Viele mittelständische Unternehmen schließen das Jahr 2011 mit gemischten Gefühlen ab, stand es doch stark unter der Ägide des Fachkräftemangels. Und die Aussichten für das kommende Jahr sind durchwachsen: Kommt die große Krise, kommt sie nicht? Gerade in Zeiten der Unsicherheit lohnt es sich, in die eigenen Mitarbeiter zu investieren. Statt Stellen abzubauen, um sie später nachzubesetzen, investieren viele Betriebe laut aktueller Studie nun doch langfristig in Mitarbeiterbindung.
Was kostet der Fachkräftemangel den Unternehmen? Dem deutschen Mittelstand entgehen rund 33 Milliarden Euro jährlich an Umsatz. Das zeigt die aktuelle Studie zum Thema “Talent Management im Mittelstand – mit innovativen Strategien gegen den Fachkräftemangel“, die von der deutschen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young in Kooperation mit der ESCP Europe Wirtschaftshochschule Berlin erstellt wurde. Die 700 teilnehmenden Unternehmen messen vor allem der eigenen Mitarbeiterbindung eine hohe Bedeutung zu. Für 63 Prozent hat Mitarbeiterbindung sogar höhere Priorität, als neue Mitarbeiter zu rekrutieren!
Große Wellen in kleinen Kreisen
“Mittelständische Unternehmen werden noch härter vom demografischen Wandel getroffen als die großen Konzerne, da sie über weniger finanzielle und personelle Ressourcen verfügen, mit denen sie Gegenmaßnahmen in die Wege leiten können”, sagt Jens Maßmann, Managing Partner Performance & Reward bei Ernst & Young. Das Problem wurde vom so genannten Mittelstand bereits erkannt. Aus den Zahlen geht hervor, dass bei 29 Prozent der Betriebe gerade für die Themen Mitarbeiterbindung und Rekrutierung zukünftig ein höheres Budget eingerechnet wird. Und in jedem vierten Unternehmen wird an den Gehältern der Mitarbeiter geschraubt! 27 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine Gehaltserhöhung zum Ziel führt!
Schon früh junge Talente binden
Zwar planen die Unternehmen mehr Budget für das Thema Recruiting ein, dennoch will man auch die altbewährten Methoden nicht abschreiben. 62 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, bereits Schüler und Studenten auf sich aufmerksam zu machen. Man achtet dabei auch darauf regional (55 Prozent) nach neuen Mitarbeitern zu suchen. Lediglich 20 Prozent sprechen gezielt qualifizierte Kandidaten aus dem Ausland an. Auch die Rekrutierung von Frauen, Migranten und älteren Mitarbeitern wird nur von 29 Prozent der Studienteilnehmer als wichtig erachtet. “Dabei sind es gerade diese Zielgruppen, die Unternehmen nicht vernachlässigen dürfen, wenn sie auch zukünftig ihren Bedarf an neuen Mitarbeitern decken wollen. Nur die altbewährten Rekrutierungsmaßnahmen werden langfristig nicht mehr reichen”, erklärt Maßmann.
Zuckerl für die Mitarbeiter
Was müssen mittelständische Unternehmen ihren Mitarbeitern aber tatsächlich bieten, um sie langfristig zu binden? Folgendes zeigt sich: Die Vergabe von Diensthandys (97 Prozent) und Firmenwagen (94 Prozent) ist nach wie vor das Standard-Goodie. Dennoch reichen solche Incentives heute am Markt nicht mehr aus, um sich als KMU gegen Großkonzerne positionieren zu können. Neben den bereits erwähnten Bonifikationen (86 Prozent) werden immer öfter auch immaterielle Anreize wie flexible Arbeitszeiten (86 Prozent) und gemeinsame Teamziele (72 Prozent) gezielt eingesetzt um sich seinen Mitarbeitern als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.
Die größte Erkenntnis erschloss sich mittelständischen Unternehmen allerdings in der Beziehung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. 44 Prozent der befragten Unternehmen wollen zukünftig die Leistung der Mitarbeiter stärker wertschätzen und dies auch zum Ausdruck bringen. Zwar steht die Steigerung der eigenen Arbeitgeberattraktivität bei 43 Prozent noch sehr hoch im Kurs, wobei dennoch 42 Prozent ebenso an einer attraktiven Unternehmenskultur (42 Prozent) sowie an Entwicklungsperspektiven (41 Prozent) für die eigenen Mitarbeiter arbeiten.
Anerkennung, der Ursprung der Motivation
Es zeigt sich: Attraktive Unternehmen überzeugen nicht nur durch die materiellen Incentives, sondern sind auch bemüht, immaterielle Vorteile für ihre Mitarbeiter zu schaffen. Die Devise lautet also: Ein gutes Unternehmen lobt! Denn Lob und Anerkennung sind die treibende Kraft für zufriedene und motivierte Mitarbeiter. karriere.at bietet durch die Aktion “Die beste Weihnachtsfeier 2011″ noch einmal die Möglichkeit, den eigenen Mitarbeitern für das vergangene Jahr ‘Danke’ zu sagen und sich auch neuen Mitarbeitern als modernes und sympathisches Unternehmen zu präsentieren. Verpassen Sie also nicht die Möglichkeit, auf diesem Weg auch die eigene Arbeitgebermarke zu stärken!
Bildnachweis: www.colourbox.com
1.) Es gibt keinen Fachkräftemangel
sondern ein “Wir wollen, aber nix brennen”
2.) Solange Incentives in monitärer Form nicht steuerlich
erleichtert wird, solange is es ein Schuss in den Ofen,
denn wieso bekommt der Staat was wenn ein Mitarbeiter
motiviert ist ?
3.) Solange Sachleistungen (Fahrzeug / Sonstiges) in der
Steuer eine exorbitante schlechter Stellung des
Arbeitsgeber bedeutet ist dies auch eher abzuhacken!
4.) Einzige Option wäre wenn die Firma dem Mitarbeiter
vielleicht einen Kurs zahlen würde, nur bei den Kurspreisen
in AT (Seminar für 12pax und pro Seminarteilnehmer
pro Tag 600€) frägt man sich dann schon langsam.
Zumal machen das Firmen sehr ungern da die Mitarbeiter
dann einen Mehrwert für andere Unternehmen darstellen.
5.) In 12 jahren Firma, hab ich bis dato nur ein “Danke für
deinen Einsatz” von meinem ex Chef bekommen,
der wurde gefeuert weil er anscheinend zu sozial war …
Just think about !
Man sollte schon beachten, dass hier eine deutsche Studie zitiert wird, welche nicht unbedingt auf Österreich umlegbar sein muss. Jedenfalls sind Mitarbeiter auch in Österreich mit den selben oder ähnlichen personalpolitischen Themen konfrontiert und deshalb auch ein kurzer Kommentar zu einem erwähnten Punkt.
Beim Thema Fachkräftemangel würde ich es ähnlich wie im vorhergehenden Kommentar sehen. Fachkräfte gibt es auch in Österreich ausreichend, nur entsprechen diese nicht unbedingt den Vorstellungen der Unternehmen – wie mir unlängst auch vom AMS bestätigt wurde. Die Fachkräfte sind vielleicht zu alt oder haben zu viel Erfahrung, aber es gibt sie – ergo die Fachkräfte sind zu teuer. Viele Unternehmen möchten junge, topausgebildete, leicht formbare Mitarbeiter und das am Besten gratis. Aber kann man diese Tatsache den Firmen vorwerfen? Ständig hört und liest man, dass aufgrund der Globalisierung keine höheren Gehälter oder Lohnerhöhungen möglich sind. Wobei die österr. Unternehmen in den vergangenen Jahren mehrfach steuerlich entlastet wurden und viele Unternehmen tolle Gewinne geschrieben haben. Irgendwie hat es den Anschein, dass der Druck auf Erwerbstätige und Arbeitssuchende bewusst hoch gehalten wird – vielleicht dafür, dass die Unternehmer mehr abschöpfen und der Staat die Banken finanzieren kann.
[...] Frage: Was motiviert Sie, sich im Job zu engagieren? Ist es die Aufgabe, die Tag für Tag im Büro auf Sie wartet? Ist [...]