Kündigungsgrund Facebook – Was Sie virtuellen Freunden lieber nicht erzählen!

von in Arbeitsrecht, Social am Freitag, 27. Januar 2012 um 11:38

Ein Posting am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Und am Abend gibt es dann die Kurzzusammenfassung: Überstandene Krisen, lästige Kollegen und ein überaus gemeiner Chef! Und das alles auf dem silbernen Tablett, damit ja alle „Freunde“ auf Facebook sehen, wie grauenhaft der heutige Arbeitstag war. Das Ergebnis: Mitleidsbekundungen wie „Du Arme!“ oder „Halt durch!“ kommen einem haufenweise zugeflogen! So toll ist die virtuelle Freundschaft. Was aber, wenn einer dieser Freunde gar kein wirklicher Freund ist? Welche Informationen vertrauen Sie Ihren Facebook-Freunden wirklich an?

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Christiane S. ist mit ihrer aktuellen Arbeitssituation sehr unglücklich. Sie fühlt sich vom Chef unverstanden und die Arbeit im neuen Unternehmen hält auch nicht wirklich, was anfangs versprochen wurde. Am Abend vertraut Sie sich ihren Facebook-Freunden an und postet: „Arbeit sucks und der Chef ist ein A***h!“. Daraufhin tritt der gewünschte Effekt ein. Die Freunde versuchen Sie aufzumuntern! Unter ihren Facebook-Freunden hat sie mittlerweile auch einige Kollegen, die sich zwar aus der Diskussion raus halten, aber überraschenderweise weiß besagter Chef am nächsten Tag sehr wohl, was über ihn gesprochen wurde! (Name und Details von der Redaktion geändert!)

Jeder kennt jeden – über drei Ecken!

Laut Statistik hat jeder Facebook-User im Durchschnitt rund 150 Freunde. Aber ist ein Facebook-Freund auch ein realer Freund? Immer wieder findet man auf Seiten wie webfail.at oder socialfail.de Ausschnitte von peinlichen Postings, die genau von jener Person gelesen werden, die diese eigentlich nicht sehen sollte. Ob nun Chef, Kollege oder Ex-Freund – quasi schwarz auf weiß sieht der Betroffene, was man über ihn denkt und auch anderen mitteilt. „Unternehmensschädigende und beleidigende Äußerungen müssen vom Arbeitgeber nicht hingenommen werden! Egal ob Sie sich nun mit einem Megafon auf dem Stephansplatz platzieren und dort Ihre Meinung kundtun, oder es vermeintlich still und leise über Facebook verkünden. Das Resultat ist das gleiche“, weiß AK-Arbeitsrechtexperte Günter Köstelbauer.

Soziale Medien werden immer beliebter, sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Arbeitgebern. Daten, Informationen, sogar private Details werden mit den virtuellen „Freunden“ geteilt. Und viele User achten dabei nur bedingt auf die Privatsphäre-Einstellungen. „Facebook und Arbeit sollten nach Möglichkeit strikt getrennt werden“, rät Köstelbauer: „Abhängig davon, was ein Arbeitnehmer postet oder sagt, kann dies unter Umständen zur sofortigen Entlassung, verbunden mit dem Verlust von arbeitsrechtlichen Ansprüchen führen.“ Auch der anfangs beschriebene Fall lag der AK-Wien erst vor Kurzem vor. Daher ist es besonders wichtig darauf zu achten: Wem teile ich welche Informationen mit. Schließlich will man solche Situationen vermeiden:

Fair bleiben!

Frustbekämpfung via Facebook ist trügerisch. Man holt sich Anerkennung und Trost und kann dabei seinem Ärger so richtig freien Lauf lassen. Fakt ist allerdings, dass solche Aktionen meist auffliegen. Arbeitsrechtexperte Köstelbauer rät daher: „Seien Sie vorsichtig bei dem, was Sie posten! Suchen Sie sich Ihre Freunde gut aus und definieren Sie Ihre Facebook-Einstellungen entsprechend so, dass nicht die ganze Welt lesen kann, was Sie schreiben!“ Die größte Sicherheit hat man immer noch, wenn man die Arbeit, Kollegen und vor allem auch den Chef aus Facebook raushält. Schließlich wollen Sie auch nicht eines Tages Sachen von sich im Internet lesen, die ein erzürnter Kollege der ganzen Welt preisgibt!

Bildnachweis: www.colourbox.com und www.webfail.at

Redaktion

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