Trendwende: Deshalb verdienen Topmanager heuer weniger

von in Gehalt am Dienstag, 29. September 2015 um 10:27

Unerfreuliche Gehaltsentwicklungen für Topmanager: Die schwierige wirtschaftliche Lage setzt ihrem Einkommen zu. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Kienbaum Vergütungsreport. Für alle, die kein Managergehalt beziehen, ist das Jammern auf hohem Niveau: Trotz rückläufigen Boni zählen Österreichs Geschäftsführer nach wie vor zu den Spitzenverdienern. Eine weitere Interessante Entwicklung: Während Manager beim Gehalt Abstriche machen müssen, holen Sachbearbeiter und Spezialisten bei den variablen Gehaltsanteilen auf.

Weniger Geld für Top-Führungskräfte

Bonus, Prämien, hohes Grundgehalt – für Österreichs Topmanager scheinen die ganz rosigen Zeiten vorbei zu sein. Der aktuelle Kienbaum Vergütungsreport zeichnet folgendes Bild: Je höher ein Mitarbeiter in der Unternehmenshierarchie angesiedelt ist, desto negativer die Gehaltsentwicklung. Die jährliche Gesamtvergütung von Geschäftsführern und Bereichsleitern ist, verglichen mit dem Vorjahr, um rund zwei Prozent gesunken – Boni inklusive. Besser sieht es für jene Arbeitnehmer aus, die keine Top-Positionen besetzen: Abteilungsleiter, Teamleiter und Sachbearbeiter.

„Führung wird in österreichischen Unternehmen derzeit wenig honoriert.“

Ursache für die gesunkenen Gehälter der Manager sind die variablen Gehaltsanteile, die gekürzt wurden. In wirtschaftlichen schlechten Zeiten werden weniger hohe Boni vergeben – das Gesamtgehalt der Topmanager sinkt deshalb. Um rund sechs Prozent ist die variable Vergütung binnen eines Jahres gesunken. Drei Prozent Plus gab es dafür beim Grundgehalt. „Das Gehalt der obersten Führungsebene ist in der Regel direkt mit dem Unternehmenserfolg und den zentralen Unternehmenskennzahlen verknüpft. Aufgrund der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage in Österreich haben viele Manager ihre mit dem Bonus verknüpften Ziele nicht erreicht. Führung wird in österreichischen Unternehmen derzeit wenig honoriert“, sagt Alfred Berger, Vergütungsexperte bei Kienbaum in Wien.

Trotz Gehaltskürzung immer noch Spitzenverdiener

Sie müssen beim Gehalt zwar Abstriche machen, sind aber nach wie vor Spitzenverdiener: die Geschäftsführer. Sie erhalten durchschnittlich 292.000 Euro jährlich. Der variable Gehaltsanteil macht dabei immer weniger aus – aktuell liegt er bei 25 Prozent des Gehalts (30 Prozent im Jahr 2014). Auch die Boni der Geschäftsleitung sind rückläufig. Dafür bleiben die Benefits Firmenwagen und Altersvorsorge. 98 Prozent der Geschäftsführer fahren einen Firmenwagen, durchschnittlich 60.000 Euro werden in die Anschaffung investiert.

Variable Vergütung steigt für diese Arbeitnehmer

Während das Top-Management bei den variablen Gehaltsanteilen Abstriche machen muss, holen Sachbearbeiter und Spezialisten hier auf. Einen Bonus erhielten im Vorjahr nur 15 Prozent der Sachbearbeiter, heuer sind es bereits 26 Prozent. Die Höhe des Bonus beträgt rund 1.000 Euro. Spezialisten erhalten rund 6.000 Euro Gehaltszuckerl. Über ein variables Gehaltsplus dürfen sich laut Kienbaum jene Arbeitnehmer freuen, die ihre Ziele erreichen, damit aber verhältnismäßig gering auf die Unternehmenskennzahlen einwirken.

Infos zum Report

Für den Report der Führunskräfte wurden 342 Unternehmen, für den Report der Spezialisten und Führungskräfte 102 Unternehmen befragt. Die Daten wurden zwischen 15. April und 22. Mai 2015 erhoben.

Bildnachweis: Ph_Dabphimsri / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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