Nackt im Büro – unvorstellbar? In Großbritannien bereits Realität!

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 18. August 2010 um 16:15

Nur in Schuhen ins Büro. Nichts anderes. Keine Hose, kein Hemd, keine Unterwäsche. Nur Schuhe. Unrealistisch?  Vielleicht bei uns! Denn in Großbritannien gibt es das jetzt sogar im Fernsehen: „The Naked Office“. Eine sechsteilige TV-Doku-Soap, die aus einem Dokumentarfilm über ein Teambuilding-Experiment eines Londoner Unternehmers hervorging. Der findige Firmenchef wollte damals das Vertrauen und den Zusammenhalt seiner Crew stärken – kurz darauf gingen alle Mitarbeiter nackt ins Büro.

Schitage, Kegeln oder gemeinsame Business-Essen waren gestern. Wenn es heute um Teambuilding geht, das diesen Namen auch verdienen soll, denken viele Firmen, zumindest mit Hochseilgärten, Raftingbooten oder Outdoor-Camps aufwarten zu müssen, um die Motivation ihrer Mitarbeiter hoch zu halten. Ein britischer Geschäftsmann dachte vor einem Jahr anders, als es darum ging, das Vertrauen der Mitarbeiter zueinander zu verbessern: Die tägliche Nacktarbeit. Oder Nacktschicht, wenn man so will.

Nackt im Büro – und das auch noch im Fernsehen

Man stelle sich das so vor: Büroalltag, wie in hunderttausenden anderen Arbeitsstätten auch. Ein Mitarbeiter schlängelt sich durch ein Gewirr an Büromöbeln zum Kopierer. Zwei junge Damen tuscheln an der Kaffeemaschine. Der Unternehmer empfängt einen Geschäftspartner an seinem Schreibtisch. Ein ganz normaler Job im ganz normalen Büro – nur eben nackt! Und zum Experiment gab es dann einen Dokumentarfilm.

Nun wird das Ganze noch öffentlicher. Die TV-Station „Virgin1“ produzierte eine sechsteilige Doku-Soap mit Titel „The Naked Office“. Sechs mutige Unternehmen werden bei dem eigenwilligen Teambuilding-Experiment begleitet – vom Bio-Obst-Händler über den Bauunternehmer bis zum Beauty-Business. Und alle erhoffen sich durch das einwöchige Nacktarbeiten die Lösung ihrer firmeninternen Probleme, betont der produzierende Sender. Und versichert, dass das Ganze nicht ohne Aufsicht über die Bühne geht: Ein „Leadership-Guru“ stehe mit Rat und Tat zur Seite. Pfuh – na dann… Ein bisschen wissenschaftlicher Touch muss ja dann doch sein, um dem Vorwurf der Quotenhascherei mittels nackter Haut zuvorzukommen.

Ob so eine Soap auch in unseren Breiten funktionieren würde? Komplette Belegschaften von bestehenden Firmen würden sich wahrscheinlich nicht für den Exhibitionistenjob zur Verfügung stellen. Sicher aber würden sich Leute, die eigens für nackte Jobs gesucht würden, auch rekrutieren lassen. Der Aufschrei wäre wohl groß, das Interesse aber ebenso. Und eine TV-Station, die das dann alles auch noch produziert ist sicher auch schnell gefunden – siehe Big Brother und Konsorten. Und wir alle wären wieder um ein TV-Format reicher, das in fast alle Pausenräume des Landes den Satz zaubert: „Ich schau den Blödsinn ja normalerweise nie, aber…“

Bildnachweis: Ollyy/Shutterstock

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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