Mitarbeiter-Engagement: Fünf Tipps für mehr Motivation

von in Arbeitsleben am Montag, 25. Juni 2012 um 10:44

Zum ersten Mal seit Beginn der Weltwirtschaftskrise steigt das Engagement der Mitarbeiter wieder an. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Trend in Global Engagement“ von Aon Hewitt, für die die Daten von 3100 Unternehmen weltweit ausgewertet wurden. Dass die Motivation lebensnotwendig für den Unternehmenserfolg sein kann und welche Fehler in der Vergangenheit begangen wurden, erklärt Aon Hewitt-Geschäftsführer Bernhard Stieger.

Motivation weltweit um zwei Prozent gestiegen

Zu den Studienergebnissen: Im Vergleich zum Vorjahr bezeichneten sich 2011 global gesehen mit 58 Prozent zwei Prozent mehr Mitarbeiter als engagiert. In Europa sind es zwar nur 52 Prozent – dies ist jedoch immerhin ein Prozent mehr als noch 2010. Die Ursache für die positive Entwicklung ist laut Bernhard Stieger, Geschäftsführer von Aon Hewitt Österreich, schnell geortet: „Für den Aufwärtstrend zeichnen die Unternehmen verantwortlich, die trotz Krise kontinuierlich in das Engagement der Mitarbeiter investiert haben. Ihre Mitarbeiter erkennen vor allem Verbesserungen in der Führungskultur und ihrer Arbeitsumgebung.“

Motivierte Mitarbeiter: Unternehmen sind mehr denn je gefordert

Dennoch bestätigt auch die Studie eine der Top-Herausforderungen für Personaler: die innere Kündigung. Laut Aon Hewitt betrifft diese jeden vierten Arbeitnehmer weltweit. „Die Unternehmen sind in der aktuellen Situation mehr denn je gefordert, das Engagement ihrer Mitarbeiter zu fördern“, so Stieger. Dieses sei aufgrund der weiterhin unsicheren wirtschaftlichen Situation in 2012 noch entscheidender als unter stabilen Bedingungen. „Nur so ist es möglich, langfristig Wettbewerbsvorteile zu sichern“, ist der Experte überzeugt.

Wichtigste Motivationsquelle: Karrierechancen

Genauer hingesehen zeigt sich als wichtigste Quelle für Mitarbeiter-Engagement keine unbekannte Größe: Es sind die Karrieremöglichkeiten der Mitarbeiter, die diese antreiben. Sie wurden in fast allen Regionen weltweit zuerst genannt, nur in Lateinamerika liegen sie hinter der Anerkennung durch den Vorgesetzten zurück. Unter den weiteren Top-Fünf der Engagement-Treiber liegen die Unternehmensreputation, Innovation und die interne Kommunikation. Besonders im globalen Vergleich kommt letzterer besondere Bedeutung zu: Denn laut Studie hat sich die Kommunikation deutlich verschlechtert, „dabei ist die Kommunikation der direkte Draht zwischen Unternehmensführung, Magament und Mitarbeitern und so einer der wichtigsten Schlüssel zum Mitarbeiter-Engagement“, erklärt Stieger.

Fünf Tipps für mehr Engagement

„Die Auswertung unserer Daten zeigt klar, dass Unternehmen mit starkem Mitarbeiter-Engagement höhere Renditen erwirtschaften als durchschnittliche Unternehmen. Auf dem Weg dahin geht es für die Unternehmen darum, ein leistungsorientiertes Umfeld zu schaffen, in dessen Mittelpunkt der engagierte Mitarbeiter steht“, betont der Experte wie wichtig die Mitarbeiter bzw. deren Einsatz auch 2012 für die Unternehmen sein werden. Er nennt fünf Punkte, mit denen dieser nachhaltig gefördert werden soll:

  1. Schwerpunkte an den richtigen Stellen setzen: Je nach Erdteil und Branche sind, das zeigt die Studie deutlich, andere Faktoren wichtig. Für Unternehmen gilt es herauszufinden, welche Anforderungen ihre Mitarbeiter haben und an jenen Punkten anzusetzen, die die größte Wirkung auf das Mitarbeiter-Engagement besitzen. Ein Patentrezept, so die Kernaussage, gibt es nicht.
  2. Mitarbeiter aktiv fördern: Führungskräfte von Top-Arbeitgebern übernehmen Verantwortung und sind sich ihrer Verpflichtung zur Stärkung des Mitarbeiter-Engagements bewusst. Sie schaffen eine Basis für eine Engagement-Kultur, die durch entsprechende Kommunikationsprogramme, das regelmäßige Messen des Engagements, klare Verantwortlichkeiten sowie darauf basierende ganzheitliche Prozesse ergänzt wird.
  3. Lob, Lob, Lob: Anerkennung und Lob dürfen nie vergessen werden. Ein einfaches „gut gemacht“ wirkt oft Wunder, auch nicht-monetäre Anerkennung schafft Motivation. Allerdings: wirkt nur in Kombination mit einer leistungsorientierten und marktkonformen Entlohnung.
  4. Kommunikation halten: Die Kommunikation sollte konsistent und regelmäßig stattfinden. Nach außen gilt es, die Einzigartigkeit des Unternehmens am Arbeitsmarkt zu positionieren. Nach innen sollte sie den Arbeitnehmern aufzeigen, was sie zum Erfolg des Unternehmens beitragen und über aktuelle Geschehnisse informieren sowie Wertschätzung und Vertrauen ausdrücken. Ziel sollte es sein, jeden Mitarbeiter zu erreichen.
  5. Entwicklungsmöglichkeiten schaffen: In den vergangenen Jahren haben viele Unternehmen Weiterbildungsprogramme aus Kostengründen reduziert oder gar eingestellt – diese Denkweise stellte sich im Nachhinein oftmals als Fehler heraus. Auch mit wenig Geld – etwa durch Projekte oder Bereichswechsel – kann jedoch zur Mitarbeiterentwicklung beigetragen werden.

Fotonachweis: Colourbox, Grafik: Aon Hewitt

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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