Aufpassen beim Loben: Der Schuss kann auch nach hinten losgehen

von in Arbeitsleben am Montag, 14. Oktober 2013 um 10:54

Anerkennung und Lob sind extrem wichtig für Motivation und Selbstwert. Das Lob im Job ist zudem das Wichtigste, es zählt für uns einfach am meisten. So weit, so gut. Wie Forscher nun herausgefunden haben, kann Lob jedoch auch negativ wirken – nämlich dann, wenn es personenbezogen ist. Paradoxerweise werden gerade wenig selbstbewusste Menschen meist falsch gelobt.

Im Kindesalter fängt das richtige Loben an

Es ist oft die Beziehung zum Vorgesetzten, die über Glück oder Unglück in der Arbeit entscheidet. Anerkennende Worte und Lob schaffen, sofern sie ehrlich gemeint und richtig formuliert sind, das, was weder Geld noch andere Benefits können: echtes Engagement zu erzeugen. Der Teufel liegt jedoch oft im Detail und in Hinblick auf Lob und Anerkennung zeigt eine aktuelle Studie auf Forschung erleben, dass der Grundstein für die gesunde Annahme von Lob bereits im Kindesalter gelegt wird.

selbstbewusstSelbstbewusst durch Anerkennung

Egal ob von den Eltern, in der Schule oder vom Chef – mit Lob soll gute Leistung honoriert werden. Bei Kindern hat Lob noch eine zusätzliche Funktion: Es soll das Selbstbewusstsein stärken. Jedoch – und nun kommt´s – oft ist genau das Gegenteil der Fall. Wie das Team um den Verhaltsensforscher Eddie Brummelman herausgefunden hat, gibt es einen kleinen aber feinen sprachlichen Unterschied beim Loben. Sagt man etwa: „Du bist richtig klug“, so ist die Anerkennung personenbezogen und wird, wie das Wort schon sagt, auf die eigene Person bezogen. Leistungsbezogen hingegen wäre die Aussage: „Das hast du richtig gut gemacht.“

Auf dieses Lob folgt Scham

schamZum Tragen kommt dieser Unterschied laut Brummelman besonders dann, wenn etwas misslingt. Folgt auf ein personenbezogenes Lob nämlich ein Misserfolg, wird dieser vermehrt als persönliches Versagen empfunden. Die Folge ist oft Scham. Die Forscher nahmen für ihren Versuch mit Kindern zwischen acht und 13 Jahren an, dass diese Scham besonders bei jenen mit niedrigem Selbstwert auftrete. Der Grund? Diese Kinder suchen besonders die Bestätigung von Außen. Um ihre Annahme zu prüfen, ließen die Forscher die Kinder ein Computerspiel spielen und lobten manche als Person – „Du bist super“ – und andere für ihr Spiel – „Das hast du toll gemacht“. Später erhielten die Kinder, unabhängig von ihrer tatsächlichen Leistung, die Nachricht, ob sie gewonnen oder verloren hätten.

„Herr Kollege, Sie sind super“

zuversichtDie anschließende Befragung, in die auch die Eltern miteingebunden wurden, bestätigte die Annahme der Forscher: Kinder, die nach personenbezogenem Lob „verloren“ hatten, schämten sich eher als jene, die lediglich Lob für ihre Leistung erhalten hatten. Das Problem jedoch ist, dass man dazu neigt, gerade unsicher wirkende Menschen oft – und leider falsch – zu loben. Egal ob Eltern, Lehrer oder Vorgesetzte: Es sollte verstärkt darauf geachtet werden, wie die Anerkennung formuliert ist. Einen Tipp geben die Wissenschafter noch mit: Wenn man schon personenbezogene Wertschätzung abgeben möchte, dann sollte diese leistungsunabhängig formuliert sein. Etwa so: „Herr Kollege, Sie sind super – egal ob Ihre Idee gekürt wird oder nicht.“

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Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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