„Es macht keinen Sinn, die Mitarbeiter zum Sport zu verpflichten“

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 13. November 2013 um 11:36

Sportliche Mitarbeiter lohnen sich – und zwar mehrfach. Zu diesem Ergebnis kommen zahlreiche Studien und Untersuchungen. Der Wunsch nach Bewegung und gesunder Ernährung kommt im Idealfall nicht „von oben“, sondern von den Mitarbeitern selbst. „Es macht keinen Sinn, die Mitarbeiter zum Sport zu verpflichten“, weiß auch der Grazer Sportkardiologe Manfred Wonisch. Er erklärt, wie man Menschen zu mehr Bewegung motivieren kann.

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Couch statt finstere Kälte

Manfred Wonisch

Manfred Wonisch

Wir Büromenschen muten unserem Körper einerseits viel zu – andererseits vernachlässigen wir ihn auch oft. Und zwar dann, wenn es um das Thema Bewegung geht. Gerade in der kalten Jahreszeit zieht es zudem mehr Menschen nach Hause in die warme Stube, anstatt hinaus zum Joggen in der finstere Kälte. Das Problem ist – meist scheitert es nicht am Wissen, sondern am Tun. Nur fünf Prozent der Österreicher betreiben laut Eurobarometer (März 2010) regelmäßig Sport, 33 Prozent häufig. Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern jedoch maßgeblich dabei helfen, mehr Bewegung in ihr Leben zu bringen. Manfred Wonisch, Experte für Vorsorgemedizin, verrät, wie dies funktionieren könnte.

Wieviel Sport braucht der Mensch?

Die Grundsatzfrage lautet: Wieviel Sport braucht der Mensch? Gibt es eine ähnliche Formel wie das mittlerweile sehr bekannte „5 x am Tag“ bei Obst und Gemüse? „Für Vorsorge-Effekt und Schutz von Herzkrankheiten empfehle ich drei Mal in der Woche etwa 30 bis 40 Minuten Ausdauersport sowie zusätzlich maßvolles Krafttraining von rund 20 bis 30 Minuten wöchentlich“, so Wonisch. Er verrät, wie Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zu mehr Bewegung und somit Gesundheit verhelfen können:

Vier Motivations-Tipps für mehr Bewegung:

  • Informationen geben: Sport muss dauerhaft zum Thema gemacht werden. Möglichkeiten hierfür sind etwa Informationsveranstaltungen, Plakate oder Artikel in Firmenzeitungen.
  • Infrastruktur schaffen: Die Anschaffung von eigenen Fitnessgeräten für das Unternehmen wird meist gut aufgenommen. Interessierte können sich so Zwischendurch oder nach der Arbeit auspowern. Der Vorteil: Gemeinsam macht es nicht nur mehr Spaß, Sport in der Gruppe verbindet.
  • Zuschüsse leisten: Ist es aus Platz- oder anderen Gründen nicht möglich, in der Firma selbst ein kleines Fitnessstudio einzurichten, so besteht die Möglichkeit, einen Zuschuss für eine Mitgliedschaft in einem Club zu zahlen. Durch Kooperationen kann zudem häufig ein günstigerer Firmentarif erreicht werden.
  • Gesundheits-Check anbieten: Das Angebot von kostenlosen sportmedizinischen Untersuchungen ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, das Bewusstsein für das Thema zu stärken.

Mittagspause? Ab in die frische Luft!

lichthungrig_winterAuch wer keine Lust auf Fitnessstudio, Joggen & Co. hat, kann sich selbst ganz schnell und einfach etwas Gutes tun – und zwar am besten in der Mittagspause. „Schon wenn man eine halbe Stunde zügig spazieren geht, vervierfacht sich die Sauerstffaufnahme im Blut. Bei Menschen, die regelmäßig ihre Ausdauer trainieren, arbeiten Herz, Kreislauf und Atmung viel ökonomischer.“ Der zweite positive Effekt ist, dass wir gerade in den Wintermonaten meist nur sehr wenig Tageslicht abbekommen – ist es oft noch finster, wenn man in die Arbeit fährt und schon wieder dunkel, wenn man die Bürotür hinter sich schließt. In diesem Sinne: Haube auf und los geht’s!

Bildnachweis: Francesco Faconti / Quelle Shutterstock, altafulla / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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