Krisenherd Mitarbeiter-Engagement – Wo kein Erfolg, auch keine Motivation!

von in Gehalt, HR am Dienstag, 6. Dezember 2011 um 13:45

Geht es den Mitarbeitern gut, geht es dem Unternehmen gut. Eine herausfordernde Tätigkeit spornt die Mitarbeiter zu Höchstleistungen an und motiviert sie gleichzeitig, wenn sichtbar wird, wie sich ihre Arbeit auf das Unternehmen auswirkt. Doch gerade dieser Bereich wird in Europa anscheinend vernachlässigt. Das zeigt der jährlich ermittelte Mitarbeiter-Engagement Score von Aon Hewitt. Das Ergebnis: Die Einsatzfreude von Europas Mitarbeitern liegt auf dem tiefsten Stand seit 2008!

Identifizieren sich Mitarbeiter mit dem eigenen Unternehmen, wirkt sich das auch auf Motivation und Produktivität aus. Zeichnen sich Unternehmenserfolge ab, ist man stolz, seinen Beitrag geleistet zu haben. Das HR-Consulting Institut Aon Hewitt befragte diesbezüglich weltweit 5.700 Teilnehmern nach ihrem Engagement. Gemessen wurden Leistungsförderung und Karrieremöglichkeiten, Anerkennung, Arbeitsmittel und Ressourcen, sowie das Top-Management. Das Ergebnis: Nur die Hälfte der europäischen Mitarbeiter zeigt Einsatzfreude – der globale Durchschnitt liegt bei 56 Prozent. Das Engagement ist damit maximal Mittelmaß und war in Europa zuletzt 2008 ähnlich schwach.

Viel Arbeit, kaum Anerkennung

Der Hauptgrund für diese schwachen Werte ist laut Pete Santborn, Fachzuständiger bei Aon Hewitt, vor allem die mangelnde Förderung der Mitarbeiter, sowie die fehlende Verbindung zwischen der geleisteten Arbeit und dem Unternehmenserfolg. Der Fokus wird vom Management falsch gesetzt. Statt den Mitarbeitern ein Gefühl für ihren Wert für das Unternehmen zu geben, wird immer wieder aufgezeigt, was noch erreicht werden soll. „Kaum verwunderlich also, dass jeder zweite Mitarbeiter in Europa nicht bereit ist, mehr zu leisten als im Arbeitsrahmen festgeschrieben ist“, meint Sanborn. Auch ein möglicher Arbeitgeberwechsel ist für fast jeden zweiten Europäer nicht unwahrscheinlich. Im internationalen Vergleich schnitten Unternehmen in Lateinamerika am besten ab. Sie erreichten in allen Bereichen Werte zwischen 45 und 62 Prozent.

Nicht an der falschen Stelle sparen!

Nicht nur die Arbeitnehmer stehen unter Druck. Auch die Unternehmen sehen sich mit Herausforderungen konfrontiert: Kosten reduzieren, gleichzeitig die Effizienz steigern und dabei der Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein. Es scheint allerdings, dass an den falschen Stellen abgebaut wird. „Unsere Analysen zeigen, dass sogar während der Krisenjahre Mitarbeiter eine bessere Beziehung zu ihrem Job hatten, als sie es heute tun“, so Sanborn. Sein Tipp für die Unternehmen: Auch in Krisenzeiten ist es wichtig, in die eigenen Mitarbeiter zu investieren. Dabei geht es weniger um finanzielle Investitionen sondern um emotionale.

Die Experten von Aon Hewitt empfehlen folgende Maßnahmen, um sowohl die Mitarbeiterbindung zu stärken als auch das Engagement zu erhöhen:

  • Erstellen Sie eine Strategie zur Verbesserung des Mitarbeiter-Engagements auf der Grundlage von Daten mit klar definierten Zielen.
  • Kommunizieren Sie den Erfolg des Unternehmens auch an die Mitarbeiter und bieten Sie ihnen für gute Arbeit auch bestimmte Angebote.
  • Wer authentisch führt ist klar im Vorteil: konsequent offen, ehrlich und transparent! Investieren Sie vor allem in die Verbesserung der Fähigkeiten der mittleren Führungsebene.

Bildnachweis: www.colourbox.com

Redaktion

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