Kollegen aufgepasst: Wer lästert, schadet sich selbst

von in Arbeitsleben am Montag, 11. Juni 2012 um 10:45

Lästern, sprich wertende Kommentare über andere abgeben, während diese nicht anwesend sind, ist nicht gut. Weshalb Menschen andere abwerten? Darüber gibt es in der Psychologie ausreichend Theorien und Erklärungen. So hebe Lästern etwa das eigene Selbstwertgefühl. Manche Menschen tun es mehr, manche weniger – doch eines steht fest: Personen, die lästern, stehen am Ende selbst schlecht da. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der University of Baltimore.

Schlecht für Karma und Klima

Menschen, die lästern, gibt es immer. Und manchen, so scheint es, hat nie jemand gesagt, dass man das nicht macht. Das Ausrichten von anderen Menschen ist sicherlich nicht gut für das eigene Karma, kann den Betroffenen sehr verletzen und in einer Firma gar in Mobbing enden – diese Fakten sind bekannt. Zudem fand eine Forscherin von der University of Baltimore laut der Plattform Forschung erleben nun heraus, dass auch der Lästerer am Ende schlecht dastehen kann.

Lästern bedeutet Verlust an Einfluss und Sympathie

Studienautorin Sally D. Farley

Studienautorin Sally D. Farley

Psychologin Sally D. Farley ließ ihre Studienteilnehmer je eine Person aus ihrem Umfeld aussuchen, die entweder viel oder wenig lästert bzw. entweder positiv oder negativ über andere redet. Anschließend sollten die Teilnehmenden bewerten, inwieweit diese Person ihrer Meinung nach einflussreich und sympathisch auf sie wirkt. Das Ergebnis: Menschen, die oft „klatschen und tratschen“ und dabei negativ über abwesende Personen reden, wurden im Vergleich zu jener Gruppe, die vorwiegend positiv über andere spricht, als am wenigsten einflussreich und am unsympathischsten wahrgenommen.

Alles was wir sagen, fällt auf uns selbst zurück

Ob es sich bei den Lästermäulern bzw. Madigmachern um einen Mann oder eine Frau handelt, spielte dabei keine Rolle, so die Forscherin. Den Befund, dass lästernde Menschen weniger gemocht werden, erklärt Farley durch den in früheren Studien nachgewiesenen „Transfer of attidues recursively effect.“ Dieser besagt, dass wir Menschen dazu neigen anzunehmen, dass eine Person die Eigenschaften, die sie offen einer anderen Person zuschreibt, auch selbst besitzt. Aus einem anderen Zusammenhang – aber trotzdem hier passend – das manchen bekannte Sprichtwort „Wie der Schelm spricht, so denkt er.“

Selbstversuch beim nächsten Mittagessen

Dass das Lästern negativ besetzt wird, ist klar. Nur wenige Menschen würden wohl offen zu ihrer Läster-Leidenschaft stehen. Dass das Tratschen aber derart nach hinten losgehen kann, sollte jedoch zu denken geben. Außerdem gilt umgekehrt ja auch: Wer Positives über andere Menschen berichtet, steht selbst auch eher in einem guten Licht da. Wer dies ausprobieren will – jederzeit gerne. Das nächste Mittagessen, die Drei-Uhr-Pause oder ein zufälliges Meeting beim Kopierer bieten die optimalen Gelegenheiten, gut über andere zu sprechen. Und dies ist nicht nur gut für das eigen Karma, sondern auch für die Laune und die Seele. Denn wie der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel schon wusste: „Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an.“

Fotonachweis: Colourbox, Univiersity of Baltimore

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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