Mobile Recruiting: Jobs, Infos und nochmal Jobs

von in HR am Montag, 9. November 2015 um 11:39

Mobile Recruiting: Es gibt wenige HR-Trends, über die sich Experten so einig sind wie über diesen. Die Zukunft der Jobsuche ist mobil. Anders gesagt: Immer weniger Bewerber fahren ihren Rechner hoch, um nach verfügbaren Stellen zu suchen. Warum auch? Immerhin verspricht das Smartphone ja uneingeschränktes Online-Vergnügen. Außer, die angesurfte Website spielt nicht mit … Eine karriere.at-Studie befasst sich mit dem Jobsuch-Verhalten der Österreicher auf mobilen Devices.

Vor wenigen Wochen stand es an dieser Stelle zu lesen: 30 Prozent der Österreicher haben ihr Smartphone bereits einmal für die Jobsuche verwendet. Dieses Ergebnis aus der aktuellen, repräsentativen karriere.at-Studie „Mobile Recruiting“, die von Marketagent.com durchgeführt wurde, deckt sich mit der Praxis: Bereits jeder dritte Besucher surft karriere.at mittels Smartphone oder Tablet an. Dass dieser Trend sich weiter fortsetzt, wird kaum noch in Frage gestellt. Warum sollte man am Smartphone Hotels buchen und Haushaltsgeräte kaufen können, sich aber nicht über Jobs und die Unternehmen dahinter informieren? Eben.

Die im September 2015 präsentierte Studie, für die 518 webaktive Österreicher zwischen 18 und 55 Jahren befragt wurden, widmet sich unter anderem den Bewerber-Wünschen an die Jobsuche per Smartphone. Das Ergebnis überrascht – und auch doch wieder nicht.

Jobsuche am Smartphone oder Tablet

Dass die Mehrheit (54 Prozent) das Smartphone zur Recherche verfügbarer Jobangebote nutzen würde, verwundert nicht – ebenso, dass exakt jeder zweite Befragte (50 Prozent) automatische Suchprofile mit Push-Funktionen zu neuen Jobs (Job-Alarm) anlegen würde. Die vermeintliche Überraschung liegt im zweiten Platz des Rankings: Informationen über Unternehmen – 52 Prozent wünschen sich Inputs dazu über ihr Smartphone.

HR hinkt Produktmarketing hinterher

„Was ist daran überraschend?“, wird sich so mancher fragen, „Funktioniert nicht fast jeder Info-Prozess im Netz so? Man interessiert sich in erster Linie für ein Produkt und recherchiert dann dazu Infos und Bewertungen. Dann schlägt man zu.“ Genau das ist es: Was im Produktmarketing sowohl online als auch mobile bei Unternehmen und Konsumenten etabliert ist, ist im Personalmarketing leider noch viel zu oft ein unerfüllter Wunsch der Bewerber, belegt die Mobile Recruiting Studie 2015 der deutschen Digital-HR-Agentur Wollmilchsau: Nur 44 Prozent der österreichischen Arbeitgeber haben ihre Karrierewebsite mobile-optimiert. Nur gut ein Viertel (27 Prozent) ihre darauf integrierte Jobbörse.

Mobile Bewerber sind potenzielle Bewerber

Es ist also gar nicht selbstverständlich für interessierte Kandidaten, per Smartphone an für sie wichtige Infos zum Unternehmen zu gelangen, also Fotos, Videos oder Auskünfte zu Benefits, Unternehmenskultur und Arbeitsumfeld. Alle Details eben, die einen Arbeitgeber zu einem Wunsch-Arbeitgeber machen. Hat man als Unternehmen viel zu bieten, stellt das gebotene Portfolio aber nicht allen Usern zur Verfügung – zur Erinnerung: jeder Dritte surft per Smartphone oder Tablet – verschenkt man wertvolle Touchpoints zu potenziellen neuen Mitarbeitern. Das verschwendet nicht nur kostbare Zeit, sondern letztlich auch jede Menge Geld, die die Vakanz verursacht. Denn ob der Kandidat, der sein Smartphone mangels mobile-optimiertem Angebot frustriert zur Seite legt, zuhause extra den Rechner hochfährt und erneut sucht, ist ungewiss.

Bildnachweis: Eugenio Marongiu / Quelle Shutterstock; Grafik: karriere.at

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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