1.444 Euro – Wenn Konflikte zum Kostenfaktor werden!

von in HR am Donnerstag, 20. Oktober 2011 um 12:42

Mein Job ist perfekt! Ich habe eine herausfordernde Tätigkeit und tolle Kollegen. Sie helfen mir bei jeder Kleinigkeit und wir ergänzen uns optimal. Konflikte gibt es nicht – wir streiten nie. Klingt nicht nur für Sie wie der Text einer Urlaubsgrußkarte? Dann haben Sie die Realität schon kennengelernt! Denn Konflikte stehen auch im Arbeitsleben an der Tagesordnung. Und wenn ihnen aus dem Weg gegangen wird, kann das ganz schön teuer werden.

Konflikte kosten Geld. Pro Führungskraft und Monat ganze 1.444 Euro, wie eine Studie des Wirtschaftsforums für Führungskräfte (WdF) jetzt herausfand. Dabei wurde der österreichische Teamgeist-Barometer (ÖTB) entwickelt, der Reibungsverluste durch betriebsklimatisch bedingten Stress ausweist.

Es ist nicht immer einfach, mit den Kollegen zurechtzukommen. Mal ist es Neid, dann wieder Missgunst. Ursachen für Konflikte unter Kollegen gibt es viele! Und auch wenn ein Konflikt deutlich sichtbar ist, kann es sein, dass er dennoch von der Management Ebene erfolgreich verdrängt wird. Ganz nach dem Motto: In unserem Unternehmen gibt es keine Probleme. Konflikte werden oft mit Versagen assoziiert. Da fällt es einfacher, Konflikte einfach wegzudenken – und Sie damit zum Kostenfaktor zu machen!

Der Teamgeist-Barometer

Mit der repräsentativen Studie, an der 292 WdF-Mitglieder teilnahmen, wurden die Auswirkungen von Konflikten auf das Arbeitsklima erhoben und zusätzlich ein Kostenfaktor pro Führungskraft pro Monat für Konflikte errechnet.

Das Betriebsklima an sich setzt sich dabei aus vier „Klimafaktoren“ zusammen:

  • Lebensqualität
  • Arbeitsbewältigung
  • Konfliktanteil
  • Stressbelastung

Die Bilanz dieser Werte spiegelt die klimatische Situation des Unternehmens wieder – den „Teamgeist-Barometer“. Je niedriger der resultierende Wert, umso schwächer der Teamgeist. Führungskräfte, die sich über die unterschiedlichen Wertvorstellungen Ihrer Mitarbeiter im Klaren sind, weisen dabei einen wesentlich niedrigeren Wert auf, als jene denen das nicht bewusst ist. Ebenfalls interessant: Erfolgreiche Teamplayer geben zu, dass auch sie Konflikte haben. Mit dem Unterschied, dass sie weniger Zeit benötigen diese zu lösen.

1.444 Euro für Konflikte

„Wir haben die Zeitangaben der von den Führungskräften mit Konflikten zugebrachten Arbeitszeit mit deren Gehalt multipliziert, daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Kostenfaktor von 1.444 Euro pro Führungskraft und Monat“, so Soziologie Prof. Dr. Anselm Eder von der Universität Wien. Einem Mittel- und Großunternehmen kann das schon innerhalb eines Jahres eine große Summe Geld kosten!

Konflikte lösen statt vermeiden

Konflikte sollten im Keim erstickt werden! Aber ist das überhaupt möglich? Wenn ein Konflikt besteht, kann er nicht mehr erstickt werden und auch Konflikte zu vermeiden ist nicht die Lösung! Konflikte müssen gelöst werden! Das erfordert sicherlich mehr Arbeit als die beiden „einfacheren“ Varianten. Jedoch spart es am Ende vor allem eines: Zeit. „Wir nehmen uns keine Zeit, unsere Konflikte zu bearbeiten, dabei können wir es uns gar nicht leisten, unsere Konflikte nicht professionell zu lösen“, so Eder.

Würden wir uns Problemen gleich stellen und versuchen sie aus der Welt zu schaffen, spart es Zeit und vor allem auch Geld. Auch das Betriebsklima verbessert sich dadurch entscheidend. Arbeiten Sie daher mit! Nicht nur Ihr Unternehmen wird es Ihnen danken, auch Sie werden sich wohler fühlen.

Redaktion

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