Lesestoff zum Wochenende: „Arbeit – Warum unser Glück von ihr abhängt“

von in Arbeitsleben am Freitag, 30. August 2013 um 09:58

Nicht der Mensch muss sich an die Arbeit anpassen, „die Arbeit ist für den Menschen da“, zitiert der Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut Joachim Bauer in seinem Buch „Arbeit – Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht“ niemand geringeren als Papst Johannes Paul II. Bauer schreibt über ein Thema, dass uns alle irgendwie angeht: Arbeit. Was macht sie mit uns? Wieso brauchen wir sie? Und waren die Menschen früher glücklicher?

 Auch diesmal werden wieder drei Bücher verlost!

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Die Probleme im Wandel der Zeit

Vor rund 12.000 Jahren wurde sie erfunden, die Arbeit. Richtig gelesen. Archäologen datierten die „Erfindung“ der Arbeit mit der Sesshaftigkeit des Menschen. Die Probleme mit der Arbeit gibt es vielleicht schon seit jeher – jedoch in immer anderer Form. Die Geschichte der Arbeit ist – nicht nur in Bauers Buch – ein Kapitel für sich. Fließbandarbeit, Monotonie, schlechte Arbeitsbedingungen sowie Stress und Burnout sollen an dieser Stelle als Stichworte reichen. Arbeit kann krank machen, so viel steht fest.

„Keine Arbeit ist auch keine Lösung“

arbeitssuchendDoch ist die Lösung aller Probleme demnach keine Arbeit? Sollte man sie abschaffen? Sicher nicht, so Bauer. „Dass ein Herausgehen aus der Arbeit kein Ausweg aus diesem Dilemma ist, zeigen Statistiken zur Lage derer, die Arbeit suchen, aber keine finden. Denn neben denen, die unter stark belastenden Arbeitsbedingungen berufstätig sind, gibt es nur eine Gruppe, der es – mitsamt ihren Familien – noch schlechter geht: Dem Millionenheer der Arbeitslosen. Keine Arbeit ist also auch keine Lösung“, schreibt er. Weiters ist etwa Stress an sich nichts Schlechtes – im Gegenteil. Vieles weist darauf hin, dass wir Menschen sogar dafür „gebaut“ wurden.

Moderne Arbeitsplätze nähren den negativen Stress

multitaskingStress gehört zum Leben – jedoch muss man zwischen positivem und negativem Stress unterscheiden. Zu viel von Letzterem ist freilich nicht gut. Was aber passiert? Viele moderne Arbeitsplätze nähren den negativen Stress enorm, unter anderem dadurch, dass sie „eine konzentrierte Befassung mit einer bestimmten Aufgabe“ nicht mehr zu lassen. Mehrere Abläufe passieren gleichzeitig, die immer schneller werdende Technik trägt das ihre dazu bei. Die Anforderungen an die Arbeitnehmer verändern sich weg von der Fokussierung einer Aufgabe hin zu „einer breit gestreuten, aber flachen Aufmerksamkeit“.

Mehr als nur Geldquelle

anerkennungNach so viel Schwarz braucht es nun aber auch ein bisschen Weiß: Denn die Erwerbstätigkeit sollte nicht nur als immer stressiger werdende Einkommensquelle gesehen werden, sie ist auch wichtige Ressource für die Zufriedenheit eines Menschen. Die Anerkennung und das Lob aus dem Job zählen schließlich am meisten und tragen so zum Lebensglück eines einzelnen bei. Bauer: „Wenn allerdings alle Formen der Anerkennung ausbleiben, dann kann auch ein guter Lohn oft nicht verhindern, dass die Arbeit am Ende unterträglich wird.“

Der Faktor Mensch

empathie_teamArbeit ist immer auch Zusammenleben, es geht um Empathie und auch um das Zwischenmenschliche. Kommt dieses  zu kurz, leiden nicht nur die einzelnen Teammitglieder, sondern auch der Unternehmenserfolg.  Bauer schreibt dazu etwa:  „Der Gesamt-Intelligenzquotient eines Teams ergibt sich keineswegs aus dem Durchschnitt der Intelligenzquotienten seiner einzelnen Mitglieder, sondern aus der Fähigkeit der Mitglieder, miteinander zu kooperieren.“

Die Vermessung der Arbeitswelt

Der Rechercheaufwand des Autors wird einem rasch bewusst. Das Ergebnis ist eine allumfassende Darstellung der Arbeitswelt, gespickt mit spannenden Fakten sowie nicht zuletzt Stoff für zahlreiche Diskussionen. Fazit: Keine leichte Nebenbei-Lektüre, aber eine spannende Abhandlung über das Doppelgesicht eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Lesenswert vor allem für Personen, die Geschichte im Allgemeinen sowie Fachliteratur bzw. medizinischer Literatur im Speziellen nicht abgeneigt sind.

 Zur Person: Joachim Bauer

Joachim Bauer

Joachim Bauer

Der Autor ist Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut und lehrt an der Universität Freiburg. Er veröffentlichte schon zahlreiche Sachbücher, unter anderem „Das Gedächtnis des Körpers. Wie Beziehungen und Lebenstile unsere Gene steuern“, „Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone“ sowie „Lob der Schule. Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern“.

joachim_bauer_arbeitZu Gewinnen: Drei Ausgaben von “Arbeit – Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht”

Einfach bis 8. September 2013 eine E-Mail mit dem Betreff „Arbeit“ an marketing@karriere.at senden. Die drei Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Bildnachweis: privat, BigLike / Quelle Shutterstock, dgmata / Quelle Shutterstock, Syeta Productions / Quelle Shutterstock
Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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