Online-Umfrage: Mehrheit hält nichts von Mindestlohn im Jobinserat

von in Arbeitsrecht, Gehalt, HR am Montag, 11. April 2011 um 12:00

Seit Anfang März ist das neue österreichische Gleichbehandlungsgesetz in Kraft – mit der wesentlichen Neuerung, dass Unternehmen in Stelleninseraten ab sofort das laut Kollektivvertrag vereinbarte Mindestentgelt angeben müssen (Factsheet zum Ausdrucken hier). karriere.at befragte seine Leser, was sie von der neuen Regelung halten. Ergebnis: Eine große Mehrheit hält das Gesetz für nicht praktikabel bzw. empfindet es als reine Schikane für Unternehmen.

Vor rund einem Monat gingen wegen des neuen Gleichbehandlungsgesetzes die Wogen zwischen Arbeitnehmervertretern und Arbeitgebern in einem karriere.blog-Artikel (Mindestlohn im Jobinserat: Diskussion um neues Gesetz) bereits auseinander.

„Aus Sicht der AK ist diese Maßnahme ein wesentlicher Beitrag, die Transparenz bei den Einkommen zu erhöhen. Bewerber erhalten erstmals einen ganz konkreten Anhaltspunkt, welche Entlohnung für den betreffenden Arbeitsplatz vorgesehen ist. Damit haben Frauen eine Hürde weniger, wenn es darum geht, gleich gut wie männliche Kandidaten bezahlt zu werden“, betonte Sybille Pirklbauer von der Arbeiterkammer Wien (Abteilung Frauen und Familie) im Interview.

Gernot Fellinger, für Personalberater zuständiger Fachgruppenobmann in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, hingegen konterte: „Wir halten die neue Gesetzgebung für überflüssig und wissen nicht, was genau damit beabsichtigt wird. Sollte damit bezweckt werden, Frauen beim Verhandeln ihrer Gehälter zu helfen, so bezweifeln wir stark, ob dies der richtige Weg ist. Mitarbeiter mit höherer Qualifikation gehen ohnehin von Überzahlung aus. Und ist eine Firma dazu bereit, so hängt es dann ohnehin wieder nur vom Verhandlungsgeschick des einzelnen ab.“

Wir luden die Leser des Artikels damals am Ende zur Abstimmung ein – 108 haben teilgenommen: „Mindestlohn im Jobinserat – Wichtiger Schritt oder reine Schikane?“ Die ziemlich eindeutigen Ergebnisse dazu in folgender Grafik:

Nachsatz: Natürlich kann die Online-Umfrage nicht als repräsentativ gewertet werden. Grundsätzlich kann sie jedoch als Stimmungsbild dienen, was die Umsetzung der neuen Gesetzesregelung betrifft.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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