginn netten Kollegen andeuten, dass Sie Ihre Bewerbung besser an andere Firmen hätten schicken sollen, ist es an der Zeit, über Karriere-Stolpersteine im neuen Job nachzudenken.

Beim Bewerbungsgespräch war die Welt noch in Ordnung. „Ich bin mir sicher, dass ich mich in diesem Unternehmen wohlfühlen werde“, wagte man gegenüber dem Personalchef noch eine kokette Prognose. Am ersten Arbeitstag dann: Volle Power. Kreativität verkörpert, Engagement an den Tag gelegt, Optimierungsvorschläge präsentiert, Interesse für Vorgesetze und Kollegen gezeigt – alles ohne Heuchelei, ehrlich! Trotzdem das Gefühl: „Irgendwie komme ich bei denen nicht so recht an…“

Möglicherweise haben Sie vor lauter Engagement darauf vergessen, nicht in jede Falle zu tappen, die auf Neulinge nur zu warten scheinen. Für die ersten Tage im neuen Job gelten nämlich bestimmte Regeln, die zwar nirgends festgeschrieben sind, man aber beachten sollte, will man sich nicht bereits bei den ersten Gelegenheiten ins berufliche Abseits katapultieren.

Hier also unsere Top-Ten der schlimmsten Fettnäpfchen im neuen Job:

  1. „Schicke Krawatte, Bernd!“ Ihre neuen Kollegen mustern Sie, als ob Sie nackt wären? Überprüfen Sie, ob Ihre Lieblingskrawatte mit Klaviertasten-Muster auch dem Dresscode Ihres neuen Arbeitgebers entspricht! Fragen der Berufskleidung sollten im Idealfall noch vor dem Bewerbungsgespräch geklärt werden.
  2. „Hallo Bernd!“ – „Ja, äääh, ebenfalls Hallo…..“ Name vergessen? Logisch, in den ersten Tagen im neuen Job gilt es, sich eine Unzahl an neuen Namen mit den dazugehörigen Funktionen zu merken. Bevor Sie herumraten: Legen Sie sich an Ihrem neuen Arbeitsplatz ein kleines Organigramm Ihrer nächsten Umgebung an. Dann fällt es leichter, die firmeninternen Strukturen zu durchblicken und sich zu merken, wer wer ist.
  3. „Ähhh – was machen wir hier nochmal?“ – Kreuzen Sie nicht mit zu geringem Wissen in der neuen Abteilung auf! Auch wenn Sie das Vorstellungsgespräch gemeistert haben, müssen Sie überzeugend repräsentieren, dass Sie wissen, worum sich Ihr neuer Job dreht.
  4. „Also ich hätte hier einige Optimierungsvorschläge, um die Arbeit hier etwas effizienter ablaufen zu lassen…“ Merken Sie sich: Niemand mag Besserwisser. Auch wenn Arbeitsabläufe objektiv effizienter laufen könnten – von einem Greenhorn am zweiten Tag lassen sich die wenigsten gerne darauf hinweisen, dass sie „übers Kreuz“ arbeiten. Selbstbewusstsein – unbedingt. Schlaumeierei – unerwünscht.
  5. „Sie sehen ja aus wie der Tod…“ Die letzten Tage „in Freiheit“ noch ordentlich auf die Pauke gehaut? Gefeiert, was das Zeug hält?“ Schlechte Voraussetzungen für den ersten Arbeitstag. Denn an diesem gilt es nicht nur körperlich voll fit zu sein, auch geistig sollte man als Neuling im Job hellwach sein. Außerdem: Dunkle Augenringe, blasse Haut und zittrige Hände helfen eher wenig, wenn man topmotiviert wirken möchte.
  6. „Also wie diese Elke ihren Kuchen verschlungen hat…“ Absolutes No-Go: Mit eingesessenen Arbeitskollegen mitnörgeln. Suchen Sie Kollegen, die Ihnen bei Bedarf weiterhelfen, vermeiden Sie aber Koalitionen oder gar Cliquenbildungen. Sie müssen Ihren Platz im neuen Job erst finden, deklarieren Sie sich also nicht als Mitglied einer gewissen Gruppe. Das kann nämlich böse enden.
  7. „Ich bin dann mal weg…“ An den ersten Arbeitstagen ist man oft nicht gleich zu 100 Prozent ausgelastet: Vermeiden Sie dennoch, mit Arbeitsschluss pünktlichst das Feld zu räumen! Auch wenn Sie keine konkrete Aufgabe zugewiesen haben – fragen Sie, bevor Sie ans Gehen denken, noch Vorgesetzte und Kollegen, ob Sie ihnen eventuell noch helfen könnten. „Owezara“ nennt man deklarierte Wenig-Arbeiter in Österreich. Und als solcher wollen Sie sich nicht schon in der ersten Arbeitswoche outen, oder?
  8. „So ein nettes Jugendfoto von Ihnen!“ – „Das ist ein Bild meiner Gattin.“ Vermeiden Sie zu privaten Smalltalk mit Vorgesetzten sowohl beim Bewerbungsgespräch als auch im neuen Job. Denn wie das Beispiel zeigt, kann das peinlich ins Auge gehen. Hören Sie lieber erst einige Tage, was der „Buschfunk“ unter Arbeitskollegen so spricht, bevor Sie sich mit privaten Äußerungen an die Öffentlichkeit wagen.
  9. „Da kommt er, der Säufer…“ Auch wenn Sie vor ihrem Bewerbungsgespräch Ihre Web-Identität auf eventuelle Peinlichkeiten gecheckt haben – machen Sie es nochmal! Denn bei Plattformen wie Facebook besteht immer die Möglichkeit, dass einer Ihrer Arbeitskollegen Sie zufällig in den Fotoalben eines gemeinsamen entfernten „Freundes“ entdeckt. Fazit: Ändern Sie Ihr Facebook-Profil so, dass Sie erfahren, wenn Sie auf einem Bild markiert werden. Wie man seine Chancen am Arbeitsmarkt via Social-Media-Negativmarketing verringert, haben wir schon thematisiert.
  10. „Sorry … verschlafen!“ Der Klassiker, dafür umso peinlicher. Gerade in den ersten Wochen im Job ist Pünktlichkeit oberstes Gebot. Lieber drei Wecker stellen, als gehetzt und zu spät zum ersten Arbeitstag im neuen Job zu erscheinen.

Bildnachweis: ig3l / Quelle Photocase

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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