Lesestoff zum Wochenende: „Flascherlpost“ oder: Wie sag ich`s meinem Chef?

von in Arbeitsleben am Freitag, 11. Oktober 2013 um 10:38

„Ohne Beruf ist das Leben fad. Oder?“ Diese und andere unterhaltsame und spannende Fragen stellt Jungmutter und Journalistin Julia Evers in ihrem Buch „Flascherlpost – Alles babyleicht, oder?“ Das Buch ist eine Sammlung ihrer Kolumnen, in denen das Abenteuer Nachwuchs mit all seinen Facetten beleuchtet wird. Von „Wie sag ich´s meinem Chef“ bis hin zum Leben nach der „Stilldemenz“. Im Interview schildert Evers unter anderem, weshalb es einen Unterschied macht, ob eine Frau oder ein Mann die frohe Botschaft verkündet.

Wir verlosen auch diesmal wieder drei Bücher – Näheres unten!

„So ein Geständnis hatte ich noch nie zu machen“

Wie sieht Ihre berufliche Situation derzeit aus?

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Julia Evers

Julia Evers: Um diese Fragen zu beantworten, musste ich die Arbeit am schönsten Duplo-Haus aller Zeiten unterbrechen, meinen Sie das? Grundsätzlich bin ich nach elf Monaten Karenz an meinen Arbeitsplatz als Kulturredakteurin bei den OÖNachrichten zurückgekehrt, die Karenz-Agenden hat mein Mann übernommen. Derzeit verkürze ich meine Vollzeit-Arbeitswochen, in dem ich meinen Resturlaub aufbrauche, im Anschluss werde ich in Eltern-Teilzeit wechseln.

Im Buch thematisiert wird auch die Frage: „Wie sag ichs meinem Chef?“ Wie haben Sie es Ihrem Chef gesagt?

Julia Evers: Mit klopfendem Herzen und wackeligen Knien! So ein Geständnis hatte ich noch nie zu machen, ein bisschen hat frau ja das Gefühl, durch eine Schwangerschaft beziehungsweise die Karenz-Zeit Betrieb und Kollegen im Stich zu lassen. Was beruhigt, ist ein Blick auf die männlichen Kollegen: Wenn die ein Kind erwarten, verkünden sie das mit stolzgeschwellter Brust, gänzlich ohne schlechtes Gewissen. Und viele von ihnen gehen erfreulicherweise mittlerweile auch in Karenz, nur halt etwas später.

Lange Wochen als Geheimnisträgerin

stille_postWie sind Sie mit Ihren Kollegen umgegangen – gab es zu Beginn der Schwangerschaft eingeweihte oder konnten Sie Ihre Situation gänzlich verbergen?

Julia Evers: „Drei können ein Geheimnis bewahren, wenn zwei von ihnen tot sind.“ Dieser wunderschöne Zitat stammt aus Surinam. Und gemäß dieses Mottos habe ich es in der Firma geheim gehalten – bis ich es meinem Chef gesagt habe … In diesen langen Wochen als Geheimnisträgerin stolpert man aber in unangenehme Situationen: Wie das zum Beispiel ist, wenn einen die Kollegen unbedingt zum Anstoßen überreden wollen, weil jemand Geburtstag feiert.

„Gut, dass man vorher nicht weiß, wie schwierig es ist“

Laut aktuellen Studien ändert sich die Einstellung der Gesellschaft über berufstätige Mütter. Welchen Eindruck haben Sie?

seinen_weg_gehenJulia Evers: Dass es gut ist, dass man vorher nicht weiß, wie schwierig es wirklich ist, Familie und Beruf zu vereinbaren. Dass noch ein weiter Weg vor uns liegt, ich denke da nur daran, wie schwierig es ist, Krabbelstuben-Plätze zu ergattern. Und selbst wenn man da unter den glücklichen Gewinnern landet – ohne private Hilfe aus der Familie wäre ein Berufsleben, zumindest in meinem Fall, nur sehr eingeschränkt möglich. Dass ich mich auch ganz oft rechtfertigen muss, warum ich das eigentlich will „ein Berufsleben“. Und dass wir Frauen uns oft gegenseitig das Leben am schwersten machen, weil viele sehr schnell darin sind, die Lebensentwürfe der anderen für schlecht zu erklären. Im Endeffekt gilt sicher ein altbekannter Satz: Jeder muss den Weg gehen, der für ihn und sein Kind der beste ist. Ob das jetzt viel, wenig oder gar nicht arbeiten heißt, soll nicht das Entscheidende sein, aber die Möglichkeiten, frei zu wählen, sollten vorhanden sein.

Welche Tipps würden Sie einer Frau, die VOR der Familienplanung steht, geben?

Wie so viele andere Mütter, bin auch ich zur Hobby-Missionarin geworden: Also rate ich: Alle Bedenken beiseite zu schieben und sich reinzustürzen in das Abenteuer Kind, es gibt kein tolleres, erfüllenderes und schöneres!

Zu Gewinnen: Drei Ausgaben von “Flascherlpost”

Einfach bis 20. Oktober 2013 eine E-Mail mit dem Betreff „Flascherlpost“ an marketing@karriere.at senden. Die drei Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Bildnachweis: txking/ Quelle Shutterstock, Everett Collection/ Quelle Shutterstock, Schnack, Balazs Kovacs / Quelle Shutterstock, Volker Weihbold
Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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