Klima und Soziales: Oft wird gut gebrüllt aber zu wenig gehandelt

von in Arbeitsleben am Dienstag, 21. Mai 2013 um 10:50

Der Stellenwert von Corporate Social Responsibility (CSR) soll wieder steigen. Diesen Wunsch äußern vor allem kleine und mittelständische Unternehmen laut einer aktuellen Ernst & Young-Umfrage. Zwar ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit dieser Maßnahmen vorhanden – es scheitert jedoch an der Umsetzung. Während für 72 Prozent der KMU das Thema aktuell von Bedeutung ist, engagieren sich nur 48 Prozent tatsächlich für die eigenen Mitarbeiter.

Stiefkinder Umweltschutz, Kunst und Kultur

Noch weniger, nämlich ein Viertel, engagieren sich sozial und gesellschaftlich. Bei den Themen Umweltschutz, Kunst und Kultur sieht es übrigens noch weniger rosig aus. Nur 16 bzw. sechs Prozent der Unternehmen handeln hier aktiv. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle KMU-Förderbarometer, für das 1000 Unternehmen aus verschiedenen Branchen befragt wurden.

Kein „nice to have“ mehr

Spannend geworden ist die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen vor allem durch die nationalen aber auch globalen Herausforderungen unserer Zeit. Dazu gehören der Klimawandel ebenso wie die demografische Entwicklung. „Die Anforderungen an Unternehmen werden sich in den nächsten Jahren noch verstärken“, erklärt Sven Pirsig von Ernst & Young, dass CSR in Zukunft vom „nice to have“ zum wichtigen Wettbewerbsfaktor entwickeln wird.

Go green!

KunstDie Bedeutung und vor allem Gewichtung des Themas ist aktuell noch sehr unterschiedlich. Während CSR bereits für 95 Prozent aller mittleren und größeren Firmen wichtiges Thema ist, haben Kleinunternehmen noch deutlichen Nachholbedarf. Weiters zeigt sich, dass CSR im Handel deutlich weiter oben als etwa in der Industrie- oder Logistikbranche auf der Prioritätenliste liegt. Ein vorsichtiger Ausblick in die Zukunft zeigt: Das Thema Umweltschutz dürfte zulegen. Während aktuell 16 Prozent der befragten Firmen in diesem Bereich tätig sind, werden es in Zukunft 20 sein.

Einsparungen bei Kunst und Kultur

Kaum eine Veränderung wird hingegen bei den Aktivitäten für die Mitarbeiter (48 Prozent) geben. Einen leichten Rückgang verzeichnen die Experten beim Engagement im sozialen und gesellschaftlichen Bereich (von 25 auf 23 Prozent), in den erfahrungsgemäß bei Ressourcenknappheit schnell gekürzten Bereichen Kunst und Kultur planen künftig nur mehr vier statt sechs Prozent der Unternehmen aktiv zu sein.

Wie umsetzen?

fragezeichenWie die Umfrage weiters zeigt, sind die Unternehmen bei der Umsetzung der Maßnahmen auf Unterstützung angewiesen. Infos, Austausch und Kooperationen sind die Schlagwörter. „Praxiserfahrung auszutauschen und bereits funktionierende Lösungen abzuwenden, sind gangbare Wege, um den Anforderungen zukünftig zu genügen“, so Pirsig.

Bildnachweis: Andrey Yurlov / Quelle Shutterstock, ollyy/ Quelle Shutterstock, chatchawan / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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