Kleiner Fisch: „Wir möchten den Arbeitnehmern Mut machen“

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 15. November 2012 um 12:59

Gemeinsam sind wir wer. So könnte man die Grundidee hinter der privaten Homepage www.kleiner-fisch.at, die sich für die Belange der Arbeitnehmer einsetzt, kurz und einfach beschreiben. Dahinter stecken zwei „ganz normale“ österreichische Arbeitnehmerinnen, die „einfach Spaß daran haben“, Informationen bereit zu stellen um so Gleichgesinnten zu helfen. Das Ziel ist Aufklärung, Information, Vernetzung und gegenseitige Hilfe einer Community bei der Selbsthilfe. karriere.at hat nachgefragt und mit einer der beiden Gründerinnen, Yvonne Hacker, gesprochen.

Weg für mehr Gerechtigkeit und Fairness

Was ist „Kleiner Fisch“?

Yvonne Hacker: Wir sind Arbeitnehmer, die anders denken! Der größte Teil der Bevölkerung sind Arbeitnehmer – eben die kleinen Fische, die viel zu oft neben den Haien untergehen. Unser Logo demonstriert, was die „kleinen Fische“ erreichen können, wenn sie sich zusammentun und sich richtig formieren! Oft sind sich Arbeitnehmer nicht bewusst, dass eine Firma ohne sie gar nicht funktionieren würde.

Wer hat es wann gegründet?

Yvonne Hacker: www.kleiner-fisch.at ist eine Idee von Regina Gregory und mir und wurde im Sommer 2012 ins Leben gerufen. Kleiner Fisch ist keine Firma, sondern ist eine private Homepage, von Arbeitnehmern für Arbeitnehmer.

Aus welcher Motivation heraus wurde Kleiner Fisch gegründet?

Yvonne Hacker: Leider ist es so, dass selbst eine Erwerbstätigkeit nicht vor der Armut(sgefährdung) schützt! Bereits 2008 waren knapp 50% der Armutsgefährdeten in Österreich im erwerbsfähigen Alter (20-64) und zugleich erwerbstätig. Solche Fälle kennen wir auch aus unserem Bekanntenkreis, deswegen war es uns ein Bedürfnis, Wege zu finden, mehr Gerechtigkeit und Fairness zu schaffen. Dies ist selbstverständlich auch das Anliegen von anderen Institutionen wie z.B. der AK und den Gewerkschaften. Ein einzelner Mensch kann solche Ideale einer Gesellschaft leider nicht umsetzen.

Revolution der Arbeitnehmer

So etwas kann nur funktionieren, wenn viele sich daran beteiligen, in einer Art von Revolution. So entstand auch unser Titel „Revolution der Arbeitnehmer“. Wir wünschen uns eine friedliche Revolution, die dazu führt, dass die Mindestlöhne ein Niveau erreichen, dass der einzelne Mensch davon gut leben kann. Dafür einzustehen, möchten wir Arbeitnehmern Mut machen bzw. wünschen wir uns auch, dass Arbeitnehmer sich untereinander auf unserer Seite unterstützen, wie man es in einer Familie tun würde. Je mehr sich beteiligen, umso größer wird auch der Pool an Erfolgs- und Erfahrungsgeschichten.

Was genau bietet kleiner Fisch an, was erwartet einen auf der Seite?

Yvonne Hacker: Wir wollen einerseits ein Service bieten im Zuge von Informationen, z.B. welche Förderungen für Mindestverdiener zur Verfügung stehen oder Tipps für die Gehaltsverhandlung. Unsere Informationen, sowohl selbst verfasst, als auch im Form von Presseberichten, sollen bewusst machen, dass jeder für sich selbst seinen Wert finden muss, der sich nun mal nicht nur am Kollektivvertrag orientiert. Neben dem Informationsservice bieten wir noch eine Plattform des Austausches an. Diese erlaubt es Arbeitnehmern sich anonym zu beruflichen Themen auszutauschen.

 „Wollten die Website so positiv wie möglich gestalten“

Es war unser oberstes Ziel, die Website so positiv wie möglich zu gestalten. Demzufolge findet man zum Beispiel Erfolgstories von anderen kleinen Fischen, die es geschafft haben, einen positiven Schritt in der Berufslaufbahn voranzuschreiten. Diese sollen ein Aha-Erlebnis für jene sein, die gerade in ähnlichen Problemen stecken.

Wie läuft das Projekt an?

Yvonne Hacker: Da unsere Seite noch nicht so bekannt ist, läuft es im Moment noch etwas langsam. Darum freuen wir uns über jeden Blick auf unsere Seite, besonders natürlich über eine aktive Nutzung des Forums und natürlich auch über weitere tolle Erfolgsgeschichten. Die großteils positiven Rückmeldungen, die wir erhalten haben, bestätigen uns natürlich beim Weitermachen. Die Betreuung der Seite ist derzeit ein Hobby, aber mal sehen, was daraus wird.

Bildnachweis: ines89 / Quelle Photocase, Kleiner Fisch

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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