Zahlt sich Leistung im Beruf überhaupt noch aus?

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 30. April 2015 um 10:34

Am Ende eines Arbeitstages soll was übrig bleiben: Freude am Job, gutes Gehalt, viel Prestige oder die Gewissheit, Sinnvolles zu tun. Aber zahlt es sich in Österreich überhaupt noch aus, gute Leistung zu bringen? Und welche Faktoren sollten für das Gehalt ausschlaggebend sein? Diese und andere Fragen hat das Marktforschungsinstitut IMAS der österreichischen Bevölkerung gestellt – zum Teil mit polarisierenden Ergebnissen.

Zwischen Wahnsinnsgehalt und Hungerlohn: Von welchen Faktoren sollte das Einkommen eines Menschen eigentlich abhängen? Für den IMAS-Report „Leistungsfaktoren der Gegenwart“ wurden 1.000 Österreicher ab 16 Jahren befragt. Die aktuelle Studie zeigt, wie die Österreicher über Leistung im Beruf und Kriterien für hohes Gehalt denken.

Faktoren für das Gehalt: Worauf kommt es an?

Geht es nach den Österreichern, kommt es bei der Einstufung für das Einkommen vor allem auf diese Kriterien an:

  1. Körperliche Schwierigkeit der Arbeit (70 Prozent)
  2. Verantwortung, die jemand für andere Menschen trägt (65 Prozent)
  3. Erfahrung (62 Prozent)
  4. Gesundheitliches Risiko im Beruf (61 Prozent)
  5. Zuverlässigkeit, Genauigkeit (51 Prozent)

Danach rangieren im Mittelfeld die geistige Schwierigkeit der Arbeit und das finanzielle Risiko. Weit abgeschlagen sind die Faktoren Kreativität, Schnelligkeit oder Freundlichkeit im Umgang mit Menschen. Erwerbstätige und nicht erwerbstätige Personen sind sich bei der Wichtigkeit der Faktoren interessanterweise ziemlich einig.

Nimmt die Belastung am Arbeitsplatz zu?

Diese Frage beantwortet nahezu die Hälfte der Befragten mit „voll und ganz“. 33 Prozent sind der Meinung, dass die Belastungen einigermaßen zunehmen. Personen zwischen 35 und 59 Jahren, Facharbeiter und einfache Angestellte fühlen sich von hohem Druck am Arbeitsplatz besonders betroffen.

Zahlt sich Leistung im Job überhaupt noch aus?

Im Job richtig Gas geben und sich ins Zeug legen – verlorene Liebesmüh in Österreich? IMAS ging auch dieser Frage nach und es zeigt sich: Die Bevölkerung ist sich hier überhaupt nicht einig. Rund 44 Prozent der befragten Studienteilnehmer sagen, dass sich Leistung nicht mehr auszahlt. 45 Prozent sind gegenteiliger Meinung und stimmen der Aussage „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“ zu. Interessant ist, wer an der Leistungsgerechtigkeit am meisten zweifelt: Männer, Personen zwischen 35 und 59 Jahren sowie Befragte mit höherer Bildung.

Hat die Jugend keine Lust auf Leistung?

Besonders von jungen Menschen wird oft behauptet, dass sie auf große Anstrengungen oder viel Leistung keine Lust hätten. Fast jeder zweite Befragte ist laut IMAS-Report voll und ganz oder zumindest teilweise der Ansicht, dass junge Menschen nicht mehr so leistungsbereit sind wie vor 20 bis 30 Jahren. Bei dieser Frage zeigt sich auch ein deutliches Altersgefälle: Ältere Befragte sehen den Rückgang der Leistungsbereitschaft Jugendlicher eher gegeben.

Bildnachweis: Halfpoint / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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