Kreativität fördern: Zehn Techniken für neue Ideen und Denkweisen

von in Arbeitsleben am Montag, 6. Oktober 2014 um 10:38

Ständige Kreativität ist leider nicht jedem vergönnt. Um neue Ideen zu finden, muss man ausgetretene Pfade verlassen und um die Ecke denken. Das ist oft leichter gesagt, als getan. Was tun, wenn neue Ideen gefragt sind, die Muse aber ganz und gar nicht kusswillig ist? Von Zufallswörtern aus dem Lexikon bis zum Rundgang durchs Museum: 10 Tipps, um seine Kreativität zu fördern.

Die eigene Kreativität fördern: Ein Königreich für eine gute Idee!

Ein oder zwei gute Ideen würden oft schon reichen, um produktiv durch den Arbeitstag zu kommen. Starre Strukturen, ständige Meetings und langes Sitzen am Schreibtisch ersticken kreatives Denken aber oft bereits im Keim. Um die eigene Kreativität anzukurbeln, muss man aber nicht gleich ein Königreich investieren. Zehn Tipps, um eure Kreativität wieder in Schwung zu bringen:

Den Ideen Beine machen

Unterschätze nie die Kraft eines Spazierganges, beim Nachdenken kommen oft die besten Ideen. Man kann sich alleine auf den Weg machen oder als Team ein Meeting nach draußen verlegen. Im Gehen fällt es manchmal leichter, gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Nach anstrengenden Meetings in stickigen Besprechungsräumen bewährt sich ein kurzer Spaziergang, um dem Gehirn Gelegenheit zu geben, die große Informationsmenge zu verarbeiten, Inhalte zu reflektieren und Sauerstoff zu tanken.

Ein Wort als Sprungbrett für Gedanken

Kreativ Ideen BuchEine einfache und schnelle Kreativtechnik, um neuer Denkweisen auf die Sprünge zu helfen, ist die Reizwortmethode: Zufällig ausgewählte Wörter werden mit der Problemstellung in Verbindung gebracht. Voraussetzung ist, dass das Problem oder die Aufgabe ganz klar definiert werden. Am besten, man schreibt sie nieder. Hat man ein Wort aus dem Lexikon, der Zeitung oder einer anderen Quelle per Zufallsprinzip ausgewählt, geht es an die Denkarbeit. Alle Eigenschaften, die man mit dem Reizwort verbindet, werden aufgeschrieben. Das muss nichts mit der Ursprungsfrage zu tun haben, hier darf man völlig frei assoziieren. Danach werden die erarbeiteten Eigenschaften mit der eigenen Aufgabenstellung in Verbindung gebracht. Bei technischen Fragestellungen bewähren sich gegenständliche Wörter, bei nicht-technischen Problemen darf es auch abstrakter werden.

Spontan sein und Pläne auch mal verwerfen

Immer alles unter Kontrolle haben? Wer alles durchplant oder zu sehr auf Gewohnheiten vertraut, verspürt vielleicht ein Gefühl der Sicherheit, ein kreatives Feuerwerk ist laut Sicherheitsplan dann aber nicht vorgesehen. Neue Ideen wollen nicht jedes Jahr ins selbe Hotel nach Lignano fahren – sie sind für Abenteuer und Fahrten ins Blaue zu haben. Es zahlt sich also aus, einen Roadtrip ins Ungewisse zu wagen, um die Kreativität zu fördern.

Chaos ist erlaubt, aber nicht notwendig

Gute Nachricht für alle, die keine Chaoten aus Leidenschaft sind: Es ist für Kreativität nicht notwendig, sich ins totale Chaos zu stürzen. Geordnete Strukturen und Alltagsrituale schaffen sogar den richtigen Rahmen, damit sich Kreativität entfalten kann. Sehr kreative Menschen haben in chaotischen oder auch labilen Phasen zwar oft ihr künstlerisches Hoch, ertragen diese Phasen aber nur, weil sie wiederum in festen Strukturen Halt finden.

Was wäre wenn?

Kinder sind Phantasten. Sie träumen von Welten und Szenarien, die es so nicht geben kann – zumindest nicht, wenn man erwachsenen Realisten Glauben schenkt. Von dieser Denkweise kann man sich als Erwachsener einiges abschauen: Es ist ok, sich Tagträumen hinzugeben und Luftschlösser zu bauen. Nicht vergessen, die Zugbrücke zu schließen – der Verstand muss nämlich draußen bleiben!

Ideen immer aufschreiben

Kreative Ideen reifen oft in der Stille und tauchen unvermittelt auf. Genauso schnell können sie auch wieder verschwinden. Schreibt man den Gedanken nicht nieder, ist er schnell wieder verloren. Zum Festhalten entweder auf das gute alte Notizbuch oder Handy-Apps mit Diktiergerätfunktion vertrauen. Zur Not auf die Serviette beim Mittagessen kritzeln.

Umkehrmethode

Bei dieser Kreativmethode wird das Problem auf den Kopf gestellt. Man denkt darüber nach, was man tun müsste, um das Gegenteil des Gewünschten zu erreichen. Z.B. „Wie mache ich meine Kunden möglichst unzufrieden?“ Die negativen Punkte, die man sich so erarbeitet hat, werden dann wieder umgekehrt und so zu positiven Aktionsmöglichkeiten.

Ideenfluss nicht zensieren

Auch Gedanken, die unsinnig oder nicht zielführend erscheinen, haben Daseinsberechtigung. Wer seinen Ideenfluss zensiert läuft Gefahr, auch richtig gute Ideen im Keim zu ersticken. Schlechte Ideen kann man später immer noch verwerfen. Es ist allerdings nicht ratsam, sich in mittelmäßige Ideen zu verbeißen.

Pausen einlegen

Im Rausch des Schaffensdrangs merken viele oft nicht, wie sehr sie sich verausgaben. Regelmäßige Pausen sind wichtig, um das kreative Hoch zu erhalten.

Die Welt als Inspirationsquelle

Inspirationen lauern überall, man muss nur lernen, sie zu erkennen. Auf der Jagd nach neuen Ideen tut es gut, ausgetretene Pfade zu verlassen und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen: Songs aus einem unbekannten Musikgenre hören, einen anderen Weg nach Hause nehmen, in der Stadt nach Graffiti suchen, im Kino einen Film ansehen, den man normalerweise nicht auswählen würde oder ins Museum gehen. Wer keine Kunstsammlung in der Nähe hat, kann sich online auf einen Rundgang begeben.

Bildnachweis: Rawpixel /Shutterstock; Peshkova /Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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