Leistungsanreize: Nicht jede Karotte schmeckt jedem gleich gut!

von in Arbeitsleben, HR am Freitag, 24. Mai 2013 um 10:24

Was motiviert Arbeitnehmer wirklich zu Höchstleistungen? Eine Frage, für deren Beantwortung wohl zigtausende Führunsgkräfte viel Geld bezahlen würden. Vielleicht liegt es daran, dass die Kreativität in puncto Leistungsanreizen sich häufig auf Smartphone und Laptop beschränkt. Dabei täte eine breitere Anreiz-Palette vielen Unternehmen gut: Denn jeder Arbeitnehmer lässt sich durch andere Dinge anspornen, belegt nun eine Studie.

Ganz klar: Geld macht glücklich. Zumindest wenn es um die Top-Motivationsfaktoren im Unternehmen geht. Jeder vierte Arbeitnehmer (25 Prozent) gab in der Studie Talents & Trends der Personalberatungsgesellschaft von Rundstedt nämlich an, dass leistungsbezogene Boni ihn am stärksten anspornen würde. Schon kurz darauf folgen hingegen die flexible, eigenverantwortliche Arbeitsplanung (19 Prozent) und zusätzliche Urlaubstage (12 Prozent).

Mitarbeiterbeteiligung: Be part of it!

Interessant auch, dass Modelle wie Mitarbeiterbeteiligungen an ihren Arbeitgeberunternehmen bei den Befragten relativ hoch im Kurs stehen (12 Prozent). Was ja auch einleuchtet: Wenn mir ein Teil des Ganzen gehört – und sei er noch so klein – gehe ich motivierter ans Werk.

motivation

Dass Dinge wie Firmen-Handy oder Laptop, die vor einigen Jahren noch als klassisches Statussymbol eines aufstrebenden Leistungsträgers galten, in der Wertung heute hinterhersinken, leuchtet angesichts von 19-Euro-Smartphone-Verträgen ein. Und wer will sich schon mit einer „alten“ Firmengurke schämen, wenn alle Freunde das neueste Renommierteil haben?

Ebenso spannend wie logisch ist jedoch die Erkenntnis, dass die Wirkung von bestimmten Leistungsanreizen individuell absolut verschieden ist. Junge ticken im Job anders als Ältere, Eltern von Kleinkindern anders als Singles, Frauen anders als Männer und, und, und …

Auf Lebensphasen eingehen

„Entsprechend sollten sich Arbeitgeber ganz genau für ihre Talente interessieren. Befindet sich derjenige in Familienplanung? Besteht bereits Elternschaft? Muss zuhause ein Angehöriger gepflegt werden? Auf solche Lebensphasen gezielt einzugehen, trägt maßgeblich dazu bei, Talente langfristig an sich zu binden“, rät Sophia von Rundstedt.

Zu bedenken ist allerdings, dass Unternehmen damit auch leicht das Ungerechtigkeits-Fass unter ihren Mitarbeitern öffnen. Wenn Mitarbeiter A einen Bonus bekommt, Mitarbeiter B jedoch „nur“ etwas flexiblere Arbeitszeiten, wird das sicher von vielen als ungerecht empfunden. Gerade wenn Dinge, die nicht quantifizierbar sind (Homeoffice, freie Zeiteinteilung etc.), mit monetären Leistungen auf eine Ebene gehoben werden, ist Unmut programmiert.

Grundvoraussetzungen für jedes Anreizmodell sollten daher sein:

  • Es gibt klare Regeln, von denen jeder Mitarbeiter weiß.
  • Das Anreizmodell gilt für alle Mitarbeiter gleichermaßen.
  • Ausnahmen sind möglich, müssen aber auch nachvollziehbar kommuniziert werden.

Bildnachweis: Pressmaster / Quelle Shutterstock

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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