Lesestoff zum Wochenende: „Selbstbehauptung kann man lernen“

von in Arbeitsleben am Freitag, 27. September 2013 um 11:01

Es gibt Menschen, bei denen fühlt man sich stark, klug und einfach genial. Andere wiederum schaffen es mit ihrer bloßen Anwesenheit, dass man sich klein und unbedeutend fühlt. Egal ob in der Familie, im Freundeskreis oder im Beruf – schön ist dieses Gefühl nie. Die Erklärung hierfür liegt am Status und daran, sich selbst behaupten zu können. Und das kann jeder Mensch einfach lernen, erklärt die Autorin von „Selbstbehauptung“ im Interview.

Übrigens: Auch diesmal werden wieder drei Bücher verlost!

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Schmale Straße und Matsch: Wer weicht aus?

„Es regnet. Sie gehen auf einem ziemlich schmalen Fußgängerweg, als Ihnen eine Person entgegenkommt. Sie kennen sich nicht. Schon aus der Entfernung sehen Sie, dass Sie auf dem Weg nicht aneinander vorbeigehen können, einer muss in den Matsch ausweichen. Wie verhalten Sie sich?“ Stur drauf los, in panischer Suche nach einem Ausweg oder landen am Ende beide im Matsch? Mit diesem anschaulichen Beispiel holt Autorin Natalie Schnack ihre Leser gleich zu Beginn in das schwierige Thema Status und Selbstbehauptung ab. Schnell erkennt man, dass Status wirklich überall eine Rolle spielt und dass an jeder Ecke eine Möglichkeit der Selbstbehautung wartet.

Es gibt immer Situationen, in denen man scheitert

Isabella Schnack

Natalie Schnack

Status gehört zur Kommunikation hinzu – und zwar immer. „Solange zwei Menschen auf der Erde leben, werden sie immer etwas miteinander auszudiskutieren haben“, erklärt Schnack. Denn es geht immer darum, die eigenen Interessen zu behaupten. Und wenn wir in manchen Situationen auch noch so stark und selbstsicher sind, so gibt es immer wieder welche, in denen man scheitert. Sei es, weil der Chef einen einschüchtert oder man in der Autowerkstätte sowieso das Gefühl hat, nichts zu verstehen. Als häufige Reaktion auf solche Unsicherheiten zieht man sich zurück, wird klein und manchmal regelrecht unsichtbar. Und das, obwohl man auch etwas zu sagen hätte.

Sichtbar werden: Aber wie?

unsichtbar„Die Sichtbarkeit bzw. fehlende Sichtbarkeit ist das häufigste Problem sowohl von Selbständigen als auch von Angestellten“, erklärt Trainerin Schnack. Die Probleme, mit denen sich ihre meist weiblichen Klienten an sie wenden, klingen fast immer gleich: „Ich kann mich nicht verkaufen“ oder „Ich werde nicht geschätzt“. Die Frage ist also, wie man respektvoll seine Anliegen durchsetzen kann und es schaffen kann, gehört zu werden? Mit zahlreichen Beispielen zeigt die Autorin unter anderem auf, wie man sich selbst gegenüber anderen behaupten kann  – und zwar sowohl beruflich, als auch privat.

Anleitung für ein erfolgreiches Meeting

Wie das konkret aussehen kann, zeigt dieses Beispiel: Wie kann man sich in einem Meeting verhalten, in dem man mehr sagen möche, als man sich vielleicht bisher getraut hätte?

  • Beobachten und Analysieren: „Es ist sehr wichtig, sich vor einem solchen Meeting anzusehen, mit wem man es zu tun hat. Man kann sich überlegen, wer die Menschen sind, wegen denen man sich unwohl fühlt und weshalb. Sind die Selbstzweifel wirklich berechtigt und was kann diese andere Person wirklich besser als man selbst?“, so Schnack. „Oft sieht man, dass wenig hinter den Ängsten steckt und dass diese bloße Hirngespinste sind.“
  • Sich Platz nehmen: Hat man sich mit den Hintergründen für das eigene Verhalten auseinandergesetzt heißt es, sich äußerlich an die Situation anzupassen. „Es geht darum zu überlegen, wie weit man auch sein Auftreten nach Außen hin angleichen kann, um eine Beziehung auf Augenhöhe zu signalisieren“, so Schnack. Wer kopiert, Raum einnimmt, aufrecht sitzt und mit lauter Stimme spricht, fühlt sich automatisch besser als die stille Maus in der Ecke.“ Dann merken die Leute, dass da jemand auf Augenhöhe ist, dem man zuhören soll.“

Fazit: Hilfreicher Ratgeber

Freilich, die Entwicklung passiert meist nicht von Null auf Hundert und hängt von der jeweiligen Ausgangssituation ab. „Es ist zudem auch wichtig, dass das Zusammenspiel von Innerem und Äußerem stimmt“, so Sichtbarkeitscoach Schnack. Sie rät dazu, zuerst zu beobachten und dann Schritt für Schritt mutiger zu werden. Vor allem geht es in ihrem Ratgeber darum, viel über sich selbst zu lernen. Selbstbehauptung ist wichtig und wird es wohl auch immer sein – das merken gerade jene, die damit (noch) ihre Probleme haben. Fazit: „Selbstbehauptung – in 30 Minuten wissen Sie mehr!“ ist ein hilfreicher kleiner Ratgeber, der viele Denkanstöße und Tipps bereit hält.

Zur Person: Natalie Schnack

Natalie Schnack unterstützt seit 2009 als Coach und Trainerin Menschen dabei, aus der Tarnung herauszukommen und sichtbar zu werden. Die Methoden des Improvisationstheaters spielen in ihrer Arbeit eine große Rolle.

selbstbehaupung_schnackZu Gewinnen: Drei Ausgaben von „Selbstbehauptung”

Einfach bis 6. Oktober 2013 eine E-Mail mit dem Betreff „Selbstbehauptung“ an marketing@karriere.at senden. Die drei Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Bildnachweis: Nejon Photo/ Quelle Shutterstock, BortN66/ Quelle Shutterstock, Schnack
Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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