Die Arbeitswelt der Frau S. – Nein! Kleines Wort, große Wirkung

von in Arbeitsleben am Montag, 12. März 2012 um 10:30

Nein. Ein kleines Wort mit doch sehr viel Wirkung. Eigentlich. Man müsste sich bloß nur öfter trauen, dieses Wort auch zu benutzen. Vor allem in der Arbeit. Denn gerade in Zeiten, in denen neue Aufgaben verteilt werden, sind „Ja-Sager“ natürlich die besten Freunde des Chefs. Was diese aber oft vergessen: Sie tun sich selbst und ihrer Produktivität damit oft keinen Gefallen. Eine weitere Gastkolumne aus der Reihe: Die Arbeitswelt der Frau S.

Eine Gastkolumne von Sandra Gortva

Immer mehr Betriebe versuchen einzusparen. Leider meist an den falschen Stellen. Arbeitsplätze werden abgebaut oder einfach nicht mehr nachbesetzt. Die dennoch gleich bleibenden Aufgaben werden unter den Mitarbeitern aufgeteilt. Manchmal auch nur auf einen abgewälzt. Es wird, wie es scheint, versucht das Maximum herauszuholen. Sowohl was die Einsparungen anbelangt, als auch beim Arbeitspensum der Mitarbeiter. „Ja“- und „Ach, das schaffe ich schon“-Sager sind hier sehr willkommen, finden sich aber meist in kürzester Zeit unter einem enormen Berg an Arbeit wieder. In manchen Fällen bleibt man auch für immer darunter begraben.

Deswegen sollte hier die Devise „Auch mal ‚Nein‘ sagen dürfen!“ lauten. Man tut damit nicht nur sich selbst und seiner körperlichen, als auch psychischen Gesundheit einen Gefallen. Letztendlich auch dem Betrieb. Denn was hat dieser davon, wenn sich der nächste Mitarbeiter in absehbarer Zukunft verabschieden muss. Aus welchen Gründen auch immer. Weil er die Arbeit einfach nicht mehr schaffte, überarbeitet war, keinen Spaß mehr an unzähligen – meist unbezahlten – Überstunden hatte, etc. Darüber sollten sich sowohl Arbeitgeber, als auch Arbeitnehmer mal Gedanken machen.

In der Arbeit ist es wie beim Pokern

Nein ist ein Wort, an welches man in der Arbeit zu selten denkt. Die Arbeit gehört nun mal erledigt, man möchte seinen Vorgesetzten zeigen, wie sehr man engagiert und motiviert ist. Manchmal nimmt man das anfängliche Anhäufen von zusätzlicher Arbeit gar nicht als belastend wahr, merkt gar nicht in welche Richtung das geht. Hier spreche ich aus eigener Erfahrung. Aber auch Angst könnte bei dem einen oder anderen mit im Spiel sein. Angst seinen Job zu verlieren, durch jemand anderen ersetzt zu werden. Was also tun? Natürlich muss das jeder für sich abwägen. Aber in der Aufgabenzuteilung ist es meist wie beim Pokern. Der Vorgesetzte oder Kollege probiert einfach. Setzt sein bestes Pokerface auf und lässt sich nicht in die Karten blicken. Warum auch nicht? So lange kein „Nein“ kommt, so lange probiert er es einfach weiter und überhäuft einen mit Arbeit.

Vorsicht, Umfall-Gefahr!

Wie beim Turmbauen mit Klötzen vollzieht sich das dann eine Zeit lang. Ein Stein wird auf den anderen gelegt. Sind es zu viele davon, wird der Turm früher oder später umfallen. Deswegen sollte ein jeder in sich hineinhorchen, seine eigenen Grenzen erkennen und bei Bedarf auch setzen. Wer selbst keine Grenzen setzt, kann nicht erwarten, dass ein anderer dies für ihn tut. Also einfach mal drauf ankommen lassen und beim nächsten Mal sein As im Ärmel, das „Nein“, ausspielen. Wenn man ohnehin mit Arbeit überhäuft ist, ist das nämlich völlig legitim. Man wird sehen, dass es viele Vorgesetzte gibt, die dies eventuell mit Zähneknirschen tun, aber dennoch akzeptieren werden.

Ob es jetzt zu mehr „Neins“ kommen wird, oder ob Vorgesetzte sich mehr über Aufgabenverteilungen und Ressourcen Gedanken machen, sollte hierbei keine Rolle spielen. Hauptsache es tut sich was und die Arbeit bleibt ein produktiver Ort mit Leuten, die gerne arbeiten und dabei gesund, als auch dem Betrieb längere Zeit erhalten, bleiben.

Über die Autorin:

Man könnte mich als Globetrotterin der Arbeitswelt bezeichnen. Die verschiedensten Wege bin ich bereits gegangen und unterschiedlichste Jobs sowie Job-Positionen haben meine berufliche Reise geprägt. Manch einer wird sich deswegen bestimmt in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Wenn nicht, dann vielleicht zumindest den einen oder anderen Tipp und Trick für seinen Weg mitnehmen können. Die Welt der Arbeit mal von verschiedenen Seiten beleuchtet.  Mittendrin und voll dabei lautet bei mir das Motto (auch in meinem Blog: santown’s blog). Viel Spaß beim Eintauchen in die Arbeitswelt der Frau S.!

Bisher veröffentlicht: Die Arbeitswelt der Frau S. – Willkommen in der Arbeitslosigkeit!

Bildnachweis: colourbox.com

Redaktion

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