Schuld ist nicht der Stress alleine: Das sind die Krankmacher im Job

von in Arbeitsmarkt, HR am Donnerstag, 22. Dezember 2016 um 11:20

Körperliche Arbeit ist der Hauptgrund dafür, warum die Österreicher unter gesundheitlichen Problemen leiden. Ob der Job krank macht oder nicht, hängt aber auch von anderen Faktoren ab. Zwei Befragungen haben die Krankmacher im Job evaluiert.

Den Themen Gesundheit am Arbeitsplatz und Krankmacher in Betrieben haben sich kürzlich zwei Studien gewidmet. Der Arbeitsgesundheitsmonitor der Arbeitkammer hat evaluiert, welche Berufe die Arbeitnehmer besonders belasten. Was die Arbeitfähigkeit hemmt oder fördert, hat das Österreichische Netzwerk BGF im Rahmen einer Befragung unter rund 7.000 Arbeitnehmern erfragt. Drei Erkenntnisse aus den beiden Studien:

  • Stärkster Krankmacher im Betrieb ist die körperliche Arbeit. Wer überwiegend körperlich tätig ist, bewertet seine gesundheitliche Verfassung schlechter als jene, die selten oder nie körperlich arbeiten.
  • Positives Führungsverhalten und Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung wirken sich positiv auf die Gesundheit der Arbeitnehmer aus.
  • Eine ausgewogene Work-Life-Balance stärkt die Arbeitsfähigkeit am meisten.

Die Jobs mit der höchsten Belastung

Laut Arbeitsgesundheitsmonitor geben beinahe 30 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer an, psychisch stark belastet zu sein.  Diese Berufe trifft es am stärksten: Lehrer, Regalbetreuer, Textilarbeiter, Sozialwissenschafter und Bauarbeiter sind im Job am stärksten psychisch belastet.

Zwei Drittel der Beschäftigten sagen, durch Stress belastet zu sein. Hauptgründe dafür sind hohe Arbeitsbelastung, Arbeiten unter Zeitdruck bei zu wenig Autonomie und fehlende Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Unter Demotivation im Job leidet fast die Hälfte der Arbeitnehmer. Abschalten nach der Arbeit? Das ist für mehr als ein Drittel unmöglich.

Laut Befragung des Netzwerk BGF kommen im österreichischen Arbeitsalltag außerdem noch diese belastenden Faktoren hinzu: Schlechte Zusammenarbeit mit Führungskräften oder Kollegen sowie mangelnde Gerechtigkeit am Arbeitsplatz.

Arbeitsfähigkeit wieder stärken

Zwei Handlungsempfehlungen ergeben sich daraus für die Unternehmer: Psychische Belastungen evaluieren und beseitigen sowie es ermöglichen, eine gesunde Work-Life-Balance zu etablieren. Mit einem Obstkorb alleine ist es freilich nicht getan: Anerkennung, Gratifikation und Selbstwirksamkeit müssen in einer gesundheitsförderlichen Unternehmenskultur fix verankert werden.

Bildnachweis: Stokkete/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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