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Timeout 150x150 Lückenfüller im Lebenslauf: Lügen verboten!Wer einmal lügt dem glaubt man nicht. Bestes Beispiel derzeit: Der deutsche Neo-Ex-Verteidigungsminister Theodor zu Guttenberg, der über seinen offenbar zu Unrecht erworbenen „Dr.“ purzelte. Gestern zog er die Konsequenzen – und gab seinen Job auf. Dass ehrlich am längsten währt, gilt jedenfalls auch in weitaus weniger gehobenen Berufsschichten. Wer beispielsweise in seinem Bewerbungsschreiben den Lebenslauf schönt oder gar allfällige Lücken im CV phantasievoll stopft, riskiert viel. Wie also mit Arbeitslosigkeit, Krankheiten und „Auszeiten“ im Lebenslauf umgehen?

Da stehen sie nun im Lebenslauf, diese drei verdammten Monate. Schwarz auf weiß: „Arbeitslos“. Nicht gerade prickelnd für den Personalchef, der das Bewerbungsschreiben in Kürze in Händen halten soll. Was tun? Ganz auslassen? Oder gar etwas erfinden, frei nach dem Motto „Werden sie schon nicht nachprüfen…“?

Achtung: Sehr dünnes Eis, auf das man sich als Märchenerzähler begibt! Übersteht man mit dem gefälschten Curriculum Vitae nämlich gar noch das Vorstellungsgespräch ohne aufzufliegen, so lauern im Berufsalltag noch tausende Chancen, bei denen man über seinen Fake-Lebenslauf stolpern kann. Oder aufgedeckt wird – denn frustrierte oder neidische Kollegen lauern überall. Gerade wenn diese sich selbst lieber auf Ihrem Platz sehen. Also besser bei der Wahrheit bleiben.

Oder noch besser: Die Wahrheit sagen und optimal formulieren, taktisch klug handeln und auf alles vorbereitet sein.
Wie das geht? – Ein Leitfaden:

Arbeitslosigkeit:

Jänner 2010-April 2010: Arbeitslos. – Auch wenn es stimmt: Eine Formulierung wie diese wertet den Lebenslauf nicht unbedingt auf. Versuchen Sie Zeiten, in denen Sie auf der Suche nach einem neuen Job waren, so positiv wie möglich darzustellen: „Arbeitssuchend“ klingt auf jeden Fall besser als „Arbeitslos“. Denn jeder Personalchef weiß auch: Wer eine Stellensuche aktiv und engagiert betreibt, ist alles andere als untätig. Und ein solches Engagement ist auch durchaus erwähnenswert. Fällt Ihre letzte Arbeitssuche in die  Zeiten vergangenen beiden Jahren der „Krise“, so ist diese auch leichter argumentierbar, gerade wenn Sie bei einer bekannten Firma gearbeitet haben, die schließen musste, umstrukturiert wurde oder wo der Personal-Rotstift mit medialer Aufmerksamkeit angesetzt wurde.
Haben Sie in der Zeit Ihrer Arbeitssuche Kurse, Aus- und Weiterbildungen absolviert, sich ehrenamtlich engagiert oder sogar geringfügig im Rahmen ihrer Fähigkeiten gearbeitet, so ist das ein weiterer Beweis Ihrer Aktivität. In diesem Fall können Sie die Monate ohne Job auch gut als „berufliche Neu- oder Umorientierung“ deklarieren.

Arbeitgeber-Kündigung:

Noch mehr Fingerspitzen-Gefühl erfordert es, wenn Sie ihren Posten aus eigenem Verschulden verloren haben und nicht, wie oben beschrieben, aus wirtschaftlichen Zwängen des Unternehmens heraus. Für Ihre Bewerbung und den Lebenslauf bedeutet das: Schweigepflicht über Betriebs-Interna! Denn resultiert die Tatsache, dass man ihnen gekündigt hat beispielsweise aus persönlichen Differenzen mit Ihrem alten Chef, so schwingt für einen Personalverantwortlichen  – selbst wenn Sie recht haben oder sich im Recht fühlen – stets eine Prise „Querkopf“ mit. Innerbetriebliche Spannungen, Mobbingvorwürfe und dergleichen also im schriftlichen Lebenslauf keinesfalls anführen und die Zeit ihrer Umorientierung so darstellen, wie im vorangegangenen Punkt beschrieben.

Krankheit:

Längere Krankheitsphasen, die eine geregelte Arbeit nicht zulassen sollte man ebenfalls angeben, da auch diese auf lange Sicht nicht verborgen bleiben. Allerdings gilt hier ebenfalls: Nicht die konkrete Krankheit angeben, sondern als „längere Krankheit“ oder „Karriereunterbrechung aus gesundheitlichen Gründen“ anführen. Sollte ihre Erkrankung im darauffolgenden Bewerbungsgespräch dann explizit angesprochen werden, so haben Sie gerade bei Krankheitsbildern wie Burnout oder Depressionen die Möglichkeit, diese aus Ihrer persönlichen Sicht darzulegen und zu erklären, welche Rahmenbedingungen es waren, die Ihre Gesundheit in Mitleidenschaft gezogen haben.

Weltreise bzw. „Auszeit“:

Gerade Zeiten zwischen verschiedenen Lebensabschnitten wie nach der Matura, zwischen Wehr-/Zivildienst und Studienbeginn oder nach dem Studienabschluss sind beliebte Zeiten, um sich eine „Auszeit“ zu gönnen – oft verbunden mit längeren Auslandsaufenthalten. Solche redlich „verdienten“ Ziele können im Lebenslauf ohne größere Bedenken angeführt werden, vor allem wenn sie offensichtlichen Zusatznutzen und vertiefendes Wissen für das eigene Berufsbild geben (Sprachaufenthalte etc.).

Doch auch längere Reisen, die nicht in diese „klassischen Auszeit-Zeiten“ fallen, sollte man jedenfalls angeben. Sollte man im Bewerbungsgespräch dann auf die Motivationen dafür angesprochen werden, so gilt es auch hier, Diplomatie walten zu lassen: „Mich hat der Job schon so angekotzt und deshalb bin ich für drei Monate einfach abgehauen…“, sollten Sie in Ihrer Erklärung besser ersetzen durch: „Die Phase meiner beruflichen Neuorientierung habe ich für diese Auslandsreise genützt, die schon lange ein Lebenstraum von mir war.“ – Sprich: Sie vermitteln dem Personalverantwortlichen, dass Sie Ihren langjährigen Wunsch vernünftigerweise in eine Phase des beruflichen Stillstandes verlagert haben und nun mit neuer Kraft durchstarten wollen.

Kommentare (14)

  1. Das ist alles schön und gut bei einer Auszeit von drei Monaten (die heutzutage ohnehin keinen Personaler mehr interessiert), aber wenn es sich um Jahre handelt, in der Krise und bei älteren, freigesetzten Mitarbeitern keine Seltenheit, wird es schon schwieriger. Wie kann man die vom AMS zugeteilten Plauder- und Psychokurse optimal umformulieren?

    Marc Steinfeld | Mittwoch, 9. März 2011 um 17:14 Uhr
  2. Ja, super diese Ratschläge! Nur als Freiberufler wechseln sich eben Phasen von Auftragsarbeit ab mit Phasen der Akquise neuer Aufträge. Das Leben läuft nicht so “nahtlos” wie Perlen auf der Schnur – es gibt immer mal wieder einen Knoten dazwischen. Und PersonalchefIn ist meist eh eine Person, die meist vom Inhalt an sich keine Ahnung hat und daher nur die Aufmachung des CV nach gröberen Schnitzern und Zeitlöchern untersucht. Und natürlich die Zeugnisse dagegen liest bei den interessanten Kandidaten. Zeugnisse bei freiberuflichen Tätigkeiten gibt es aber in der Regel keine. Mit ein Grund, warum Freiberufler kaum wieder eine Anstellung bekommen…

    Georg Nosundo | Mittwoch, 9. März 2011 um 18:34 Uhr
  3. Tja und was tut einer, der mehrere Jahre Arbeitslosigeit mit einer kurzen Unterbrechung durch eine zumindest 6monatige Berufstätigkeit durchlaufen hat?
    Wie bringt man das in einem Lebenslauf “glaubwürdig” unter oder macht das einem Personaler klar?

    Hartwig Lassnig | Mittwoch, 9. März 2011 um 19:18 Uhr
  4. Völliger realitätsferner Artikel! Der Arbeitnehmer muss sich wohl bis in die kleinste Zelle ausbeuten lassen und der Arbeitnehmer “lügt” bereits bei der Stellbenbeschreibung legal?
    Wo ist die soziologische Auseinadersetzun damit, dass man zu solche Beschönigungen (mit Ausnahmen der Egomane) “faktisch” gezwungen wird?
    Uns die rechtlich Würdigugn stimmt so nicht.

    Das Them ist so vielschitig, dass solche Artikeln nur den Müll wert sind.

    Tristan | Mittwoch, 9. März 2011 um 21:24 Uhr
  5. Amüsanter Artikel. Man glaubt es kaum: Ganze DREI Monate ohne Beschäftigung! Ein Skandal.

    Dann müsste jeder, der – weil er es sich finanziell leisten konnte – über einen längeren Zeitraum freiwillig pausiert hat oder lange und/oder schwer krank war, nach seiner Rückkehr gleich um Pension ansuchen oder Selbstmord begehen. Natürlich kann und darf man lügen was solche Dinge betrifft. Heikel wird es maximal wenn ein sieben Jahre lang Arbeitsloser vorgibt einen Posten im Topmanagement gehabt zu haben. Und dass in diesem Falle nachgeprüft wird, liegt auf der Hand.

    Unsere inhumane und kranke Leistungsgesellschaft wird durch derartige Artikel nicht besser. Ganz im Gegenteil. Hier wird impliziert dass alle Arbeitnehmer totalüberwachte Sklaven sind. Ist zwar leider oftmals der Fall, aber sicher nicht die Regel. Wenn es wirklich so streng und straight laufen würde, hätten wir eine Arbeitslosenquote von 98%. Und jemand der das liest und vielleicht nicht über ausreichendes Selbstvertrauen verfügt, glaubt den Schmarrn vielleicht auch noch.

    Marie | Donnerstag, 10. März 2011 um 02:09 Uhr
  6. …ja. ja, klingt alles sehr nett…Ich war selbst Personaler und kann nur sagen dasfür mich das zündendste war, eine Bewerbung in Händen zu halten die ANDERS war als eben jene, welche auf Grund der Aufmachung gleich ahnen lassen, dass es die zigste Kopie von der zigsten Kopie ist. Seid authentisch und lasst Euch wirklich was einfallen! Aber einmal ehrlich- ist es nicht auch so, dass so manche(r) Arbeitssuchede(r) bereits beim versenden der Bewerbung denkt- hoffentlich werde ich NICHT eingeladen? Wer hat schon die Wahl unter einigen Traumangeboten? Na? Na denn…Viele bewerben sich einfach um ihr Gewissen zu beruhigen, und das kommt auch so rüber.
    LG an alle und trotzdem NICHT aufgeben. Neues versuchen, und aus alten Trampelpfaden aussteigen…Traut Euch! Vor allem aber bleibt drann und ruft nach, wann es eine Enscheidung gibt, wenn ihr den Job wirklich wollt! Das bleibt dem Personaler in Erinnerung!

    Eleonore Scheiblbrandner | Donnerstag, 10. März 2011 um 09:01 Uhr
  7. Stimme zu – völlig weltfremder Artikel, wahrscheinlich von einem armen ausgebeuteten Praktikanten geschrieben worden!

    Im Allgemeinen geht es um einen schlüssigen CV – und wenn jemand in den 3 Monaten Arbeitslosigkeit (was eher utopisch ist, weil ab einem bestimmten Ausbildungs- & Gehaltsniveau man mind. 4-5 Monate auf der Suche ist) eine Reise unternommen hat oder an privaten Projekten gearbeitet hat, dann gehört das in den CV rein!

    kommentierer | Donnerstag, 10. März 2011 um 09:27 Uhr
  8. Vielen Dank für die Kommentare und auch die (konstruktive) Kritik.
    Als Verfasser eines Ratgeberartikels – und genau als solcher wurde dieser Beitrag verfasst – muss man natürlich jederzeit mit Anregungen und Einwänden rechnen.

    Was Ratgeberliteratur charakterisiert, ist eben, dass sie versucht, Tipps für verallgemeinerte Situationen zu geben. Dass ein Artikel auf konkrete Situationen mit jeweils persönlichen Geschichten und Schicksalen niemals zufriedenstellend eingehen kann, ist einfach Fakt, mit dem jeder Redakteur leben muss.
    Artikel wie “Abnehmen für die Bikinifigur” oder “So entfliehen Sie dem Winter-Blues” können ebenfalls nicht auf die körperlichen und psychischen Voraussetzungen jedes einzelnen möglichen Lesers eingehen.

    Ziel von Ratgeber-Artikeln ist es, einem möglichst großen Lesersegment hilfreiche Informationen und Tipps zu geben.Wenn einige Leser nach dem Artikel sagen “Stimmt, ‘arbeitssuchend’ klingt besser als ‘arbeitslos’ ist bereits ein Ziel erreicht.

    Im konkreten Artikel geht es darum, wie man längere Berufspausen positiv formuliert ohne dabei zu lügen. Dass man keine Chance auslässt, sein Engagement bei der Jobsuche auch im Lebenslauf zu dokumentieren (darunter fallen auch AMS-Kurse). Und dass das Thema Ehrlichkeit im CV auch bei längeren Phasen der Jobsuche ein Thema ist,wurde im Artikel vorausgesetzt. Dasselbe gilt für 4, 5, 6 oder mehr Monate.

    Christoph Weissenböck | Donnerstag, 10. März 2011 um 10:07 Uhr
  9. Vielen Dank für die neuen “Rezepte”!
    Es ist jedoch fraglich, ob die Negierung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Tatsachen die notwendigen allgemeinen Veränderungen im Arbeitsleben des 21.Jhdt. konstruktiv unterstützen.
    Richtig. Das Verschweigen von Wahrheiten kann weder die persönliche Neuorientierung noch das Verständnis der Personaler für die Tatsachen der Arbeitslosigkeit verändern. Da hilft auch keine neue Floskel. Sie wird von den Computerprogrammen schnell erkannt.
    Ich selbst halte es mit dem “Mut” und dem “anderen”. Ich bin nicht mehr bereit, für jeden Tag meines Lebens Rechenschaft zu geben. Mein Lebenslauf hätte 5 Seiten! Wer aus den tatsächlichen Arbeitsphasen nichts ablesen kann und meine Bewerbung nicht an das Unternehmen oder die Entscheider weiterleitet, den es nicht einmal interessiert mich kennenzulernen…Nun in dessen Unternehmen will ich auch nicht sein.

    Gerda Schmidt | Donnerstag, 17. März 2011 um 13:31 Uhr
  10. [...] – und was bekommt sie? Vorerst einmal jede Menge Bewerbungen. Neun von zehn: Anschreiben, Lebenslauf mit Foto rechts oben. Logisch, weiß der gelernte Österreicher doch, dass der [...]

  11. 1.Punkt: Ich frage mich ernsthaft, warum arbeitsSUCHENDE Personen nicht genauso ArbeitsLOS angeben können und nicht wie oben erwähnt ArbeitsSUCHEND?
    2.Punkt: Zitierte
    “Versuchen Sie Zeiten, in denen Sie auf der Suche nach einem neuen Job waren, so positiv wie möglich darzustellen: „Arbeitssuchend“ klingt auf jeden Fall besser als „Arbeitslos“. Denn jeder Personalchef weiß auch: Wer eine Stellensuche aktiv und engagiert betreibt, ist alles andere als untätig. ”

    Ein Widerspruch insich, finde ich! Wenn ein Personalchef dies weß, dann ist es unnötig auf die Formulierungsweise Arbeitlos oder Arbeitssuchend herumzureiten. Warum, müssen arbeitssuchende Personen den PersonalchefInnen HONIG UM und INS MAUL schmieren?

    3.Punkt: Auch wenn die Arbeitsunterbrechung nicht angeführt wird weil man Arbteissuchend ist, sollte dies keine Rolle spielen. Sind die PersonalchefInnen nicht Intelligent genug um daraus Schlüsse zu ziehen? Wie z.Bsp. Folgender Bewerber hat ne 6 monatige Unterbrechung im Lebenslauf und nicht angeführt weshalb aber hat sich beim Unternehmen beworben, somit ist es für den Personalchef eigentlich logisch”dieser Bewerber ist aktiv arbeitssuchend und will arbeiten.”

    A.D. | Donnerstag, 12. Mai 2011 um 16:19 Uhr
  12. [...] kurze Beschreibung Ihres persönlichen Werdeganges. Er verkörpert Ihr Leben. Wenn Sie sich mit Ihrem Lebenslauf nicht wohl fühlen, ist es höchste Zeit, dass Sie ihn überarbeiten. Nutzen Sie dazu das Feedback [...]

  13. [...] dafür sein. Darum vergessen Sie bei all dem Trubel um das Bewerbungsfoto keinesfalls, sich auch um Ihren Lebenslauf und das Anschreiben zu kümmern. Das Bewerbungsfoto öffnet Ihnen die Türen beim Personaler, aber [...]

  14. [...] dafür sein. Darum vergessen Sie bei all dem Trubel um das Bewerbungsfoto keinesfalls, sich auch um Ihren Lebenslauf und das Anschreiben zu kümmern. Das Bewerbungsfoto öffnet Ihnen die Türen beim Personaler, aber [...]

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