Nur fünf Prozent sind mit ihrem Gehalt zufrieden

von in Gehalt, HR am Mittwoch, 20. März 2013 um 11:38

Wieviel Gehalt bekommst du? Früher oder später fällt sie, die Frage nach dem Einkommen. Im Bewerberungsgespräch, wenn ein Freund einen neuen Job beginnt oder wenn man sich selbst nach einiger Zeit im Unternehmen fragt, ob man gehaltsmäßig eher Kaiser oder Bettler ist. Wer mehr Gehalt will, der muss selbst aktiv werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle karriere.at-Online-Umfrage. Nur fünf Prozent der Arbeitnehmer sind demnach mit ihrem Einkommen zufrieden.

Unternehmen beim Thema Gehalt nachlässig

Dass fünf Prozent nicht viel sind, ist klar. Doch woher kommt diese Unzufriedenheit? Vielleicht auch durch die Tatsache, dass die heimischen Unternehmer das Thema Gehalt zu wenig offensiv angehen. Denn wie die Online-Umfrage weiter zeigt, muss man als Arbeitnehmer für mehr Gehalt selbst aktiv werden. Meistens zumindest. 58 Prozent der 588 befragten User meinten, das Thema Gehalt selbst beim Mitarbeitergespräch aufs Tapet zu bringen. Ein knappes Fünftel (19 Prozent) gab sogar an, nur durch ständiges Nachbohren zu einer höheren Summe am Lohnzettel zu kommen.

Nachbohren: Nicht jedermanns Sache

Weitere 18 Prozent der User überzeugen ihre Vorgesetzten mit guten Leistungen und warten darauf, dass die Lohnerhöhung auch von diesen angesprochen wird. In manchen Firmen mag diese Vorgangsweise funktionieren, in anderen wird man wohl lange darauf warten müssen. Die Zahlen sprechen für sich und zeigen, weshalb das Thema Gehalt ein heikles ist. Denn von sich aus mehr Geld zu fordern bzw. lästig zu sein, ist nicht jedermanns Sache. Im Gegenteil: Manche Menschen scheuen davor zurück oder warten eben darauf, dass ihre gute Leistung auch finanziell anerkannt wird. Passiert dies nicht, wachsen Unmut und Unzufriedenheit.

In zehn Prozent der Firmen gibt es das Thema Gehaltsverhandlung nicht

Und dass sechs von zehn Arbeitnehmern das Mitarbeitergespräch zur Gehaltsverhandlung nutzen, ist alles andere als optimal. Viele Experten raten gänzlich davon ab, das Thema Gehalt in solch ein Gespräch mitzunehmen. Die heimischen Unternehmen sehen das, wie die Umfrage weiter zeigt, jedoch anders. 41 Prozent der befragten Unternehmensvertreter gaben an, dass das Thema Vergütung im jährlichen Feedback-Gespräch behandelt wird. Weitere 29 Prozent gaben an, das Gehalt eines Arbeitnehmers von der jeweiligen Leistung abhängig zu machen. Jeder fünfte HR-Manager gab an, seine Tür jederzeit für Gehaltsverhandlungen offen zu halten. In zehn Prozent der Unternehmen ist das Thema Gehaltsverhandlung erst gar kein Thema – dort gibt es Gehalts-Vorrückungen nach Plan.

Eigeninitiative als Weg zu mehr Gehalt

„Auch wenn das Thema Gehalt nicht mehr die einzige bestimmende Größe im Verhältnis Arbeitnehmer-Arbeitgeber ist, so stellt es für viele die einzig quantifizierbare und vergleichbare Größe im Verhältnis zur eigenen Arbeitsleistung dar. Die Antworten der Arbeitnehmer zeigen deutlich, dass Eigeninitiative für die meisten der einzige Weg zu mehr Gehalt darstellt“, kommentiert karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid die Ergebnisse. Mitarbeiter sollten, so Smid, in regelmäßigen Abständen die Chance haben, über ihre Entlohnung zu sprechen, da diese letztlich auch die Wertschätzung der Unternehmensführung ausdrückt. „Selbt wenn keine Gehaltserhöhung im Raum steht, muss eine Führungskraft im eigenen Interesse plausibel erklären können, warum der jeweilige Mitarbeiter wie eingestuft ist.“

 

Bildnachweis: bluefox / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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