Körpersprache im Vorstellungsgespräch – eine graue Maus ist kein Rockstar

von in Bewerbung am Mittwoch, 22. September 2010 um 12:36

Sie haben endlich ein Vorstellungsgespräch in einem Top-Unternehmen in der Tasche. Kompliment. Der Lebenslauf ist klar strukturiert. Die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Fragen im Vorstellungsgespräch? Kein Problem. Eins sei Ihnen gesagt: Im Gespräch mit dem Personalverantwortlichen ist das offenbar weit weniger wichtig, als angenommen. Bruchteile von Sekunden entscheiden, ob uns jemand sympathisch ist, oder nicht. Warum das so ist? Der nonverbale Anteil (u.a. Körpersprache) an der Kommunikation liegt zwischen 80 und 90 Prozent.

Diese 80 bis 90 Prozent nonverbale Kommunikation haben entscheidenden Einfluss auf Ihren Erfolg beim Vorstellungsgespräch. Nicht, dass der Inhalt Ihrer Bewerbung plötzlich unwichtig wäre, aber auch andere Bewerberinnen und Bewerber punkten mit gutem Lebenslauf und 1A Werdegang.

Nonverbale Kommunikation: Das ist zu beachten

Nonverbale Körpersignale bewusst einzusetzen ist gar nicht so schwierig. Zuallererst wäre da der Blick. Es macht einen Unterschied, ob Sie im Gespräch den Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber halten, ihm vielleicht schöne Augen machen, oder einfach wegsehen. Mit der Mimik ist es auch so eine Sache. Mundwinkel leicht nach oben und schon ist der Angela-Merkel Blick verschwunden. Die Wirkung der Gestik – egal ob einhändig, beidhändig oder gar nicht – ist nicht zu unterschätzen. Das knallgelbe Auto mit dem Sie anrollen, Ihre Föhnwelle und der Chihuahua mit der rosa Leine werden allgemein unter dem Begriff Habitus zusammengefasst. Last but not least wären da noch die Haltung (aufrecht, gebeugt) und Ihr hoffentlich fester Stand.

Neben der Körpersprache trägt auch die Stimme enorm viel dazu bei, wie Sie beim Bewerbungsgespräch wirken. Was Sie sagen wirkt je nach Lautstärke, Betonung, Tempo, Melodie und Stimmlage völlig unterschiedlich. Wenn Sie im Vorstellungsgespräch wollen, dass Ihre Botschaft ‚Ich will diesen Job’ auch nonverbal so richtig ankommt, dann seien Ihnen die folgenden kleinen Weisheiten wärmstens empfohlen:

10 Tipps zur Körpersprache im Vorstellungsgespräch

  1. Eine graue Maus ist kein Rockstar: Das Zauberwort lautet Authentizität. Präsentieren Sie sich so wie Sie sind – wer der zurückhaltenden Fraktion angehört, sollte auf wildes Herumgefuchtel tunlichst verzichten.
  2. Vermeiden Sie den toten Fisch: Schon tausend Mal gehört und es gibt ihn immer noch: Den nasskalten, drucklosen Handschlag. Gegen feuchte Hände hilft kurz vorher Hände waschen, oder die Hände an einem Papiertaschentuch abwischen. Gegen die Drucklosigkeit hilft nur eines: Fester zudrücken. Übrigens: Die ranghöhere Person, also der Personalverantwortliche, reicht die Hand zuerst.
  3. Bleiben Sie in Bewegung: Lassen Sie Ihren Händen während dem Bewerbungsgespräch freien Lauf und unterstützen Sie so Ihre Kommunikation. Wenn Sie eine Aussage besonders unterstreichen wollen, dann pressen Sie die Fingerkuppen einer Hand aneinander.
  4. Kontrollieren Sie Ihre Arme und Hände: Jegliche Verschränkung Ihrer Arme und Hände ist kontraproduktiv und wirkt abweisend. Auch das Festhalten am Sessel oder Tisch wirkt verkrampft. Versuchen Sie, mit Ihren Händen eine offene Haltung einzunehmen.
  5. Halten Sie Ihre Fußsohlen auf dem Boden: Wenn Sie im Gespräch unsicher werden, dann setzen Sie Ihre Fußsohlen fest und zur Gänze auf den Boden – das entspannt.
  6. Setzen Sie auf Stille: Manche Inhalte sind Ihnen im Gespräch vielleicht besonders wichtig. Hier können Sie Ihre Worte stimmlich, durch eine gezielte, kurze Pause im Satz, besser zur Geltung bringen.
  7. Zeigen Sie Haltung: Setzen Sie sich Ihrem Gesprächspartner leicht diagonal gegenüber und wenden Sie diesem Ihren Oberkörper zu. Versuchen Sie dabei, die Sitzhaltung Ihres Gesprächspartners zu spiegeln, um Sympathien zu gewinnen.
  8. Halten Sie den Blickkontakt: Suchen und halten Sie den Blickkontakt zum Personalverantwortlichen, während er mit Ihnen spricht. Alles andere wirkt desinteressiert und unhöflich.
  9. Der Stuhl gehört Ihnen: Setzen Sie sich nicht auf die Kante Ihres Stuhls sondern versuchen Sie, eine möglichst große Sesselfläche zu beanspruchen – so wirken Sie souveräner.
  10. Vor dem Spiegel üben: All diese Tipps helfen recht wenig, wenn Sie das vorher nicht mindestens einmal im Trockentraining ausprobiert haben. Auch wenn es Ihnen lächerlich vorkommt – stellen Sie sich vor einen Spiegel und testen Sie Ihre Körpersprache. Mitunter können dafür ja auch gute Freunde herhalten.

Foto: knallgrün/ Quelle PHOTOCASE

David Kitzmüller

David Kitzmüller ist Marketing-Teamleiter bei karriere.at. Zwischen Werbekampagnen und Performance-Analysen schreibt er in seinen Blogposts über Trends und neueste Entwicklungen in der Webwelt.

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