Mobile Jobsuche: So ticken Österreichs Bewerber

von in HR, Jobsuche am Dienstag, 4. November 2014 um 10:23

Beim Warten an der Bushaltestelle oder abends auf dem Sofa: Um einen Blick auf Jobinserate zu werfen, kommen immer öfter Smartphone oder Tablet zum Einsatz. Eine repräsentative Studie von Marketagent.com im Auftrag von karriere.at zeigt auf, dass die Suche nach spannenden Stelleninseraten heute zum Großteil online stattfindet. Der Trend geht dabei klar in Richtung mobile Jobsuche. Ein Umstand, auf den sich modernes Recruiting rasch einstellen sollte.

Das Smartphone als wichtiges Tool zur Jobsuche

Der Traumjob ist oft nur einen Klick entfernt. Und der findet immer öfter auf mobilen Endgeräten wie Smartphone oder Tablet statt. Der Großteil der befragten Studienteilnehmer sucht Jobs bevorzugt im Internet. 76 Prozent vertrauen auf Online-Jobbörsen. 58 Prozent werfen einen Blick in klassische Karriereteile in Zeitungen, knapp die Hälfte nutzt persönliche Kontakte bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Soziale Netzwerke wie XING, LinkedIn oder Facebook ziehen für die Stellensuche nur elf Prozent in Erwägung.

Mobile Jobsuche

Spontane und flexible Jobsuche steht auf der Bewerber-Wunschliste ganz oben

Flexibel und ortsunabhängig, so muss sich die Jobsuche gestalten. Um jederzeit einen Blick auf tagesaktuelle Jobangebote werfen zu können, kommen zunehmend Smartphone und Tablet zum Einsatz. 23 Prozent der Umfrageteilnehmer greifen für die Online-Jobsuche zum Smartphone, 20 Prozent nutzen dafür ihr Tablet. Die größten Vorteile liegen für die Befragten klar auf der Hand: 44 Prozent geben an, dass sie ihr Smartphone immer dabei haben, 42 Prozent schätzen die Möglichkeit, von jedem Ort aus nach Jobs suchen zu können. Dass man sich über neue Stellen immer auf dem Laufenden halten kann, sehen 28 Prozent als Vorteil. Smartphone und Tablet ermöglichen außerdem spontane Jobsuchen – ein Umstand, der rund ein Viertel der Befragten begeistert.

Wer junge Jobsuchende erreichen möchte, kommt um Mobile nicht herum

Jobsuche SmartphoneVor allem junge Arbeitnehmer legen Wert auf mobile Stellensuche: Bei den 18- bis 29-Jährigen ist für 29 Prozent das Smartphone wichtiges Tool für die Jobsuche. „Vor allem die junge Zielgruppe spielt im Recruiting von qualifizierten Fachkräften eine wesentliche Rolle. Bedenkt man, dass fast 30 Prozent der jungen Menschen Jobs per Handy suchen, so stellt das eine riesige Nutzergruppe dar, die es adäquat anzusprechen gilt. Unternehmen auf Mitarbeitersuche stellt das vor die Herausforderung, ihr Angebot an potenzielle Mitarbeiter auch mobile-fit zu gestalten“, analysiert karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid das Studienergebnis.

Weil es nicht egal ist, für wen man arbeitet

Über die Jobsuche hinaus informieren sich die Smartphone-User außerdem gleich über das Unternehmen, das freie Stellen bietet. 45 Prozent der Befragten gaben an, sich per Smartphone auch Hintergrundinformationen wie Ansprechpartner und Unternehmenskultur eines potenziellen Arbeitgebers zu besorgen. Besonders auffällig: Die Gruppe der Schüler und Berufseinsteiger macht sich besonders oft auf die Suche nach diesen Informationen. 60 Prozent geben an, sich mobil über das ausschreibende Unternehmen zu informieren.

Mobile Recruiting: Es besteht Nachholbedarf

Mobile RecruitingAuf die Bedeutung mobiler Recruitingseiten hat bereits Recruiting-Experte Jan Kirchner im Rahmen der Employer Branding karriere.session hingewiesen. Dass die Wünsche der Jobsuchenden von Unternehmen noch nicht erfüllt werden, zeigte die Wollmilchsau-Mobile Recruiting Studie 2014. Zahlen, die sich so wohl auch auf Österreich umlegen lassen. Eine Karriereseite, die für mobile Endgeräte optimiert ist, haben nur 22 Prozent der untersuchten Unternehmen. Eine optimierte Jobbörse gibt es bei 18 Prozent. Wer Stelleninserat sagt, muss aber auch Bewerbung sagen. Mobile Karriereseiten sind schön und gut, junge Arbeitnehmer haben aber auch zunehmend Interesse daran, sich online über Mobilgeräte zu bewerben. Das bleibt aktuell ein frommer Wunsch. Mobil optimierte Bewerbungsformulare gibt es laut Studie nur in 9 von 157 Fällen. „Die Studienergebnisse zeigen deutlich, worauf es bei mobilen Websites und Apps in Bezug auf Jobsuche ankommt. In erster Linie wird eine einfache, benutzerfreundliche Bedienung gefordert (54 Prozent), des Weiteren sind auch eine übersichtliche Darstellung der Jobangebote (46 Prozent) und gute Lesbarkeit bzw. eine angemessene Schriftgröße (40 Prozent) auf dem vergleichsweise kleinen Smartphone-Screen unverzichtbar“ so Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com, zum Thema Smartphone-taugliche Website.

Bildnachweis: Vadim Georgiev /Shutterstock; karriere.at; Maridav / Shutterstock; Neirfy /Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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