Die Arbeitswelt der Frau S.: Kollegen und Chefs auf Facebook & Co.

von in Social am Donnerstag, 8. November 2012 um 11:08

Facebook: Für viele Menschen längst fixer Bestandteil des Alltags hat in der Zwischenzeit auch längst einst „resistente“ Verweigerer erreicht. Und so tummeln sich immer mehr Menschen in sozialen Netzwerken. Neben Freunden und Bekannten trifft man hier also Nachbarn, den Zahnarzt sowie ehemalige und aktuelle Arbeitskollegen und auch Chefs. Und während manche ihren Account wie Fort Knox absichern, sammeln andere Freunde wie Bonuspunkte im Supermarkt des Vertrauens. Die Frage lautet nun: Was ist richtig?

Eine Gastkolumne von Sandra Gortva

Facebook, Twitter & Co – die meisten von uns sind schon längst dabei. Und da wird auch schon wie wild ein Posting nach dem anderen abgegeben, gelesen, kommentiert oder auch einfach nur geliked. Nicht zu vergessen das „Freunde adden“. Bloß stellt sich hier oft die Frage – wen will ich überhaupt in meiner Freundesliste? Wirklich nur „Freunde“ oder doch auch Arbeitskollegen oder noch extremer – Vorgesetzte? All jene, die leichtfertig auf Bestätigen drücken würden, sollten jedoch lieber noch mal nachdenken. Diejenigen, die sich hier dann doch so den einen oder anderen Gedanken machen, was das für Konsequenzen haben könnte, sind hingegen vollkommen richtig.

Plaudertaschen aufgepasst!

Wer gerne und vor allem viel von seinem Privatleben ausplaudert, sollte besonders achtsam sein. Einmal einen Arbeitskollegen oder natürlich auch eine Arbeitskollegin zur Freundesliste hinzugefügt und wahllose – manchmal auch evt. aus einem Impuls heraus gegebene – Statements können für die Zukunft abgehakt werden. Postings wie „Meine Arbeit ist echt das Letzte!“ oder „Wer ebenfalls so dämliche Arbeitskollegen wie ich hat – bitte gefällt mir drücken“ sind von da an eher zu vermeiden. Tja, das könnte nämlich manchmal wirklich nach hinten losgehen. Bei zu übler Nachrede sollte man sich dann nicht wundern, wenn der Kaffee in der Arbeit plötzlich anders als gewohnt schmeckt oder einem plötzlich seltsame Dinge  am Arbeitsplatz passieren. Klar kann man einstellen, wer was sieht. Aber wehe, wenn man da mal was vergisst….  Deswegen gut überlegen, wen man an seinem Leben im Netz teilhaben lassen möchte.

Muss der Chef auch immer gleich Freund sein?

Noch viel gefährlicher ist es wahrscheinlich, den Chef als „Freund“ zu haben. Da würde ich gleich mal raten: „Finger weg davon!“ Privat sollte nämlich auch weiterhin privat sein oder auch bleiben. Es ist auch völlig legitim, seinen Vorgesetzten hier abzuweisen. Vielleicht dezent unangenehm am Anfang aber da darf man ruhig drüber stehen. Natürlich ist es was anderes, wenn man ohnehin schon ein freundschaftliches Verhältnis zu seinem Vorgesetzten hält. Da kann dann der Chef auch ruhig wissen, was man so alles in seiner Freizeit tut. Findet er sich doch vielleicht sogar auf dem einen oder anderen Foto wieder. Für alle jene, auf die das jedoch nicht zutrifft, und die gerne unüberlegte Postings machen – noch mal: keine Freundschaften mit dem oder der Vorgesetzten schließen. Nicht, dass man in Zukunft einen eigenen Fauxpas auf Webfails zu lesen bekommt. So nach dem Motto: sich krank schreiben lassen und dann fleißig Fotos vom Übersiedeln posten…. Ja, alles schon passiert.

Freunde auch nach einer Kündigung?

Wie auch immer. Soziale Netzwerke sind immer mit Vorsicht zu genießen. Klar, das muss ich jetzt niemanden sagen. Weiß ohnehin schon längst jeder. Oder? Aber zurück zur Vermischung von Job und Privatem. Hier kommt eine ganz spezielle Sache hinzu. Kündigung lautet hier das Stichwort. Ganz gleich wie es zu dem gekommen ist. Was jetzt tun mit seinen Arbeitskollegen? Ist man im Guten gegangen, macht es wohl keinen besonderen Unterschied. Im Gegenteil macht es viele Sachen vielleicht leichter. Immerhin kann man jetzt wieder ganz ungezwungen über die neue Arbeit schimpfen – falls es überhaupt was zu schimpfen gibt. Wir wollen doch alle mal vom Positiven ausgehen. Blöd natürlich, wenn man sich im Schlechten getrennt hat. Dann sollte man so schnell wie möglich den Cursor bewegen und einfach mal schön „Freundschaften“ löschen, bevor es zu weiteren Unannehmlichkeiten kommt. Natürlich muss das jeder immer von Fall zu Fall für sich abwägen. Aber wie gesagt: einfach mal kurz darüber nachdenken schadet bestimmt nicht. Man kann sich so schon mal eine Menge Ärger für die Zukunft ersparen. Dennoch viel Spaß auch weiterhin beim sozialen Netzwerken.

Über die Autorin:

Man könnte mich als Globetrotterin der Arbeitswelt bezeichnen. Die verschiedensten Wege bin ich bereits gegangen und unterschiedlichste Jobs sowie Job-Positionen haben meine berufliche Reise geprägt. Manch einer wird sich deswegen bestimmt in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Wenn nicht, dann vielleicht zumindest den einen oder anderen Tipp und Trick für seinen Weg mitnehmen können. Die Welt der Arbeit mal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mittendrin und voll dabei lautet bei mir das Motto (auch in meinem Blog: santown’s blog). Viel Spaß beim Eintauchen in die Arbeitswelt der Frau S.!

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Bildnachweis: Marcel Drechsler / Quelle Photocase

Redaktion

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