Lesestoff zum Wochenende: „Work-Life-Bullshit“

von in Arbeitsleben am Freitag, 8. November 2013 um 11:10

„Work-Life-Bullshit“ oder „Warum die Trennung von Arbeit und Leben in die Irre führt“ – so der Titel und zugleich Ansage des neuen Werks von Thomas Vasek. Die große Frage lautet: Ist die angesprochene Trennung wirklich Mist? Weshalb und vor allem wie verteidigt Vasek die Arbeit?

Auch diesmal verlosen wir wieder drei Ausgaben – mehr dazu unten!

Weitere Artikel zu den Themen ,

Buch zur Verteidigung der Arbeit

„Ich liebe meine Arbeit.“ Mit diesem Satz startet Vasek, Philosoph und Chefredakteur des Magazins „Hohe Luft“, in sein neues Buch. Dieses bezeichnet er als Verteidigung der Arbeit, die in einer Zeit von Work-Life-Diskussionen & Co. durchaus Verteidiger braucht. Denn was es braucht, was es wirklich braucht, ist nach Vasek nicht weniger, sondern gute Arbeit. Und den Begriff Work-Life-Balance sollte man Vasek gegenüber wohl eher nicht erwähnen. Denn den mag er gar nicht.

„Arbeit kann unangenehm, sinnlos und entfremdet sein“

„Keine Frage: Arbeit kann unangenehm, sinnlos, entfremdet, ja entwürdigend sein. Aber es gibt auch entfremdete und entwürdigende Arten, seine Freizeit zu verbringen. Sicher: Der Job kann unglücklich machen. Aber unglücklich kann man auch aus ganz anderen Gründen sein. Und am unglücklichsten sind meist jene, die überhaupt keine Arbeit haben.“ Mit dieser Aussage spricht Vasek zwei wichtige Punkte an: Nämlich zum einen, dass die Arbeit nicht alles ist und es zum Beispiel nicht schafft, private Defizite auf Dauer auszugleichen. Zum anderen ist Arbeit an sich für den Menschen wichtig – um sich zu entfalten, Bestätigung zu finden und sich im Idealfall wirklich selbst zu verwirklichen.

Ist Arbeit Mühe und Plage?

Was aber ist Arbeit? Ist Arbeit immer gleichbedeutend mit Mühe und Plage? Mit dieser spannenden Frage startet Vasek in seine Geschichte der Arbeit, die vor Begriffsdefinitionen nur so strotzt. Sein Fazit: Alle unbefriedigend. Für Vasek ist der Begriff der Arbeit abstrakt und folgt man seinen Erläuterungen so wird schnell klar, dass die Unterscheidung zwischen Arbeit und Freizeit keine einfache, sondern manchmal sogar eine unsinnige zu sein scheint. Hier wären wir auch schon beim Titel des Buches angelangt: „Warum die Trennung von Arbeit und Leben in die Irre führt.“

Weshalb Menschen einen Job brauchen, der zu ihnen passt

In den weiteren Kapiteln analysiert Vasek und leitet her, wirft Fragen auf und schafft es wieder und wieder, den Leser zum Nachdenken und Sinnieren anzuregen. Etwa darüber, wie sehr unser Beruf unsere Identität prägt bzw. was unsere Arbeit über uns aussagt. Vasek: „Ich unterhalte mich gern mit Menschen über ihren Beruf. So kann ich besser verstehen, was sie antreibt, was sie bewegt. Wenn jemand offen über seine Arbeit spricht, über seine Motivation, seine Probleme, seinen Ärger und Stress, dann spricht er auch über sich selbst. Auch deshalb ist es so wichtig, dass Menschen einen Job haben, der zu ihnen passt.“

„Nur Geld ausgeben und zu Hause herumsitzen? Eine grässliche Vorstellung.“

Fazit: Intelligentes und spannendes Werk, mühsam recherchiert und sicherlich keine Nebenbei-Lektüre aber dennoch unterhaltsam zu lesen. Die philosophischen, historischen und wissenschaftlichen Betrachtungen werden nie mühsam, dennoch lockern die „Stimmen der Arbeit“ am Ende jedes Kapitels auf. Darin geben verschiedene Menschen authentische Einblicke in ihre jeweilige Berufslaufbahn – und irgendwo findet sich wohl jeder wieder. Birgit, 72, ehemalige Fotoredakteurin etwa sagt: „So ganz auf Arbeit zu verzichten, wenn ich Geld gehabt hätte? Das wäre mir nicht in den Sinn gekommen. Kollegen, Zusammenarbeit – das fand ich wichtig. Nur Geld ausgeben und zu Hause herumsitzen? Eine grässliche Vorstellung.“ Tja, am Ende kann man sich selbst fragen: Was würde ich tun, wenn ich nicht arbeiten müsste? Und wäre das dann keine Arbeit? Oder ist Arbeit nur dann, wenn man muss?

work_life_bullshitZu Gewinnen: Drei Ausgaben von “Work-Life-Bullshit”

Einfach bis 17. November 2013 eine E-Mail mit dem Betreff „Bull Shit“ an marketing@karriere.at senden. Die drei Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bildnachweis: Brian A Jackson / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren